Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 124 cc
- Leistung
- 19.5 ch @ 6800 tr/min (14.2 kW)
- Motortyp
- Single cylinder, two-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.5:1
- Bohrung × Hub
- 54.0 x 54.0 mm (2.1 x 2.1 inches)
- Steuerung
- Membrane
Fahrwerk
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc
- Hinterradbremse
- Expanding brake
- Vorderreifen
- 2.75-21
- Hinterreifen
- 4.00-18
Abmessungen
- Tankinhalt
- 5.00 L
- Gewicht
- 82.00 kg
Übersicht
Im Jahr 1987 träumten junge Franzosen von NSR 125 oder MBK X-Power, temperamentvollen Zweitakt-Maschinen im Grand-Prix-Look. Doch im Schatten der Ausstellungsräume tauchte eine andere Option auf, rustikaler und radikal utilitaristischer: die SVM S 3 125 GS. Dieses Motorrad war nicht dazu gedacht, vor der Schule zu protzen, sondern ein Feld zu durchqueren oder eine Baustelle über den direktesten Feldweg zu erreichen. Ihre Anforderungen schienen mit dem Sense geschrieben: ein Motor, zwei Räder, das absolute Minimum. Und genau das machte ihren ganzen Charme aus.

Der 124 cm³ luftgekühlte Zweitakt-Eilmzylinder, mit einem quadratischen Hubraum von 54 mm Bohrung und Hub, zeigte bescheidene Ambitionen. Mit einem moderaten Verdichtungsverhältnis von 8,5:1 sollte man keine plötzlichen Leistungsschübe erwarten. Die angegebenen 19,5 Pferdestärken bei 6800 U/min wurden mit Traktor-Progressivität freigesetzt, aber diese rustikale Zuverlässigkeit hatte ihre Vorteile. Der Zweitakter atmete frei, ohne Verkomplizierung, und benötigte lediglich ein gut abgestimmtes Öl-Benzin-Gemisch, um stundenlang ohne zu zögern zu laufen. Ein Sechsganggetriebe und Kettenantrieb vervollständigten eine mechanische Einheit von nahezu militärischer Einfachheit, die mit drei Werkzeugen am Wegesrand repariert werden sollte.
Mit einem Tank von nur fünf Litern war die Reichweite bei der GS eindeutig nicht der Schwerpunkt. Glücklicherweise blieb der Verbrauch moderat und ihre 82 kg vollgetankt machten sie zu einer leichten, leicht zu hebenden Begleiterin aus einer Böschung oder in einen Lastwagen zu laden. Das Chassis, ohne jeglichen Schnörkel, trug Reifen mit ausgeprägten Profilen, vorne in 2,75-21 und hinten in 4,00-18, einer typisch geländegängigen Geometrie, die ihm eine beruhigende Stabilität auf Kies verlieh. Die Bremsanlage kombinierte eine Scheibenbremse vorne und eine Trommelbremse hinten, ein Kompromiss der damaligen Zeit, der eine gewisse Vorhersage erfordert, besonders wenn Schlamm die Felgen verstopfte.
Wer kaufte dieses SVM? Der Hobbybastler, der Förster, der angehende Motorradfahrer, der nach einem unzerstörbaren und unprätentiösen ersten Motorrad suchte. Sie war nicht darauf ausgelegt, die angegebenen 100 km/h zu erreichen, sondern eher 60 km/h, die unbegrenzt auf einem Waldweg gehalten werden konnten. Im Vergleich zu den überaus ausgestatteten japanischen Motorrädern nahm sie ihren Status als Werkzeug an, ein reines Produkt einer Zeit, in der das Motorrad noch auf eine grundlegende Funktion reduziert werden konnte: sich überall fortzubewegen. Heute interessiert sie den Sammler von mechanischen Kuriositäten, der eine authentische Allzweckmaschine ohne elektronische Assistenz oder zerbrechliche Verkleidungen sucht. Sie erinnert daran, dass vor der Freizeit das Motorrad zunächst ein Arbeitsobjekt war.
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