Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW)
- Drehmoment
- 67.7 Nm @ 5800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 8 190 €
Übersicht
Was treibt einen britischen Hersteller dazu, eine Ikone der Sechziger wiederzubeleben, während die japanische Konkurrenz voll auf Leistung setzt? Triumph kennt die Antwort seit Anfang der 2000er-Jahre, und die 865 Bonneville Jahrgang 2008 ist der überzeugendste Beweis dafür. Mit ihrem auf 865 cm3 vergrößerten Paralleltwin, großzügigen Chromteilen und Zweifarblackierung pflegt diese Engländerin einen selbstbewussten Retro-Charme, der ebenso an die Londoner Café-Racer erinnert wie an die Kawasaki W650, ihre direkte Rivalin im Neo-Klassik-Segment.

Unter dem 16,6-Liter-Tank verbirgt sich ein Viertakt-Twin, dessen überquadratische Auslegung – 90 mm Bohrung bei 68 mm Hub – Geschmeidigkeit gegenüber aggressivem Hochdrehen bevorzugt. Die 68 PS bei 7.500 U/min werden auf dem Papier niemanden erschrecken, doch das Drehmoment von 67,7 Nm, das bereits bei 5.800 Touren anliegt, sorgt für kräftigen Durchzug im Stadtverkehr und auf kurvigen Landstraßen. Neuheit des Jahrgangs 2008: Die elektronische Einspritzung ersetzt die Vergaser, geschickt hinter Attrappen verborgen, um die Vintage-Linie nicht zu verraten. Der Zugewinn an Komfort ist sofort spürbar, Kaltstarts werden zur Formsache, und das Ansprechverhalten am Gasgriff gewinnt an Präzision. Die Laufruhe dieses auf 360° versetzten Twins überrascht, nur ein leises Pfeifen des Steuertriebs verrät die arbeitende Mechanik. Das Fünfganggetriebe zeigt sich sanft, die Kupplung progressiv, und der gesamte Antrieb strahlt eine fast verblüffende Gelassenheit für eine Maschine dieser Größenordnung aus.
Der Doppelschleifen-Stahlrahmen nimmt die 227 kg fahrfertig mit britischer Sorgfalt auf. Die Triumph 865 Bonneville lässt sich bemerkenswert leicht durch die Stadt dirigieren, die auf 775 mm gehaltene Sitzhöhe beruhigt auch kleinere Fahrer, und der Wendekreis lädt zu stressfreien Wendemanövern ein. Die 41-mm-Telegabel bietet 120 mm Federweg, ausreichend, um Unebenheiten im Asphalt bei gemäßigtem Tempo zu schlucken. Die beiden hinteren Federbeine mit ihren 105 mm Federweg bilden hingegen die Schwachstelle des Fahrwerks. Auf schlechten Straßen lässt der Komfort rasch nach, und die zu harte, dünne Sitzbank macht es auf Strecken jenseits der hundert Kilometer nicht besser.
Die Bremsanlage bleibt der Philosophie der Maschine treu: eine 310-mm-Scheibe vorn mit Zweikolben-Sattel, eine 255-mm-Scheibe hinten. Kein Vergleich mit heutigen Standards, aber völlig ausreichend für ein Motorrad, dessen Höchstgeschwindigkeit bei 170 km/h liegt und das nie den Anspruch erhebt, sportlich zu sein. Die Bereifung in 100/90-19 vorn und 130/80-17 hinten unterstreicht die gemütliche Tourenausrichtung des Gesamtpakets. Wer von einer Collector-Version träumt: Die Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen 2012 wird später eine noch exklusivere Variante dieser bewährten mechanischen Basis bieten.
Mit 8.190 Euro im Jahr 2008 positioniert sich die Bonneville nicht als Schnäppchen gegenüber den Japanerinnen des Segments, doch sie verkauft etwas anderes. Sie verkauft eine Atmosphäre, eine Kunst des drucklosen Fahrens, ein Motorrad, das Ungenauigkeiten verzeiht und das Bummeln belohnt. Anfänger finden in ihr eine zugängliche und wenig einschüchternde Maschine, erfahrene Motorradfahrer ein Zweitfahrzeug für die Sonntagmorgenausfahrt. Weder den Rennstrecken-Enthusiasten auf der Suche nach Nervenkitzel noch den Langstreckenfahrer wird sie zufriedenstellen. Doch um mit einem Lächeln über kleine Landstraßen zu cruisen, erfüllt diese Bonnie ihren Auftrag mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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