Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 91.0 ch @ 7800 tr/min (66.9 kW)
- Drehmoment
- 94.1 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- poutre et double berceau interrompu en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Öhlins Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Öhlins, déb : 128 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.20 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.40 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Tankinhalt
- 20.70 L
- Gewicht
- 243.00 kg
- Trockengewicht
- 226.00 kg
- Neupreis
- 12 990 €
Übersicht
Wenn Mandello del Lario beschließt, eine Sportmaschine zu bauen, geht es nicht darum, mit den japanischen Fabriken auf deren Terrain zu konkurrieren. Die CBR oder die GSX-R setzen auf die Chronometrierung, auf die Beschleunigung von 0 auf 100, auf die brutale Leistung, die auf den Millimeter genau geliefert wird. Die V11 Le Mans hingegen spielt eine radikal andere, fast provokante Partitur.

Beginnen wir mit dem Wesentlichen: Man steigt nicht auf diese Maschine, man betrachtet sie. Die Lackierung Rosso e Nero Corsa von 2004 ist eine visuelle Ohrfeige. Das tiefe Rot trifft auf das matte Schwarz, die skulpturalen Volumina des 90°-V-Zweizylinders, der sich seitlich des Fachwerkkadens hervorhebt, die Upside-Down-Gabel von Öhlins mit 43 mm Durchmesser, die das Licht wie ein Schaufensterjuwel einfängt. Zu einem Preis von 12.990 Euro verkaufte Guzzi zu dieser Zeit eher eine Skulptur als ein Transportmittel. Man umrundet sie, bevor man aufsteigt, fast widerwillig, das Bild zu zerstören.
Dann springt der Motor an. Dieser 1064 cm³-OHV-Motor mit 92 mm Bohrung und 80 mm Hub ähnelt nichts anderem. Die Vibrationen steigen in die Handgelenke, in die Oberschenkel, in die Knochen. Die 91 Pferde bei 7800 U/min mögen auf dem Papier bescheiden wirken, besonders für 243 kg in fahrbereitem Zustand, aber das Drehmoment von 94 Nm, das bereits bei mittleren Drehzahlen verfügbar ist, erzählt eine andere Geschichte. Man fährt im Rollen, im dritten, im fünften Gang, es spielt keine Rolle, die Maschine drückt mit einer überraschenden Direktheit. Es ist nicht die Geschwindigkeit eines Vierzylinders aus Japan, sondern etwas Körperlicheres, Direkteres.
Man muss sich jedoch mit den Schwächen des Tieres abfinden. Das 6-Gang-Getriebe ist nicht präzise und erfordert eine feste, aber geduldige Hand, besonders am Kurvenausgang. Die Öhlins-Gabel, ausgezeichnet auf normalen Straßen, zeigt ihre Grenzen, wenn das Tempo deutlich zunimmt: Sie fehlt es an Steifigkeit für einen wirklich sportlichen Einsatz, und das unterbrochene Doppelrohrrahmenfahrgestell fördert keine chirurgische Präzision beim Fahren. Die V11 ist keine Improvisationsmaschine. Sie verzeiht späte Kurveneingänge wenig und erfordert eine vorausschauende Streckenbeurteilung. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine stimmige Maschine; wer sie grob behandelt, bleibt frustriert.
Die Bremsleistung hingegen ist nicht zu bemängeln. Die beiden 320-mm-Scheiben vorne greifen kräftig zu, und die 282-mm-Scheibe hinten sorgt für die Balance. Die Kardanantriebsachse eliminiert den Kettenwartungsaufwand und erweist sich als bemerkenswert weich im Betrieb. Für einen Tourenmotorradfahrer, der Kilometer verschluckt, ohne sich zu beeilen, ist das ein echter Komfort. Der Sitz mit 800 mm Höhe bleibt für die meisten Staturen erreichbar, und der 20,7-Liter-Tank bietet eine beruhigende Reichweite für lange Etappen, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h, die man problemlos auf einer freien Strecke erreicht.
Die V11 Le Mans Rosso e Nero Corsa richtet sich an einen erfahrenen Fahrer, der die emotionale Reise mehr als reine Leistung sucht. Es ist keine Maschine für Anfänger, noch für diejenigen, die davon träumen, bei Rascasse 9000 U/min anzuzeigen. Es ist ein Motorrad für Fahrer, die jeden Kilometer fühlen, die Kompromisse mit einem Lächeln akzeptieren und nach Hause fahren wollen, mit dem Gefühl, etwas Einzigartiges gefahren zu sein, anstatt etwas Effizientes. In einem Segment, in dem alles gleich aussieht, ist das schon eine seltene Qualität.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!