Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1078 cc
- Leistung
- 198.0 ch @ 12200 tr/min (145.6 kW)
- Drehmoment
- 125.0 Nm @ 9000 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 55 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 129 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Brembo Ø 310 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 810.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 203.00 kg
- Trockengewicht
- 187.00 kg
- Neupreis
- 100 000 €
Übersicht
Hunderttausend Euro für ein Motorrad. Lesen Sie diese Zahl noch einmal. Der Preis einer MV Agusta F4 1080 CC im Jahr 2007 entspricht dem eines damaligen Porsche 911, wenn nicht sogar mehr. In dieser Preisklasse bewegt man sich in einer Kategorie, in der Mechanik an Haute Joaillerie grenzt, in der jedes Exemplar von der Rennabteilung des Werks in Varese von Hand montiert wird. Die Initialen „CC" bezeichnen keine banale Hubraumvariante. Sie verweisen auf Claudio Castiglioni, den Chef von MV Agusta, der seine Unterschrift auf eines der exklusivsten Sportmotorräder setzen wollte, die je gebaut wurden. Hundert Exemplare, nicht eines mehr. Man befindet sich eher in einem privaten Zirkel als in einem Herstellerkatalog.

Unter der Verkleidung erbt der Reihenvierzylinder mit 1078 ccm eine Aufbereitung, die einer Paddock-Maschine würdig ist. Gegenüber dem 998-ccm-Aggregat der F4 1000 S wächst die Bohrung auf 79 mm bei einem Hub von 55 mm, radiale Titanventile ersetzen die Serienteile, Kolben und Pleuel wurden neu konzipiert. Ergebnis: 198 PS bei 12.200 U/min und ein Drehmoment von 125 Nm bei 9.000 Touren. Mit einem Verdichtungsverhältnis von 13:1 und einer eigens angefertigten Titan-Auspuffanlage beansprucht die MV Agusta F4 1080 CC von 2007 eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h, elektronisch begrenzt, um die Pirelli in 190/50-17 zu schonen. Zur Einordnung: Die Suzuki Hayabusa, historische Königin dieses Registers, schafft nicht mehr. Und in einer vergleichbaren Preisklasse steht die Suter MMX 500 mit ihrem Zweitakt-V4 und 195 PS für 110.000 Euro, allerdings mit einer radikal anderen Ausrichtung – auf die reine Rennstrecke getrimmt und mit einem Trockengewicht von nur 127 kg.
Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl nimmt eine 50-mm-Upside-down-Gabel und ein Zentralfederbein auf, dessen Gehäuse wie bestimmte Motorgehäuse aus Magnesium gefräst ist. Die radial verschraubten Brembo-Racing-Bremssättel beißen vorne in zwei 310-mm-Scheiben. Jede Komponente scheint mit der Besessenheit eines Schweizer Uhrmachers ausgewählt worden zu sein, was nicht nur ein Bild ist: Eine Girard-Perregaux-Uhr gehört ebenso zum Lieferumfang wie eine Lederjacke von Trussardi. Carbon kleidet alles, was sich damit verkleiden lässt, die Aluminiumteile sind aus dem Vollen gefräst, und das Ergebnis auf der Waage spricht für sich: 187 kg trocken, 203 kg fahrfertig mit dem gefüllten 21-Liter-Tank. Für ein nahezu in Handarbeit gefertigtes Sportmotorrad ist das ein bemerkenswerter Wert.
Was also kostet eine MV Agusta F4 1080 CC gemessen an dem, was sie bietet? Die Frage verdient es, ohne Zynismus gestellt zu werden. Man bezahlt hier die absolute Seltenheit, ein Finish-Niveau, das die Großserie nicht erreichen kann, und die Gewissheit, ein Objekt zu besitzen, das mit der Zeit an Wert gewinnen wird. Auf der Rennstrecke hingegen bieten eine Ducati 1098 S oder eine MV Agusta F4 1000 R, die drei- bis viermal günstiger zu haben sind, vergleichbare Leistungen bei leichter zugänglicher technischer Betreuung. Die F4 1080 CC richtet sich nicht an den Rundstreckenfahrer auf Zeitenjagd. Sie zielt auf den leidenschaftlichen Sammler, der das Motorrad als mechanisches Kunstwerk betrachtet und sich eine von Castiglioni signierte Extravaganz leisten kann. Eine unvernünftige Maschine, gebaut von Leuten, die beschlossen haben, dass Vernunft in ihrem Lastenheft keinen Platz hat.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!