Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 798 cc
- Leistung
- 147.0 ch @ 13000 tr/min (108.1 kW)
- Drehmoment
- 88.1 Nm @ 10100 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 54.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier relié à 2 platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.30 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Trockengewicht
- 173.00 kg
- Neupreis
- 16 200 €
Übersicht
Wer kann noch behaupten, dass eine italienische Sportmaschine im Mittelklasse-Hubraum keinen Platz gegenüber den aufgepeppten Japanerinnen verdient? Die MV Agusta F3 800 Rosso, Jahrgang 2022, beantwortet diese Frage mit 147 PS aus einem Dreizylinder mit 798 cm³, verpackt in ein blutrot-schwarzes Kleid ohne jede Schnörkelei. Keine Chromverzierungen, keine aufwendigen Lackierungen: Das Rosso-Prinzip bedeutet bei MV, das mechanische und dynamische Herzstück der Maschine ohne den Zierrat der Premium-Versionen anzubieten. Der Preis von 16 200 Euro bleibt zwar gesalzen, positioniert diese F3 aber unterhalb der höher ausgestatteten Varianten. Gegenüber einer Ducati Panigale V2 oder einer Yamaha R7 ist die Ausrichtung klar: Man zielt auf den Fahrer, der transalpine Exklusivität sucht, ohne seine Garage zu verpfänden.

Auf der Motorseite wurde der berühmte Trepistone überarbeitet, um die Euro-5-Norm zu erfüllen. Dabei ging zwar ein PS verloren, doch die Ingenieure aus Varese haben dies durch grundlegende Arbeiten an der Mechanik kompensiert: DLC-Beschichtung der Ventile, neue Lager, erleichterte Pleuel, überarbeitete Einspritzdüsen und ein neu programmiertes Steuergerät. Das Drehmoment von 88,1 Nm liegt nun bereits bei 10 100 U/min an – 500 Touren früher als zuvor. In der Praxis zeigt sich das durch eine entschlossenere Beschleunigung am Kurvenausgang, ein wertvoller Vorteil auf der Rennstrecke. Die Abgasanlage wurde komplett neu gestaltet, mit markant geformten Endstücken, die dem Ganzen einen aggressiveren visuellen Charakter verleihen. Das Verdichtungsverhältnis von 13,3:1 bestätigt, dass dieser Dreizylinder keinen Spaß versteht, wenn man ihm Gas gibt.
Das Fahrwerk bewahrt die Grundwerte, die den Ruf der Marke begründen: Gitterrohrrahmen aus Stahl, verbunden mit seitlichen Aluminium-Platten, die bei dieser Version an Steifigkeit gewonnen haben. Die 43-mm-Upside-down-Gabel bietet 125 mm Federweg, das Zentralfederbein 130 mm. Bei der Bremsanlage beißen Brembo-Vierkolbensättel auf 320-mm-Scheiben. Mit 173 kg Trockengewicht und einer Sitzhöhe von 830 mm richtet sich die MV Agusta F3 800 Rosso an Fahrer, die eine kompromisslos sportliche Ergonomie akzeptieren. Der 16,5-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite für Rennstrecken-Sessions oder Bergtouren – vorausgesetzt, man dreht nicht zu heftig am Gasgriff.

Die Elektronik macht bei diesem Jahrgang einen bemerkenswerten Sprung. Eine neue Trägheitsplattform ermöglicht ein Kurven-ABS von Continental, eine feiner arbeitende Traktionskontrolle und eine Wheelie-Kontrolle, die Wheelies reguliert, statt sie schlicht zu unterbinden. Vier Fahrmodi überwachen das Gesamtpaket, ergänzt durch eine Launch Control für stehende Starts. Der bidirektionale Schaltautomat der dritten Generation mit neuem Sensor sorgt für geschmeidigere Gangwechsel. Das 5,5-Zoll-Farb-TFT-Display löst endlich das alte LCD ab und kommuniziert mit der MV-Ride-App zur Einstellung der Assistenzsysteme oder zur Navigationsanzeige. Sogar ein Tempomat hält Einzug – ein nettes Gimmick, aber auf einer auf Angriff getrimmten Sportmaschine eher eine Randnotiz.

Dieser Test der MV Agusta F3 800 Rosso offenbart eine Maschine, die gereift ist, ohne ihre Seele zu verlieren. Ihre Linien, die auf einem zehn Jahre alten Entwurf basieren, haben keine Falte angesetzt. Ihr Dreizylindermotor bewahrt eine Persönlichkeit, die weder ein Twin noch ein Reihenvierzylinder nachahmen können. Der Preis bleibt die größte Hürde: In dieser Preisklasse bietet die japanische Konkurrenz mehr Technologie und ein beruhigenderes Händlernetz. Doch wer eine charakterstarke Sportmaschine sucht, in Kleinserie in Varese gefertigt, die 240 km/h erreicht und dabei pures Fahrvergnügen bietet, bei dem setzt die F3 Rosso die richtigen Häkchen. Anfängern wird sie nichts verzeihen, erfahrene Piloten jedoch großzügig belohnen, die ein scharfes Chassis und einen temperamentvollen Motor auszureizen wissen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS in curves MK100
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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