Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW) → 67.0 ch @ 7200 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 67.7 Nm @ 5800 tr/min → 68.6 Nm @ 6000 tr/min
- Kraftstoffsystem
- Injection → —
- Vorderreifen
- 110/70-17 → 100/90-19
- Sitzhöhe
- 751.00 mm → 775.00 mm
- Gewicht
- — → 227.00 kg
- Trockengewicht
- 200.00 kg → 205.00 kg
- Neupreis
- 8 390 € → 7 990 €
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 7200 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 68.6 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 7 990 €
Übersicht
Was treibt einen britischen Hersteller dazu, einen legendären Namen wiederzubeleben, selbst auf die Gefahr hin, sich dem gnadenlosen Urteil derer zu stellen, die das Original noch kannten? Mit der Triumph 865 Bonneville Jahrgang 2007 spielt Hinckley die Karte der bewussten Nostalgie. Gepflegte Chromteile, Zweifarblackierung, eine Silhouette aus einer anderen Zeit. Alles ist darauf ausgelegt, die Sixties heraufzubeschwören, ein wenig so, wie es die Kawasaki W650 in ihrem Register versucht hatte. Doch unter dem Retro-Lack verbirgt sich ein durchaus modernes Motorrad mit seinem luftgekühlten Parallel-Twin-Viertaktmotor, der auf 865 cm3 gewachsen ist, seinen 67 PS bei 7200 U/min und einem Drehmoment von 68,6 Nm, das bereits ab 6000 Touren anliegt. Nicht genug, um einer Speed Triple Angst einzujagen, gewiss, doch der Anspruch liegt woanders.

Der 360°-Twin überrascht durch seine Umgänglichkeit. Die kurzhubbige Auslegung mit einer Bohrung von 90 mm bei einem Hub von 68 mm verleiht ihm einen geschmeidigen Lauf, fast schon zu kultiviert für einen Zweizylinder. Die Vibrationen halten sich in Grenzen, das Laufgeräusch bleibt gedämpft. Einzig die Steuerung macht sich durch ein leichtes, charakteristisches Pfeifen bemerkbar. Gegenüber der vorherigen 790-cm3-Version bringt der Sprung auf 865 cm3 fünf PS mehr und ein willkommenes Drehmomentplus bei Zwischensprints. Das Fünfganggetriebe verrichtet seine Arbeit unauffällig, die Kupplung arbeitet feinfühlig. Alles atmet Sanftmut und Geschmeidigkeit. Man bewegt sich im Register eines angenehmen statt aufregenden Motors.
Im Sattel, 775 mm über dem Boden, heißt die Triumph 865 Bonneville so ziemlich jeden willkommen. Die 205 kg Trockengewicht, also 227 kg fahrfertig mit dem vollen 16,6-Liter-Tank, sind in der Stadt und auf kleinen Landstraßen schnell vergessen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die 41-mm-Gabel und die zwei seitlichen Federbeine ergeben ein Fahrwerk ohne Überraschungen. Die Handlichkeit ist überzeugend, die Stabilität beruhigend. Man verzeiht leicht eine ungenaue Linienwahl, was sie sowohl für Führerscheinneulinge als auch für Sonntagsfahrer zugänglich macht. Allerdings sollte man sie nicht überfordern. In die Enge getrieben, zeigt das Fahrwerk schnell seine Grenzen – insbesondere die hinteren Federbeine, deren Federweg von 105 mm sich auf schlechten Straßen als knapp erweist. Die flache, straffe Sitzbank verwandelt jeden Ausflug von mehr als zwei Stunden in eine Bußübung.
Die Bremsanlage folgt derselben kontemplativen Philosophie. Eine 310-mm-Scheibe vorn mit einem Zweikolben-Sattel, eine 255-mm-Scheibe hinten. Das reicht für den vorgesehenen Einsatzzweck, mehr nicht. Vergessen Sie scharfes Anbremsen in Kurveneinfahrten – die Bonnie ist dafür nicht gemacht. Die Höchstgeschwindigkeit endet ohnehin bei 170 km/h, und die Autobahn ist eindeutig nicht ihr bevorzugtes Revier. Ihr Terrain sind gemächlich befahrene Landstraßen, Dörfer im dritten Gang, das Straßencafé als Ziel. Anzumerken ist, dass die Baureihe sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat, insbesondere mit der Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen 2012, einer Sonderedition, die dem Rezept einen Hauch Hollywood-Glamour hinzufügte.
Für 7990 Euro im Jahr 2007 positionierte sich die Bonneville in einer besonderen Nische. Weder Sportler noch Tourer, auch nicht wirklich Custom – sie bot vor allem ein Lebensgefühl. Ein Motorrad für jene, die lieber ihre Maschine vor einem Bistro geparkt bewundern, als Rundenzeiten aneinanderzureihen. Sie entfacht keine wilde Leidenschaft, sie enttäuscht aber auch nicht. Sie ist eine treue Begleiterin, ohne großen Ehrgeiz, aber ohne versteckte Mängel, die verdienstvoll daran erinnert, dass man Motorrad fahren kann, ohne in jeder Kurve den Adrenalinkick zu suchen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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