Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 101.0 ch @ 8000 tr/min (73.7 kW)
- Drehmoment
- 90.0 Nm @ 8000 tr/min
- Motortyp
- V4, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.0:1
- Bohrung × Hub
- 81.0 x 48.5 mm (3.2 x 1.9 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection. PGM-DSFI electronic fuel injection with 48mm throttle bodies
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Diamond, aluminium
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Dry, multiplate with coil spring
- Vorderradaufhängung
- Telescopic with gas-charged TTX25 (Ohlins) spring preload ,compression and rebound damping adjustment, 130mm stroke
- Hinterradaufhängung
- Pro-Link with gas-charged TTX36 (Ohlins) spring preload, compression and rebound damping adjustment, 64mm stroke
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. Brembo. Hydraulic. Four-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc. Brembo. Hydraulic. Two-piston calipers.
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 190/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Radstand
- 1465.00 mm
- Bodenfreiheit
- 120.00 mm
- Länge
- 2010.00 mm
- Breite
- 790.00 mm
- Höhe
- 1120.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Trockengewicht
- 172.00 kg
Übersicht
Motorräder sind nicht dazu bestimmt, verkauft zu werden. Sie existieren, um zu zeigen, dass das Mögliche das Angemessene übersteigt, dass die Technologie der Boxengasse auf öffentliche Straßen gelangen kann, zumindest in der Theorie. Die Honda RC213V-S gehört zu dieser äußerst seltenen Kategorie von Prestige-Maschinen, zu denen man nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Überzeugung, fast aus Glauben kauft. Das technische Datenblatt der Honda RC213V-S spricht für sich: ein 999 cm³ V4-Motor, ein perimeter Aluminium-Doppelrohrrahmen, der in seiner Philosophie dem der MotoGP-Prototypen entspricht, Öhlins-Federungen an beiden Enden und ein kompakter Radstand von 1435 mm. Das Ganze wiegt 188 kg fahrfertig zu einem Preis, der schwindelerregend ist: 188.000 Euro, was dem entspricht wie drei neue Panigale V4 R.

Der Preis für eine neue Honda RC213V-S ist keine Farce oder Marketingprovokation. Es ist einfach der Preis für die Technologie, wenn sie das Werkstattgebäude der Marke verlässt, neben Marquez, um die öffentliche Fahrbahn zu erreichen. Honda ging wie Ducati mit seiner Desmosedici RR vor: den Prototypen in einer Kleinserienproduktion anzupassen, mit den minimal notwendigen Zugeständnissen, um eine Zulassung zu erhalten. Ein Scheinwerfer verschließt den erzwungenen Lufteinlass, ein Elektrostarter erscheint, ein Seitenständer, ein Schalldämpfer mit Katalysator. Die Silhouette bleibt die des Prototyps, unberührt, einschüchternd, mit ihrem hohen Sitz von 830 mm und einem Tank von 21 Litern.
Was polarisiert, ist die angegebene Leistung. Der V4-Motor in Straßenkonfiguration leistet 159 PS bei 11.000 U/min und 102 Nm bei 10.500 U/min. Auf dem Papier ist das weniger als eine CBR 1000 RR der damaligen Zeit und deutlich hinter den 200 PS zurück, die heute bei Hypersportlern zum Standard geworden sind. Honda hat den pneumatischen Antrieb und das sequenzielle Getriebe aufgegeben, um die Maschine bändiger zu machen. Man versteht die Logik. Man akzeptiert die Realität nur schwer, wenn man eine solche Summe bezahlt hat. Aber wie die RC 30 und RC 45 vor ihr, offenbart die Honda RC213V-S mit dem optionalen Racing-Kit ihren wahren Charakter: 13.000 Euro zusätzlich, um auf 215 PS bei 13.000 U/min zu kommen, die Maschine auf 160 kg zu reduzieren und in den Kreis der Prototypen zu gelangen. Dort nimmt der V4 seine wahre Natur wieder an, dort hört die theoretische Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h auf, eine Zahl zu sein.

Das Fahrwerkssegment verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Öhlins-Teleskopgabel und der Öhlins Pro-Link Monoschwingarm repräsentieren das Beste, was es in der Serie gibt. Die Carbon-Bremsscheiben vorne beeindrucken auf dem Papier; sie sind jedoch wenig geeignet für die niedrigen Temperaturen des Alltags, was das Positionierung dieser Maschine ganz gut zusammenfasst. Die Honda RC213V-S ist kein Tourenmotorrad, nicht einmal ein Sportmotorrad im eigentlichen Sinne. Es ist ein Sammlerstück mit Fahrberechtigung, das für eine Handvoll Enthusiasten bestimmt ist, die es sich leisten können, das zu besitzen, was andere im Fernsehen sehen.
Die Frage, wie viel die Honda RC213V-S kostet, kommt oft mit einer gewissen Ungläubigkeit in der Stimme auf. 188.000 Euro neu, ein gebrauchter Honda RC213V-S-Markt, der weiterhin diskret bleibt, Preise, die kaum fallen. Das ist das Paradox dieser Außergewöhnlichen Maschinen: Sie sind für den Kauf unerschwinglich, behalten aber einen historischen Wert, den gewöhnliche Sportmotorräder nie erreichen werden. Für den durchschnittlichen Fahrer bleibt die RC213V-S ein Bild aus der Boxengasse, ein V4-Brüllen in einer Kurve von Barcelona. Für die wenigen Auserwählten, die bereits im Juli 2015 einen Kaufauftrag aufgegeben haben, ist es ein Museumsstück, das immer noch gerne an sonnigen Tagen aus der Garage geholt wird.
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