Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 992 cc
- Leistung
- 102.0 ch @ 8400 tr/min (74.5 kW)
- Drehmoment
- 88.0 Nm @ 6600 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5:1
- Bohrung × Hub
- 90.0 x 78.0 mm (3.5 x 3.1 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Federweg vorne
- 120 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 120 mm (4.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Dual disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 180/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Radstand
- 1450.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 235.00 kg
Übersicht
In der Dämmerung der 90er Jahre, als die Welt der Sportmotorräder ein Schlachtfeld für übermächtige Vierzylindermaschinen war, pflegten einige italienische Werkstätten eine herrliche Ketzerei. Magni, die Werkstatt des ehemaligen Mechanikers von Agostini, hat sich auf die Kunst spezialisiert, die Moto Guzzi in einen Flitzer zu verwandeln. Die Australia von 2001 stellt die Apotheose dieser Übung dar: einen luftgekühlten 90°-V2-Zylinder, der für die Straße konzipiert wurde, zu nehmen und ihn zu einem ernsthaften Konkurrenten für die japanischen Maschinen zu machen.

Das Herz des Biests ist dieser berühmte Guzzi-V2, auf 992 cm³ vergrößert. Mit seinen 102 PS bei 8400 U/min und seinem Drehmoment von 88 Nm, das bereits ab 6600 U/min verfügbar ist, wird er eine zeitgenössische Suzuki GSX-R 750 auf der Rennstrecke nicht bezwingen. Aber die Magie wirkt anderswo. Der Motor, montiert in einem speziellen Magni-Rahmen, dessen Geometrie geheim bleibt, treibt das Hinterrad über eine Kardanantriebswelle an. Diese einzigartige Architektur, kombiniert mit der Einspritzung, ergibt ein Motorrad mit einer Progressivität und Kurvenstabilität, die nur wenige Maschinen bieten können. Das Drehmoment ist immer da, weich und tiefgründig, und verwandelt jede Kurve in eine Übung der Flüssigkeit statt in einen Kampf gegen einen schreienden Motor.
Mit angegebenen 235 kg vollgetankt und einem Tankvolumen von 22 Litern ist die Australia keine Wespe. Es ist ein sportlicher Gran Turismo, gemacht für große Kurven und schnelle Strecken eher als für Zeitfahrten. Der Radstand von 1450 mm und die Sitzhöhe von 780 mm bestätigen diese Bestimmung. Das Fahrwerk mit seinen Reifen in 120 vorne und 180 hinten ist typisch für Sportmaschinen dieser Ära, aber die Bremsanlage, schlicht mit "Doppelscheibe vorne / Einzelscheibe hinten" angegeben, lässt auf eine Ausrüstung schließen, die mehr auf Effizienz als auf Rennsport ausgelegt ist. Die Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h ist respektabel und spiegelt gut den Kompromiss zwischen Aerodynamik und verfügbarer Leistung wider.
Eine Magni Australia zu fahren bedeutet, einen Pakt einzugehen. Man verzichtet auf die atemberaubenden Beschleunigungen der Honda CBR 900 RR und die stratosphärischen Drehzahlen der Yamaha YZF-R1. Im Gegenzug erhält man ein Motorrad mit einzigartigem Charakter, einem tiefen Klang und vorhersehbarem Verhalten, das sein Drehmoment auf der offenen Straße wie ein massives Argument einsetzt. Es ist die Sportmaschine für den Fahrer, der alte Mechanik liebt, der handwerkliche Ingenieurskunst zu schätzen weiß und für den jede Fahrt ein Abenteuer ist, nicht nur eine Hin- und Rückfahrt zum Drehzahlbegrenzer. Eine Maschine für den anspruchsvollen Sammler, der sie auch fährt – die perfekte Antithese zur Serienproduktion.
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