Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 98.0 ch @ 8500 tr/min (70.5 kW)
- Drehmoment
- 95.0 Nm @ 6500 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.0 x 62.4 mm (4.0 x 2.5 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular chromoly space frame, powder-coated
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chaîne
- Kupplung
- Wet multi-disc clutch, operated hydraulically
- Vorderradaufhängung
- WP USD
- Hinterradaufhängung
- WP monoshock PDS with hydr. spring preload
- Federweg vorne
- 250 mm (9.8 inches)
- Federweg hinten
- 255 mm (10.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 150/70-18
- Hinterreifendruck
- 2.60 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 920.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Radstand
- 1570.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 12 990 €
Übersicht
Als KTM Mitte der 2000er Jahre beschloss, das Segment der Reiseenduros anzugreifen, hatte niemand erwartet, dass die Österreicher auf kompromisslose Brutalität setzen würden. Die KTM 990 Adventure S, Jahrgang 2008, verkörpert diese Philosophie perfekt: einen V-Twin mit knapp einem Liter Hubraum nehmen, ihn in einen Rahmen stecken, der für die afrikanische Piste gebaut ist, und den Fahrer mit dem Rest allein lassen. Ein Programm, das auf dem Papier den Mund wässrig macht. Und auf der Straße bestätigt sich das.

Der V-Twin mit 999 cm3 Hubraum leistet 98 PS bei 8500 U/min und 95 Nm Drehmoment bei 6500 Touren. Zahlen, die die KTM 990 Adventure S im oberen Bereich platzieren, gegenüber einer BMW R 1200 GS derselben Epoche, die zwar leistungsstärker, aber auch schwerer und weniger bissig ist. Der österreichische Motor hat Charakter. Er vibriert, er knurrt, er schiebt kräftig ab mittleren Drehzahlen und bringt die Maschine auf 210 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Sechsganggetriebe mit Kettenantrieb mangelt es kalt manchmal an Präzision, doch es steckt die in zügigem Tempo gefressenen Kilometer klaglos weg. Das Verdichtungsverhältnis von 11,5:1 und die Kurzhub-Architektur (101 mm Bohrung bei 62,4 mm Hub) verraten ein Temperament, das auf hohe Drehzahlen ausgerichtet ist, was diesen Twin von den runderen Triebwerken der bayerischen Konkurrenz unterscheidet.
Bei dem Fahrwerk kennt KTM keine halben Sachen. Der leichte und steife Gitterrohrrahmen aus Chromoly trägt dazu bei, das Trockengewicht bei 199 kg zu halten. Das ist bemerkenswert für eine Maschine dieser Hubraumklasse mit einem 22-Liter-Tank. Die WP-Federelemente, eine Upside-down-Gabel vorne und ein PDS-Zentralfederbein mit hydraulischer Vorspannung hinten, bieten großzügige Federwege, die es erlauben, tatsächlich abseits befestigter Wege zu fahren. Die Bereifung in 90/90-21 vorne und 150/70-18 hinten unterstreicht die Geländetauglichkeit der Maschine. Gegenüber einer Yamaha Super Ténéré oder einer Honda Varadero zeigt sich die 990 Adventure S deutlich glaubwürdiger, wenn der Asphalt aufhört. Die Bremsanlage mit einer Doppelscheibe mit ABS vorne und einer Einzelscheibe mit ABS hinten erweist sich als effektiv, auch wenn die Verzögerungsleistung an der Vorderradbremse anfänglich manchmal etwas Biss vermissen lässt.

Die Sitzhöhe von 920 mm ist der Kritikpunkt. Fahrer unter einem Meter achtzig werden kaum beide Füße flach auf den Boden bekommen, und die Maschine bietet keine einfache Einstellmöglichkeit, um die Sitzbank abzusenken. Das ist eine bewusste Entscheidung von KTM: Bodenfreiheit geht vor Zugänglichkeit. Der Radstand von 1570 mm sorgt für beruhigende Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und bewahrt gleichzeitig eine ordentliche Handlichkeit auf Schotterwegen. Dieses Motorrad richtet sich eindeutig an erfahrene Globetrotter, an jene, die eine Rallye in Marokko ebenso in Betracht ziehen wie eine Tour über zerfurchte Alpenstraßen. Anfänger sollten die Finger davon lassen – die hohe Sitzbank und der lebhafte Motorcharakter verzeihen keine Ungenauigkeiten.

Zum damaligen Preis von 12 990 Euro positionierte sich die KTM 990 Adventure S leicht unterhalb der R 1200 GS und bot dabei ein radikal anderes Erlebnis. Weniger vielseitig als die Bayerin für den Soziusbetrieb und lange Autobahnstrecken, nimmt sie ihre Revanche, sobald die Straße schlechter wird. Es ist eine Maschine, die Einsatz verlangt, die den aktiven Fahrer belohnt und Nachlässigkeit bestraft. Genau das, was man von einer KTM erwartet.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Autriche
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