Schlüsselleistung
Technische Daten
- Neupreis
- 8 490 € → 8 390 €
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 7500 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 66.7 Nm @ 5800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/70-17
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 740.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 225.00 kg
- Trockengewicht
- 200.00 kg
- Neupreis
- 8 390 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Triumph beschloss, einen Mythos wiederzubeleben? Die Triumph 865 Bonneville verkörpert in diesem Jahrgang 2010 den hartnäckigen Willen von Hinckley, das goldene Zeitalter der britischen Motorradgeschichte wieder aufleben zu lassen. Zweifarbige Lackierung, großzügig Chrom, eine Silhouette, die nach den Sechzigern duftet. Man denkt sofort an die Kawasaki W650, eine andere nostalgische Maschine, doch die Bonnie spielt in einer etwas anderen Liga. Sie begnügt sich nicht damit, die Vergangenheit nachzuahmen, sie versucht, sie alltagstauglich zu machen. Und genau in diesem Balanceakt zwischen Erbe und Moderne zeigt die schöne Engländerin ihre Stärken und ihre Grenzen.

Unter dem 16,6-Liter-Tank entwickelt der Parallel-Twin mit 865 cm³ Hubraum 67 PS bei 7500 U/min und 66,7 Nm Drehmoment bei 5800 Touren. Bescheidene Werte, bewusst so gewählt. Dieser auf 360° gesetzte Twin setzt auf Laufruhe statt Leistung. Die kurzhubigeArchitektur mit 90 mm Bohrung und 68 mm Hub verleiht ihm eine für einen Zweizylinder seltene Laufkultur. Man dreht den Zündschlüssel, der aus ästhetischer Treue fragwürdigerweise unter dem linken Blinker versteckt ist, und der Motor erwacht mit einem gedämpften Fauchen. Seit 2008 hat die Einspritzung die Vergaser ersetzt, geschickt hinter falschen Vergasergehäusen verborgen, um die Puristen nicht zu vergrätzen. Das Fünfganggetriebe zeigt sich sanft, die Kupplung progressiv. Nur ein leichtes Pfeifen der Steuerzeiten erinnert daran, dass die Mechanik arbeitet. Nichts Brutales, nichts Berauschendes. Die Bonneville erhebt nicht den Anspruch, den Asphalt aufzureißen. Sie streichelt ihn lieber.
Auf der Straße lassen sich die 225 kg fahrfertig dank einer niedrigen Sitzhöhe von 740 mm und einem gut platzierten Schwerpunkt vergessen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die 41-mm-Telegabel und die zwei seitlichen Federbeine bilden ein gesundes, berechenbares Ensemble. Die Wendigkeit in der Stadt ist ausgeprägt, der Geradeauslauf auf der Landstraße beruhigend. Aber verlangen Sie nicht von ihr, die Sportliche zu spielen. Das Fahrwerk mag es ebenso wenig wie der Motor, grob behandelt zu werden. Die Federung, auf 120 mm Federweg vorne und 105 mm hinten beschränkt, steckt schlechte Straßen nur mühsam weg. Die Sitzbank, zu hart und zu flach, verwandelt Ausfahrten von mehr als einer Stunde in eine Prüfung für das Gesäß. Die Bremsanlage mit ihrer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn, gepackt von einem Zweikolben-Sattel, erledigt ihre Arbeit ohne Begeisterung. Ausreichend für das Tempo, das das Motorrad vorgibt, unzureichend im Vergleich zu dem, was damals schon eine Street Triple bot.
Die Triumph 865 Bonneville richtet sich an jene, die ein Motorrad zum Cruisen suchen, ein Stilobjekt ebenso wie ein Fortbewegungsmittel. Sie spricht Stadt-Motorradfahrer an, Liebhaber sonntäglicher Ausfahrten auf kleinen Straßen, Nostalgiker, die einen Fuß in der Legende haben wollen, ohne auf Elektrostarter und Einspritzung zu verzichten. Mit 8 390 Euro im Jahr 2010 positionierte sie sich gegenüber der Kawasaki W650, gewiss, aber auch gegenüber den ersten Royal Enfield, die auf dem europäischen Markt aufzutauchen begannen. Die Bonnie hatte die solide Verarbeitungsqualität von Triumph und ein starkes Händlernetz für sich. Erwähnenswert ist, dass diese Plattform auch stärker profilierte Ableger hervorbrachte, wie die Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen von 2012, eine Sonderedition, die den Nostalgie-Regler noch weiter aufdrehte.
Die Bonneville 2010 ist nicht das Motorrad, das bei 8000 Touren das Herz höherschlagen lässt. Sie liefert weder Nervenkitzel noch Adrenalinschübe. Sie bietet etwas anderes: ein ruhiges Vergnügen, eine mechanische Eleganz, eine Form von Aufrichtigkeit. Sie ist eine treue Begleiterin für den, der ihre Grenzen akzeptiert. Keine verkleidete Sportlerin, keine komfortable Reiseenduro, einfach nur eine Bonnie. Und manchmal ist das genau das, was man braucht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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