Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 98.0 ch @ 8500 tr/min (70.5 kW)
- Drehmoment
- 95.0 Nm @ 6500 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 101.0 x 62.4 mm (4.0 x 2.5 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Carburettor. Mikuni BST 40
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Schmierung
- Pressure lubrication
- Zündung
- Kokusan digital DC-CDI
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular chromoly space frame, powder-coated
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- WP USD
- Hinterradaufhängung
- WP monoshock PDS with hydr. spring preload
- Federweg vorne
- 115 mm (4.5 inches)
- Federweg hinten
- 185 mm (7.3 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 150/70-18
- Hinterreifendruck
- 2.60 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 915.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Radstand
- 1570.00 mm
- Bodenfreiheit
- 316.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 12 990 €
Übersicht
Wer konnte 2007 ernsthaft den Anspruch erheben, es mit der BMW R 1200 GS im Segment der hubraumstarken Reiseenduros aufzunehmen, ohne sich mit einer Statistenrolle zu begnügen? KTM, natürlich. Mit der 990 Adventure S begnügte sich der österreichische Hersteller nicht damit, eine Alternative anzubieten. Er legte ein gewichtiges Argument auf den Tisch, oder besser gesagt ein leichtgewichtiges: 199 kg trocken, während die Bayerin gut zwanzig Kilo mehr auf die Waage brachte. Das ist kein Detail, wenn es um Maschinen geht, die den Asphalt verlassen sollen.

Unter dem Gitterrohrrahmen aus Chromoly liefert der LC8-Twin mit 999 cm³ Hubraum 98 PS bei 8500 U/min und vor allem 95 Nm Drehmoment ab 6500 Touren. Diesen Motor kennt man – es ist der der Super Duke, nur dezent auf Abenteuer umkalibriert. Er schiebt kräftig an, vibriert ein wenig, er hat Charakter. Das Ansprechverhalten am Gasgriff bleibt direkt, manchmal sogar etwas ruppig im ersten und zweiten Gang. Die sechs Gänge und der Kettenantrieb verraten die KTM-Philosophie: Leistung zuerst, Komfort danach. Die Wahl der Kette statt eines Kardans ist ein bewusster Kompromiss. Weniger Gewicht, mehr Wartungsaufwand. Jeder muss selbst entscheiden, wo er die Prioritäten setzt.
Das Fahrwerk war eine Klasse besser als das, was die japanische Konkurrenz damals zu bieten hatte. Die WP-Federelemente – Upside-down-Gabel vorne und PDS-Zentralfederbein mit hydraulischer Vorspannung hinten – bieten großzügige Federwege und ein gutmütiges Verhalten auf ramponierten Pisten. Die Bodenfreiheit von 316 mm erlaubt Passagen, die kaum eine andere Reiseenduro dieser Hubraumklasse ohne Hintergedanken in Angriff nehmen kann. Die Felgen in 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten unterstreichen die Geländeberufung. Von einer verkleideten Straßenenduro ist man hier weit entfernt. Allerdings nimmt die Sitzhöhe von 915 mm eine natürliche Auslese vor. Unter einem Meter fünfundsiebzig empfiehlt es sich, Stiefel mit dicker Sohle einzuplanen oder einen Besuch beim Sitzbank-Spezialisten für eine abgeflachte Sitzbank.

Der 22-Liter-Tank ermöglicht vernünftige Etappen, auch wenn sich der österreichische Twin durstiger zeigt als ein deutscher Boxer, sobald man kräftig am Gasgriff dreht. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h ist bei diesem Maschinentyp nebensächlich, zeugt aber vom Potenzial des Motors. Auf der Autobahn hält die KTM 990 Adventure S problemlos mit, auch wenn der Windschutz im Vergleich etwa zu einer Triumph Tiger 1050 noch Verbesserungspotenzial bietet. Die Bremsanlage mit Doppelscheibe vorne und Einzelscheibe hinten erweist sich als wirkungsvoll, ohne jedoch so bissig zuzupacken, wie man es von einer Maschine mit dem Stempel Ready to Race erwarten würde.

Zum damaligen Preis von 12.990 Euro war die Rechnung gesalzen, aber gerechtfertigt durch eine überdurchschnittliche Serienausstattung und echte Offroad-Fähigkeiten – nicht bloß durch einen Aufkleber auf dem Tank suggeriert. Die 990 Adventure S richtete sich an anspruchsvolle Globetrotter, an jene, die eine Maschine wollen, die Marokko durchqueren und anschließend über die Autobahn nach Hause fahren kann, ohne das Gefährt zu wechseln. Keine Reiseenduro für Anfänger, keine reinrassige Enduro. Ein Reisewerkzeug, zugeschnitten auf alle, die sich weigern, zwischen Piste und Straße zu wählen – mit jenem Extraportion Charakter, die nur ein österreichischer Twin zu bieten weiß.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Autriche
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