Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 798 cc
- Leistung
- 147.0 ch @ 13000 tr/min (108.1 kW)
- Drehmoment
- 88.1 Nm @ 10100 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 54.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier relié à 2 platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.30 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Trockengewicht
- 173.00 kg
- Neupreis
- 16 400 €
Übersicht
Wer kann es sich heutzutage noch leisten, italienisch zu fahren, ohne sein Haus zu verpfänden? MV Agusta versucht eine Antwort mit der Rosso-Reihe, einer zugänglicheren Variante seiner Spitzenmodelle. Die MV Agusta F3 800 Rosso übernimmt das Rezept des Supersportlers aus Varese und tauscht die schmeichelhaften Verzierungen gegen eine blutrot-schwarze Lackierung auf komplett schwarzem Grund. Das visuelle Ergebnis bleibt beeindruckend. Zehn Jahre nach dem Debüt der F3 in der 675er-Version haben die skulpturalen Linien dieser Italienerin keine Falte angesetzt. Gegenüber einer Ducati Panigale V2 oder einer auslaufenden Yamaha R6 bewahrt die F3 eine grafische Persönlichkeit, die ihr niemand abspricht. Und mit 16 400 Euro, also gut tausend weniger als die Vorgängerversion, wird sie für eine MV fast vernünftig.

Unter der Verkleidung wurde der Dreizylinder mit 798 cm3 einer Euro-5-Konformitätskur unterzogen. Ein Pferd wurde auf dem Altar der Normen geopfert, was immer noch 147 PS bei 13 000 U/min übriglässt. Das Drehmoment von 88 Nm erreicht seinen Höchstwert nun bei 10 100 U/min, also 500 Umdrehungen früher als zuvor. Auf dem Papier ist der Verlust nebensächlich. In der Praxis kompensiert die Grundlagenarbeit der Ingenieure dies bei Weitem. DLC-Beschichtung auf den Ventilen, neue Lager, erleichterte Pleuel, leistungsfähigere Einspritzdüsen, ein um 5 % effizienterer Kühler, verstärkte Kupplung. Die komplett neu gestaltete Auspuffanlage mit ihren drei schräg geschnittenen Endstücken trägt ebenso zum Klangcharakter wie zur Füllung der Leistungskurven bei. Dieser Dreizylinder bleibt ein mechanisches Schmuckstück, bissig in hohen Drehzahlen und mit einem Klang ausgestattet, den weder ein japanischer Vierzylinder noch ein Bologneser Zweizylinder nachahmen können.
Das Fahrwerk macht keinerlei Zugeständnisse an den Komfort. Gitterrohrrahmen aus Stahl, gekoppelt mit versteiften seitlichen Aluminium-Platten, voll einstellbare 43-mm-Upside-down-Gabel, Einarmschwinge, Brembo-Vierkolben-Bremssättel auf 320-mm-Scheiben. Mit 173 kg Trockengewicht und einer Sitzhöhe von 830 mm bestätigt dieser Test der MV Agusta F3 800 Rosso, dass die Maschine sich an Fahrer richtet, die wissen, was sie tun. Kleinere Staturen werden die Kompaktheit schätzen, Großgewachsene müssen mit der wespenartigen Ergonomie zurechtkommen. Der 16,5-Liter-Tank erzwingt häufige Stopps, wenn man ordentlich Gas gibt, aber niemand kauft eine F3, um Frankreich in einem Zug zu durchqueren.

Auf der Elektronikseite hat MV Agusta die Dinge ernsthaft aktualisiert. Trägheitsplattform, Cornering-ABS von Continental, verfeinerter Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, vier Fahrmodi, Launch Control. Der bidirektionale Quickshifter der dritten Generation gewinnt dank eines neuen Sensors an Präzision. Der alte LCD-Bildschirm weicht einem 5,5-Zoll-Farb-TFT-Display, kompatibel mit der MV-Ride-App zur Einstellung der Assistenzsysteme und Navigation. Ein Tempomat taucht ebenfalls auf, auch wenn man sich kaum vorstellen kann, wer diese Maschine auf der Autobahn zügeln wird.

Die MV Agusta F3 800 Rosso spielt eine klare Rolle in der Palette aus Varese. Sie öffnet die Tür zum Club für Enthusiasten, die einen authentischen italienischen Sportler wollen, ohne in die stratosphärischen Preise der High-End-Versionen abzurutschen. Gegenüber der Konkurrenz setzt sie einen einzigartigen Charakter, einen spielfreudigen Dreizylinder und eine nach wie vor messerscharfe Linie entgegen. Ihre Grenzen sind bekannt. Dünnes Händlernetz, Zuverlässigkeit, die konsequente Pflege verlangt, quasi nicht vorhandener Komfort auf Langstrecken. Aber wer ein vernünftiges Motorrad sucht, schaut nicht in Richtung Varese. Der kauft eine Japanerin. Die F3 Rosso hingegen richtet sich an jene, die Emotionen spüren wollen. Und auf diesem Terrain enttäuscht sie nicht.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS in curves MK100
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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