Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 554 cc
- Leistung
- 47.0 ch @ 8500 tr/min (34.6 kW)
- Drehmoment
- 51.0 Nm @ 4500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Bohrung × Hub
- 70,5 x 71 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø nc
- Starter
- électrique
- Euro-Norm
- Euro 5+
Fahrwerk
- Rahmen
- périmétrique en tubes d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- monoamortisseur, déb : 150 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
Abmessungen
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Trockengewicht
- 218.00 kg
- Neupreis
- 5 999 €
Übersicht
Es gibt eine gewisse Ironie in dieser Geschichte. Im Jahr 2022 hatte MV Agusta versucht, mit der Lucky Explorer 5.5 in das Segment der zugänglichen Reiseenduros vorzudringen – eine Maschine, die viel versprach und nahezu sofort von der Bildfläche verschwand. Das Projekt wurde aufgegeben, von QJ Motor übernommen, und es ist schließlich Rieju, die spanische Marke in voller Renaissance, die ihr unter dem Namen Xplora 557 ein zweites Leben schenkt. Ein bewusstes Recycling, das man in der chinesischen Motorradindustrie gelegentlich antrifft, und das eine echte Frage aufwirft: Wird aus diesem gescheiterten italienischen Triebwerk ein stimmiges spanisches Angebot?

Die Silhouette gibt den Ton vor. Das doppelte LED-Lichtblock macht täuscht, die Proportionen der Verkleidung lassen ein größeres Volumen vermuten, als tatsächlich vorhanden ist. Aus der Distanz könnte man fast einen 800er vor sich glauben. Aus der Nähe offenbart der 554 cm³ große, flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder-Reihenmotor seine wahren Ambitionen: 47 PS bei 8.500 U/min und 51 Nm Drehmoment, bereits ab 4.500 U/min verfügbar. Diese Werte positionieren die Xplora eine Stufe über der Benelli TRK 502 und der Honda CB500X und bringen sie ernsthaft in Konkurrenz zur CFMoto 650MT oder der Kawasaki Versys 650 – Maschinen, die jeweils ihre eigene Anhängerschaft haben. Die Rutschkupplung und das Sechsganggetriebe vervollständigen ein Motorenpaket, das auf dem Papier keine Verachtung verdient.
Der Rohrstahlrahmen in Perimeter-Bauweise beherbergt vorne wie hinten KYB-Komponenten mit jeweils 150 mm Federweg. Diese Namen lassen aufhorchen, erst recht zu diesem Preis. Für 5.999 Euro KYB-Fahrwerk an einem Motorrad dieser Hubraumklasse zu finden, ist eine angenehme Überraschung. Die Bremsanlage folgt derselben Logik: zwei 320-mm-Scheiben mit radialen Vierkolbensätteln vorne, eine 260-mm-Scheibe hinten, dazu das serienmäßig verbaute und deaktivierbare Bosch Dual-Channel-ABS. Die 17-Zoll-Alufelgen mit Pirelli Angel GT bestätigen, dass die Xplora die Straße im Blick hat, bevor sie schottrige Pisten ins Auge fasst. Das ist keine Reiseenduro, sondern ein verkleideter Tourer – was letztlich ihre wahre Identität ist.

Die Sitzhöhe von 820 mm zählt zu den niedrigsten Einstiegspunkten dieser Kategorie, und das Trockengewicht von 218 kg bleibt bei der Eingewöhnung beherrschbar. Eine vernünftige Statur, fast beruhigend für einen Fahrer, der nach einigen Jahren wieder in den Sattel steigt. Der 20-Liter-Tank und eine angegebene Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h zeichnen das Profil eines gemäßigten Reisenden statt eines eiligen Langstreckenpiloten. Der 7-Zoll-TFT-Bildschirm mit Mirror Link und Navigation, die beleuchteten Bedienelemente, der USB-C-Anschluss, die serienmäßigen Handprotektoren – all diese Ausstattungsmerkmale bewegen sich im Rahmen des Vernünftigen, ohne je das Großzügige zu erreichen. Der Gepäckträger und optionale Seitentaschen runden das Bild einer Maschine ab, die für verlängerte Wochenenden gedacht ist, nicht für transkontinentale Expeditionen.

Das eigentliche Thema bei der Rieju Xplora 557 ist nicht das Datenblatt. Es ist ihre Glaubwürdigkeit auf Dauer. Rieju hat mit der Aventura auf europäischen Märkten Vertrauen aufgebaut, und diese Xplora profitiert von dieser positiven Dynamik. Sie zielt klar auf den städtischen Fahrer, der ein vielseitiges Werkzeug sucht – vielleicht eine Rückkehr zum Motorradfahren nach langer Pause oder einen wohlüberlegten Erstkauf. Gegenüber einer bewährteren Versys 650 oder einer nüchterneren CB500X spielt sie die Karte des Ausstattungs-Preis-Verhältnisses mit einer gewissen Offenheit aus. Wenn die Fertigungsqualität stimmt – und das ist der einzige wirkliche Fragezeichen –, dürfte diese Maschine ihre Käufer finden, ohne sich für ihre Herkunft entschuldigen zu müssen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS désactivable
- Jantes aluminium
- Indicateur de vitesse engagée
- Prise USB
- Commodes rétro-éclairés
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Chine
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