Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 195.0 ch @ 13400 tr/min (143.4 kW) → 195.0 ch @ 13000 tr/min (143.4 kW)
- Drehmoment
- 110.8 Nm @ 9600 tr/min → 111.8 Nm @ 9100 tr/min
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 50 mm → Injection Ø 49 mm
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Marzocchi Ø 50 mm, déb : 120 mm → Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Öhlins, déb : 120 mm → Mono-amortisseur, déb : 120 mm
- Hinterreifen
- 200/55-17 → 190/55-17
- Trockengewicht
- 191.00 kg → 192.00 kg
- Neupreis
- 21 160 € → 18 800 €
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 195.0 ch @ 13000 tr/min (143.4 kW)
- Drehmoment
- 111.8 Nm @ 9100 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.4 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 50.9 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 49 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis en tubes d'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 190/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Trockengewicht
- 192.00 kg
- Neupreis
- 18 800 €
Übersicht
Wer kann noch behaupten, die Italienerinnen könnten nur flanieren? 2012 hat MV Agusta eine Maschine in den Katalog aufgenommen, die Skeptiker verstummen lässt und die von den japanischen Herstellern etablierte Hierarchie ins Wanken bringt. Die F4 1000 R Corsa Corta ist das Projekt eines Werks, das Performance demokratisieren will, ohne seine DNA zu verleugnen. Varese hat lange das Image eines Herstellers gepflegt, der einer wohlhabenden Elite vorbehalten ist, doch der Wind hat sich gedreht. Diese F4 R verkörpert einen klaren Willen: einem breiteren Publikum eine Rakete auf zwei Rädern anzubieten, selbst wenn dabei einige von der RR geerbte Prestige-Attribute beschnitten werden.

Konkret fällt die Rechnung im Vergleich zur großen Schwester niedriger aus. Die Öhlins-Federelemente sind gestrichen, den verstellbaren Lenkkopfwinkel kann man vergessen – er ist hier auf 23,5 Grad fixiert. Auch die ultraleichten Felgen bleiben in der Garderobe. Auf dem Papier wirkt der Verlust erheblich. In der Praxis behält das Fahrwerk eine formidable Basis. Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl bietet eine Steifigkeit auf Referenzniveau. Die 50-mm-Upside-down-Gabel und das Zentralfederbein verfügen jeweils über 120 mm Federweg, was für einen ambitionierten Sporteinsatz mehr als ausreicht. Die radial verschraubten Brembo-Monoblock-Bremssättel beißen vorne in zwei 320-mm-Scheiben. Mit 192 kg Trockengewicht und einer Sitzhöhe von 830 mm bleibt das Tier schlank und kompakt. Es fügt sich in Abmessungen, die in Sachen Sitzposition nichts verzeihen, aber jeden auf der Rennstrecke geschnittenen Meter Ideallinie belohnen.
Unter der wie mit dem Beil gemeißelten Verkleidung spielt der Corsa-Corta-Reihenvierzylinder die Kurzhuber-Karte aus. Die Bohrung steigt auf 79 mm bei einem auf 50,9 mm gekürzten Hub, was dem Aggregat erlaubt, mit wilder Gier hochzudrehen und gleichzeitig die lineare Kolbengeschwindigkeit im Zaum zu halten. Ergebnis: 195 PS bei 13.000 U/min und ein Drehmoment von 111,8 Nm, das bereits ab 9.100 U/min anliegt. Das Verdichtungsverhältnis von 13,4:1 bestätigt, dass dieser Motor darauf ausgelegt wurde, jedes Joule aus dem Gemisch herauszuholen. Gegenüber einer BMW S 1000 RR oder einer Kawasaki ZX-10R spielt die MV in derselben Liga. Auf die Yamaha R1 und die Honda CBR 1000 blickt sie mit einer gewissen Herablassung herab – zumindest auf dem Datenblatt. Die variable Einlasssteuerung, die Traktionskontrolle, der Anti-Hopping-Mechanismus und die zwei am Lenker wählbaren Motorkennfelder vervollständigen eine für die damalige Zeit solide Elektronikausstattung. Die R gibt gegenüber der RR allerdings 6 PS und 400 Touren an maximaler Drehzahl ab, um die interne Hierarchie zu wahren.
Die kommerzielle Positionierung dieser F4 1000 R ist glasklar. Mit 18.800 Euro siedelt sie sich zwischen der Standard-F4, die sie ablöst, und der den wohlhabenden Puristen vorbehaltenen RR an. Es ist ein seltenes Angebot: eine italienische Hypersportlerin, die an die 298 km/h heranreicht, ausgestattet mit einem 998-cm³-Motor, der zum Kreischen in höchsten Drehzahlen konstruiert wurde, zu einem Preis verkauft, der sich im Fahrwasser der japanischen Spitzenmodelle bewegt. Der 17-Liter-Tank und das Sechsganggetriebe legen nahe, dass man durchaus mehr als zwanzigminütige Rundstrecken-Sessions ins Auge fassen kann, auch wenn die Maschine eindeutig nicht dafür gezeichnet wurde, Autobahnkilometer zu fressen.
Sie richtet sich an erfahrene Fahrer, an jene, die ein radikales Sportmotorrad mit jenem Quäntchen Seele suchen, das Großserienprodukte nicht bieten können. MV Agusta hat sogar einen Sozius-Sitzplatz vorgesehen – eher eine symbolische Geste als eine aufrichtige Einladung angesichts des Temperaments der Maschine. Die F4 R Corsa Corta ist der selbstbewusste Kompromiss eines Herstellers, der begriffen hat, dass man italienische Träume verkaufen kann, ohne zwingend ein Erbe als Anzahlung zu verlangen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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