Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 293 cc
- Motortyp
- Monocylindre, 2 temps
- Kühlung
- liquide
- Bohrung × Hub
- 72 x 72 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Cadre tubulaire central en acier au chrome-molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø 48 mm 4CS, déb : 300 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP PDS, déb : 335 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 140/80-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 960.00 mm
- Tankinhalt
- 9.50 L
- Trockengewicht
- 102.10 kg
- Neupreis
- 8 995 €
Übersicht
Stellen Sie sich sechs Tage Schlamm, Steine und slowakische Wälder vor, mit einem 293 cm3 großen Zweitakter in einem orangefarbenen Rahmen als einzigem Rettungsanker. Genau das ist der Kontext, aus dem die KTM 300 EXC 6 Days in der Version 2016 entstanden ist, eine Sonderedition, die rund um die International Six Days of Enduro entwickelt wurde – jenes mythische Rennen, das Jahr für Jahr als Gradmesser für die gesamte Weltelite dient. KTM ist dort nicht zufällig gelandet: Der österreichische Hersteller sammelt seit Jahrzehnten Titel im Geländesport, und diese Six Days Edition ist weniger ein Marketingargument als eine Zusammenfassung von Wettbewerbs-Know-how, das direkt auf eine Serienmaschine übertragen wurde.

Was zuerst auffällt, ist das Gewicht. Oder vielmehr dessen Abwesenheit. 102 Kilogramm trocken, für eine Maschine, die einen quadratischen Einzylinder-Zweitakter mit 72 x 72 mm Bohrung und Hub sowie ein Sechsganggetriebe beherbergt – das Verhältnis zwischen beidem gibt unmittelbar Aufschluss darüber, was der Fahrer im Sattel spürt. Die Sitzhöhe beträgt 960 mm, was diese Maschine klar in die Kategorie mittlerer bis großer Körperstature einordnet und Neulinge faktisch ausschließt. Diese KTM 300 EXC 6 Days verzeiht Unvorsichtigen nichts. Sie verlangt Erfahrung, echtes Geländelesen und trainierte Reflexe. Gasgas oder Husqvarna bieten Alternativen in dieser Hubraumklasse, doch keine zeigt eine so konsistente Abstimmung zwischen Fahrwerk und Motorisierung.
Die Federung verdient eine eingehendere Betrachtung. Die 48-mm-Upside-Down-Gabel von WP mit 4CS-Technologie bietet 300 mm Federweg vorne, während der PDS-Monodämpfer mit Direktanlenkung am Schwingarm hinten 335 mm schluckt. Das Besondere der 4CS liegt in ihren vier unabhängigen Kammern, die Druck- und Zugstufe trennen, was die Einstellung vereinfacht und gleichzeitig die Dämpfungskonstanz auf langen Wertungsprüfungen verbessert. Ein Fahrer, der sein Terrain kennt, kann das Verhalten der Maschine mit wenigen Klicks anpassen, ohne irgendetwas zu demontieren. Das ist ein echter Mehrwert für harten Enduro, dort wo eine launische Gabel eine technische Sonderprüfung zum Albtraum machen kann.
Die Bremsanlage von Brembo stützt sich vorne auf eine schwimmend gelagerte 260-mm-Scheibe mit Zweikolbensattel und hinten auf eine solide 220-mm-Scheibe mit Einzelkolben. Die Wahl einer hinteren Scheibe ohne Aussparungen folgt einer präzisen Wettbewerbslogik: bessere thermische Belastbarkeit auf langen Sonderprüfungen, kontrollierter Belagverschleiß unter extremen Bedingungen. Der 9,5-Liter-Tank ist auf vernünftige Reichweiten im Wettbewerb ausgelegt, ohne die Maschine unnötig zu beschweren. Mit den Giant-Rädern aus 7050-Aluminium mit CNC-gefrästen Naben und den in Partnerschaft mit der Marke entwickelten Metzeler-Reifen ist das Fahrwerk auf Grip und Haltbarkeit ausgelegt, nicht auf Kompromisse.
Zu 8.995 Euro wendet sich diese Maschine nicht an Sonntagsausflügler im Schlamm. Es ist ein Spezialistenwerkzeug, konzipiert für Fahrer, die die Sprache des Zweitakters bereits beherrschen und ein Fahrwerk suchen, das auf anspruchsvollstem Terrain mithalten kann. Der orangefarbene Chrom-Molybdän-Stahlrahmen in Factory-Ausführung, die CNC-gefrästen und eloxierten Gabelbrücken, der Camel-Sattel und der Unterfahrschutz sind Serienausstattungen, die man sonst nur bei privaten Aufbauten findet. Dass all das ab Werk geliefert wird, sagt viel über die Ambitionen von KTM aus. Zehn Jahre nach ihrer Markteinführung werden gut gepflegte Exemplare der KTM 300 EXC 6 Days auf dem Gebrauchtmarkt noch immer heiß gehandelt – Beweis dafür, dass diese Generation Grundlagen gelegt hat, die spätere Weiterentwicklungen manchmal kaum zu übertreffen vermögen. Das ist kein Straßenmodell im Geländegewand. Es ist genau das Gegenteil.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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