Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW)
- Drehmoment
- 67.7 Nm @ 5800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/70-17
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 740.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 225.00 kg
- Trockengewicht
- 200.00 kg
- Neupreis
- 8 890 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen 2012, jene limitierte Sonderedition, die den Liebhabern schöner Britinnen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ? Drei Jahre später setzt die Bonnie des Jahrgangs 2015 ihren Weg fort, ohne das Rezept revolutionieren zu wollen. Triumph hat für 2014 lediglich einige Details überarbeitet: neu gestaltete Schalldämpfer, gefräste Kühlrippen am Zweizylinder, eine etwas besser gepolsterte Sitzbank und ein Soziusbügel. Die Art von Änderungen, die man auf dem Parkplatz kaum bemerkt, die aber zeigen, dass das Werk in Hinckley seine Veteranin im Katalog nicht völlig vergessen hat.

Die Triumph 865 Bonneville spielt die Retro-Karte mit entwaffnender Aufrichtigkeit. Zweiton-Lackierung, großzügig Chrom, ein Reihenzweizylinder, der die Jahrzehnte scheinbar ohne eine einzige Falte überdauert hat. Man denkt sofort an die Kawasaki W800, ihre offensichtlichste Rivalin im neoklassischen Segment. Auf der Motorseite leistet der 865-cm³-Zweizylinder 68 PS bei 7500 U/min bei einem Drehmoment von 67,7 Nm bei 5800 U/min. Bescheidene Zahlen, weit entfernt von der Kavallerie moderner Roadster, aber stimmig zum Programm. Die kurzhubartige Architektur mit einer Bohrung von 90 mm bei einem Hub von 68 mm und die 360-Grad-Kurbelwellenkröpfung sorgen für einen überraschend sanften Lauf. Der Twin schnurrt mehr, als dass er grollt. Seit 2008 hat die elektronische Einspritzung die Vergaser ersetzt, geschickt hinter Abdeckungen verborgen, die die alten Amal-Vergaser imitieren. Ein bewusst eingesetzter kosmetischer Kunstgriff, ganz im Geiste der Maschine.
Auf der Straße lassen sich die 225 kg fahrfertig bei niedrigen Geschwindigkeiten vergessen. Die Sitzhöhe von nur 740 mm erleichtert das Rangieren und beruhigt kleinere Staturen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen bietet eine solide Stabilität, die Handlichkeit bleibt gutmütig und der Geradeauslauf gibt keinerlei Anlass zur Sorge. Die 41-mm-Telegabel absorbiert Unebenheiten ordentlich, doch die beiden hinteren Stoßdämpfer zeigen mit ihren mageren 105 mm Federweg auf schlechter Fahrbahn schnell ihre Grenzen. Das Fünfganggetriebe schaltet sauber, die Kupplung arbeitet progressiv. Die Bremsanlage mit einer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn und einer 255-mm-Scheibe hinten mit Zweikolben-Bremssätteln genügt für den vorgesehenen Einsatzzweck. Nicht genug zum Angreifen, aber niemand kauft eine Bonneville, um Scheitelpunkte anzuvisieren.
Der eigentliche Schwachpunkt dieser Britin ist, dass sie das Fahrerlebnis nie wirklich transzendiert. Dem Motor fehlt es an Charakter, wenn man am Gas dreht, die Höchstgeschwindigkeit endet bei 170 km/h, und lange Autobahnfahrten werden schnell ermüdend. Die Sitzbank bleibt trotz der Verbesserungen nach einer Stunde im Sattel hart. Der 16,6-Liter-Tank begrenzt zudem die Reichweite auf langen Strecken. Gegenüber einer charakterstärkeren Moto Guzzi V7 oder einer deutlich günstigeren Royal Enfield 650 Interceptor (die zugegebenermaßen erst später erschien) tut sich die Bonnie schwer, ihren Preis von 8 890 Euro anders zu rechtfertigen als mit dem Triumph-Emblem auf dem Tank.
Dennoch besitzt dieses Motorrad einen unbestreitbaren Charme für alle, die eine anspruchslose Maschine zum Cruisen suchen. Sie verzeiht fahrerische Ungenauigkeiten, schlängelt sich mühelos durch die Stadt und verwandelt jeden Sonntagsausflug in eine kleine Zeitreise. Die Triumph 865 Bonneville ist weder eine verkleidete Sportlerin noch eine vollendete Tourenmaschine. Sie ist eine treue und unkomplizierte Begleiterin für gemütliche Ausfahrten, geschaffen für Motorradfahrer, die lieber die Strecke genießen als die Rundenzeit stoppen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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