Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 961 cc
- Leistung
- 77.0 ch @ 7250 tr/min (56.6 kW)
- Drehmoment
- 81.4 Nm @ 6300 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.1 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 79 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 35 mm
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Öhlins Ø 43 mm, déb : 115 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux Öhlins, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.35 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.60 bar
Abmessungen
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 230.00 kg
Übersicht
Schwanengesang oder wohldurchdachtes Vermächtnis? Diese MK III markiert die letzte Gerade der Commando, bevor Norton das Kapitel dieses seit mehreren Jahrzehnten bewährten 961-cm³-Zweizylinders endgültig schließt. Ein Karriereende also, aber keine Kapitulation.

Auf den ersten Blick verrät nichts den Bruch. Die Linien bleiben die bekannten, jene Retro-Kurven, die in gepflasterten Straßen Köpfe drehen lassen, jene Schlankheit der Silhouette, die japanische Hersteller kaum imitieren können, ohne in die Karikatur abzugleiten. Norton behauptet dennoch, 350 Modifikationen an dieser Version akribisch durchgearbeitet zu haben. Man glaubt es, auch wenn das Motorrad es nicht lautstark verkündet. Der Stahlrohrrahmen profitiert von neuen, widerstandsfähigeren Materialien, und der Motor wurde von Grund auf überarbeitet – Nockenwellen, Ventile, überarbeitete Einspritzung. Ziel war zunächst die Behebung der chronischen Schwachstellen, die den Ruf der Vorgängergenerationen trübten, und dabei scheint der Hersteller aus Solihull seine Hausaufgaben gemacht zu haben.
Die Kehrseite der Medaille lässt sich in Zahlen ausdrücken. Der Zweizylinder leistet nun 77 PS bei 7.250 U/min, gegenüber etwas mehr als 80 beim Vorgängermodell. Das Drehmoment folgt demselben Abwärtstrend mit 81,4 Nm bei 6.300 U/min, was einen spürbaren Verlust gegenüber der alten Version darstellt und vor allem einen Charakter, der sich mehr im oberen Drehzahlbereich entfaltet. Die Norton war nie eine Rennstreckenmaschine, ihre Käufer wissen das, doch diese Leistungserosion bleibt eine Tatsache. Die Mechanik entspricht übrigens nicht der Euro-5-Norm, womit die Frage einer möglichen kommerziellen Langlebigkeit endgültig geklärt ist.
Was hingegen nicht zurückgeht, ist das Fahrwerk. Die MK III erbt eine 43-mm-Öhlins-Upside-down-Gabel sowie zwei Heckdämpfer desselben schwedischen Herstellers, allesamt in ihren wesentlichen Parametern einstellbar. Die Brembo-Monobloc-Vierkolbensättel wechseln zur Radialaufhängung für mehr Steifigkeit beim Bremsen. Das Ergebnis auf der Straße ist eine Maschine, die Vertrauen einflößt, sauber in der Linie liegt, ohne die Ungenauigkeiten, die man manchmal mit Roadsters mit Vintage-Anspruch verbindet. Speichenräder und einige Carbonteile vervollständigen eine gepflegte Präsentation, die einen Preis rechtfertigt, der erwartungsgemäß über dem Segmentdurchschnitt liegt.

Und was erhält man für diese Investition in elektronischer Hinsicht? ABS, ein schlichtes LCD-Display in einem Zeigertachometer eingebettet, und das war's. Kein Traktionskontrollsystem, keine Fahrmodi, keine Konnektivität. Für manche liegt genau darin der Reiz der Norton – diese Art zu fahren ohne elektronisches Fangnetz, mit einem Armaturenbrett, das an die Siebzigerjahre erinnert, ohne die mechanischen Unzulänglichkeiten jener Ära. Gegenüber einer Triumph Thruxton RS oder einer BMW R nineT, die deutlich mehr Raffinesse bieten, reklamiert die Commando eine andere Philosophie: die Rückkehr zum Wesentlichen. Der auf zwei Liter gegenüber der Vorgängerversion reduzierte 15-Liter-Tank erinnert jedoch daran, dass Reichweite nicht die Stärke dieser Maschine ist.
Diese Sport MK III richtet sich an ein klar definiertes Publikum: Liebhaber britischer Motorräder, die ein Stück Geschichte ebenso sehr kaufen wie ein Transportmittel, erfahrene Fahrer, die keine Elektronik benötigen, um ihre Grenzen zu finden, und die den Sound eines in der Tradition verwurzelten Reihenzweizylinders einem bloßen Leistungswert auf dem Papier vorziehen. Norton bietet auch eine Café-Racer-Variante mit Lenkerclips für diejenigen an, die den sportlichen Charakter der Sitzposition betonen möchten. In beiden Fällen bleibt die Commando eine Maschine mit Charakter – unvollkommen in ihren Kompromissen, bezwingend in ihren Überzeugungen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Jantes à rayon
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Royaume-uni
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