Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1801 cc
- Leistung
- 92.0 ch @ 5010 tr/min (67.7 kW)
- Drehmoment
- 145.1 Nm @ 4000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 101.6 x 111.1 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche telescopique Ø 41 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs sous le moteur, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 140/75-17
- Hinterreifen
- 200/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 670.00 mm
- Tankinhalt
- 22.70 L
- Gewicht
- 333.00 kg
- Trockengewicht
- 320.00 kg
- Neupreis
- 23 390 €
Übersicht
Was treibt Harley-Davidson dazu, seinen größten Twin freizugeben und ihn in eines seiner ikonischsten Modelle einzubauen? Die Antwort passt in einen Buchstaben: S, wie Screamin' Eagle. Mit dem Fat Boy S Jahrgang 2017 fährt Milwaukee schweres Geschütz auf und spendiert seiner markantesten Silhouette im Katalog einen Motor, der bislang den CVO-Serien vorbehalten war – jenen halbhandwerklich gefertigten Maschinen, die zu Goldpreisen verkauft werden. Der Twin Cam 110 mit 1801 cm3 ersetzt den 1690er des Standard-Fat Boy, und der Unterschied beschränkt sich nicht auf ein paar Kubikzentimeter. Die Rede ist von 92 PS und vor allem 145 Nm Drehmoment, die bereits ab 4000 U/min bereitstehen. Dieser V2 im 45°-Winkel mit Ausgleichswelle schickt seine Kavallerie mit einer Autorität los, die der Vorgängermotor nicht für sich beanspruchen konnte. Auf dem Papier wirkt der Zugewinn bescheiden. Im Sattel wechselt der Schub in eine andere Liga.

Optisch hat diese S-Version ihr Lager gewählt: das der Dunkelheit. Chrom, historisches Markenzeichen der Firma, ist Mangelware. Das vollständig schwarze Kleid verschluckt die durchbrochenen Speichenräder vom Fat Boy Special, die Motorgehäuse, die Shotgun-Auspuffanlage, den Stahl-Doppelschleifenrahmen. Nur einige wenige metallische Akzente bestehen fort, fast zufällig. Der mit Screamin' Eagle gestempelte Luftfilter thront stolz auf der rechten Seite und lässt dunkle Zylinder erahnen, deren sorgfältig gefräste Kühlrippen sich abzeichnen. Das Ergebnis ist massiv, beinahe einschüchternd. Dieser Softail pflegt eine physische Präsenz, die nur wenige Cruiser erreichen können – selbst bei der japanischen oder indischen Konkurrenz.
Sprechen wir genau über diese Präsenz. Mit 333 kg fahrfertig kennt der Fat Boy S keine Zurückhaltung. Der 200-mm-Hinterreifen und der 140er vorne verleihen eine spektakuläre optische Standfestigkeit, doch die Handlichkeit zahlt die Rechnung. Bei niedrigen Geschwindigkeiten erfordern Rangiermanöver Erfahrung. Die 41-mm-Telegabel bietet 130 mm Federweg, während die beiden unter dem Motor verborgenen Stoßdämpfer sich mit 86 mm Hub begnügen. Von Touring-Komfort ist man weit entfernt, und zerfahrene Straßen werden schnell die Grenzen des Fahrwerks aufzeigen. Die Sitzbank, auf nur 670 mm Höhe angebracht, erlaubt auch kleineren Staturen, die Füße flach aufzusetzen – bei dem Gewicht dieses Geräts kein Luxus.
In Sachen Technologie hat Harley einen Teil seines Rückstands aufgeholt. ABS ist serienmäßig, der Tempomat ebenfalls. Die Bremsanlage, aufgebaut um eine 300-mm-Frontscheibe mit Vierkolben-Sattel und eine 292-mm-Heckscheibe, profitiert von einem spürbar reduzierten Hebelaufwand gegenüber früheren Generationen. Die elektronische Drosselklappe ersetzt den mechanischen Seilzug, und das H-D Smart-Diebstahlschutzsystem vervollständigt das Paket. Man bleibt dennoch bei einer einfachen Architektur: zwei Ventile pro Zylinder, Sechsganggetriebe und Riemenantrieb. Der 22,7-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite, auch wenn der V-Twin zum Trinken neigt, wenn man ihn fordert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h – ein ehrlicher Wert, der jedoch bestätigt, dass dieser Fat Boy S nicht für die Autobahn gemacht ist.
Bei 23 390 Euro ist die Rechnung gesalzen. Man betritt eine Zone, in der Triumph Thunderbird und Indian Chief Dark Horse solide Argumente liefern, teils mit großzügigerer Ausstattung oder ausgereifterem Fahrverhalten. Doch keine von ihnen besitzt diese Silhouette, die jeder auf hundert Meter erkennt, dieses dumpfe Grollen des amerikanischen V-Twin beim Anlassen, diese Art, jede Fahrt in ein Statement zu verwandeln. Der Fat Boy S richtet sich nicht an Fahrer auf der Suche nach reiner Performance oder Vielseitigkeit. Er spricht die Liebhaber schwerer Custom-Bikes an, jene, die mit weit ausgestellten Ellbogen an einem breiten Lenker fahren wollen, die Stiefel fest auf großzügigen Trittbrettern abgestellt, mit der ruhigen Gewissheit, ein Stück Milwaukee-Geschichte zu pilotieren. Seine Schwächen gehören zum Charakter. Und genau diesen Charakter kauft man.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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