Schlüsselleistung
Technische Daten
- Drehmoment
- 64.0 Nm @ 3300 tr/min → 62.8 Nm @ 3300 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke → V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid → liquide
- Ventile/Zylinder
- 2 → 4
- Kraftstoffsystem
- Injection → —
- Steuerung
- Single Overhead Cams (SOHC) → —
- Starter
- — → Electric
- Endantrieb
- Chain (final drive) → Chaîne
- Hinterradbremse
- Expanding brake (drum brake) → Freinage tambour Ø 180 mm
- Vorderreifen
- 130/90-H16 → 130/90-16
- Hinterreifen
- 140/90-H16 → 140/90-16
- Sitzhöhe
- 720.00 mm → 705.00 mm
- Radstand
- 1600.00 mm → —
Motor
- Hubraum
- 805 cc
- Leistung
- 56.0 ch @ 7000 tr/min (40.1 kW)
- Drehmoment
- 62.8 Nm @ 3300 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 66.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- double berceau en acier étiré
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc
- Hinterradbremse
- Freinage tambour Ø 180 mm
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 140/90-16
- Hinterreifendruck
- 2.00 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 705.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 245.00 kg
- Trockengewicht
- 235.00 kg
- Neupreis
- 7 499 €
Übersicht
Zurück in der Mitte der neunziger Jahre, als der amerikanische Stil über den Atlantik schwappt und sich die japanischen Hersteller beeilen, sich ihr Stück vom Cruiser-Kuchen abzuschneiden. Kawasaki zieht 1996 die VN 800 Classic aus dem Ärmel, und das Motorrad wird mit bemerkenswerter Konstanz bis 2006 im Programm bleiben, die Jahrgänge 1997, 1998, 1999, 2001 sowie die späteren Versionen 2005 und 2006 ohne größere Änderungen durchlaufend. Konzipiert, um mit der Suzuki Marauder 800, der Honda Shadow 750 und der Yamaha Drag Star 650 zu konkurrieren, nimmt sie eine selbstbewusste Haltung ein, irgendwo zwischen sonntäglicher Spazierfahrt und Parade durch die Innenstadt. Ihr Preis von 7499 Euro im Katalog 2002 positioniert sie im oberen Mittelfeld der japanischen Customs jener Zeit, ohne in Extravaganz zu verfallen.

Unter dem Fünfzehn-Liter-Tank leistet ein V-Zweizylinder mit 805 cm³ 56 PS bei 7000 Umdrehungen und liefert ein Drehmoment von 62,8 Nm bereits ab 3300 Umdrehungen. Die Zahlen wirken bescheiden, doch die Mechanik gleicht das durch eine in dieser Kategorie seltene Geschmeidigkeit aus. Mit einer kurzen Bohrung von 88 mm und einem Hub von 66,2 mm dreht der V2 mit vier Ventilen pro Zylinder kraftvoll hoch, während die meisten seiner Rivalinnen früher die Puste verlieren. Der Tacho klettert bis auf 167 km/h in der Spitze, was mehr als ausreicht, um Landstraßen zu verschlingen. Das Fünfganggetriebe wirkt angesichts der sich anderswo durchsetzenden sechs Gänge etwas angestaubt, doch der Kettenantrieb bleibt wartungsfreundlich und gutmütig.
In puncto Optik hat sich Kawasaki keine Komplexe auferlegt. Die Silhouette bedient sich ungeniert aus der Harley-Ikonografie der fünfziger Jahre: dickes Vorderrad in 130/90-16, gut sichtbare Gabelholme von 41 mm, umhüllendes Schutzblech, gewölbte Doppelsitzbank und tropfenförmiger Tank. Selbst die Abdeckung des Luftfilters sieht aus, als käme sie direkt aus einem Händlerbetrieb in Milwaukee. Diese stilistische Abstammung ist ebenso Trumpf wie Eingeständnis. Der Hersteller aus Akashi hat verstanden, dass der Custom-Käufer zuallererst ein Image will, und er liefert es ohne Aufpreis.
Auf der Straße sind die 245 Kilo vollgetankt schnell vergessen, sobald das Motorrad an Fahrt gewinnt, dank eines bodennahen Schwerpunkts und einer Sitzbank, die nur 705 mm hoch thront. Kleinere Fahrer und Anfänger finden rasch ihren Platz, während Tourenfahrer die entspannte Sitzposition und die Fähigkeit des Zweizylinders schätzen, bei niedrigen Drehzahlen zu schnurren. Die Bremsanlage mit ihrer einzelnen Scheibe vorn und der 180-mm-Trommel hinten verrät hingegen ihr Alter. Man sollte vorausschauend fahren, besonders zu zweit. Die Federung, Telegabel mit 150 mm Federweg und Zentralfederbein mit 100 mm, verrichtet ihre Arbeit, ohne zu glänzen.
Auf dem Gebrauchtmarkt bleibt die Kawasaki VN 800 Classic heute eine ehrliche Sache für alle, die eine Custom suchen, um sie ohne Ruin zu personalisieren. Ältere Jahrgänge lassen sich zu kleinen Preisen aufstöbern, die letzten Baujahre halten einen besseren Wiederverkaufswert. Der Zubehörkatalog bleibt reichhaltig: Komfortsitzbank, freier Auspuff, Satteltaschen – genug, um das Motorrad nach Geschmack des Besitzers umzugestalten. Die Foren und Clubs der Besitzer sind reich an detaillierten technischen Datenblättern und Erfahrungsberichten. Gegenüber einer oft geschliffeneren, aber faderen Shadow bewahrt die VN einen besonderen Charme, den einer japanischen Custom, die nie versucht hat, ihre Inspirationen zu verbergen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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