Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 996 cc
- Leistung
- 113.0 ch @ 8750 tr/min (82.5 kW)
- Drehmoment
- 95.5 Nm @ 7000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.6:1
- Bohrung × Hub
- 98.0 x 66.0 mm (3.9 x 2.6 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Desmodromic valve control
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular steel trellis
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Showa 43 mm fully adjustable upside-down fork with TiN surface treatment
- Hinterradaufhängung
- Progressive linkage with Showa fully adjustable monoshock. Aluminium single-sided swingarm
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 148 mm (5.8 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 180/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Radstand
- 1440.00 mm
- Länge
- 2121.00 mm
- Höhe
- 1222.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 193.00 kg
- Trockengewicht
- 193.00 kg
- Neupreis
- 12 495 €
Übersicht
Vor einem Jahrzehnt wurde der Roadster von einem Tier mit entblößter Silhouette aus der Bahn geworfen. Ducati hatte mit seinem Monster 900 einen Sprengstoff gelegt. Aber bei den Italienern reicht eine gute Idee nie aus, man muss sie zwanghaft machen. Deshalb wurde das Herz einer 916 eingepflanzt, was zur Monster S4 führte. Und dann, als ob man jede Logik herausfordern wollte, wurde noch einen Schritt weitergegangen. So entstand 2004 die S4 R, ein Tier, das alles andere als ein Spielzeug ist: Man installierte ihr schlichtweg das 996 cm³ V2-Aggregat, das der Superbike-Meisterschaften gehörte, den Motor, der unter Fogarty heulte. Das Ergebnis? Ein Roadster, der nur so heißt, aber dessen Seele reinrassig pistenorientiert ist.

Visuell fällt sie nicht auf. Der einteilige Aluminium-Schwingarm, geerbt von der 900 MH, ist ein Kunstwerk der Mechanik. Die beiden angehobenen, angrenzenden Auspufftöpfe verleihen ihr eine aggressive Haltung. Der einzige ästhetische Wermutstropfen ist der voluminöse Katalysator, der die reine Linie verunstaltet. Aber das Wesentliche liegt unter dem Tank: dieses 996 cm³ Twin ragt überall hervor und verspricht rohe Empfindungen. Mit 113 PS bei 8750 U/min und einem Drehmoment von 95,5 Nm sind die Zahlen aussagekräftig. Auf der Waage bringen die 193 kg vollgetankt sie nicht auf Federfüße, aber ihre Massenkonzentration und der Radstand von 1440 mm verleihen ihr eine überraschende Agilität in Kurven.
Auf kurvenreichen Straßen verhält sie sich wie ein Sportmotorrad im Verkleidungskleid. Die vollständig einstellbare Showa-Telegabel mit 43 mm Durchmesser und der progressive Einarm-Mono-Stoßdämpfer bieten ein präzises Fahrgefühl. Einmal in der Kurve, wünscht man sich jedoch etwas mehr Stabilität. Es ist keine schlecht platzierte Nervosität, sondern ein etwas zu lebhafter Charakter, der eine feste Hand erfordert. Das Tier ist nicht böse, es ist nur anspruchsvoll. Und wenn man Gas gibt, wird alles klar. Der V2-Motor liefert sein Drehmoment mit einer verheißungsvollen Großzügigkeit ab und explodiert dann in den oberen Drehzahlen mit einer Wut, die an das ursprüngliche 996 erinnert. Die Bremsanlage, die einem Brembo-System anvertraut ist, ist von exemplarischer Wirksamkeit und Progressivität, deutlich besser als die der Monster 1000 der damaligen Zeit.
Die Fahrposition ist typisch für Nake-Sportler: leicht nach vorne geneigt bietet der tiefe Lenker eine direkte Kontrolle. Aber es ist eine Italienerin, mit all ihren Reizen und Mängeln. Die Bedienelemente wurden weicher, außer der hydraulischen Kupplung, die notorisch hart bleibt, eine Erinnerung daran, dass der Komfort nicht Priorität hatte. Auf schnelleren Straßen offenbart die S4 R ihren wahren Charakter. Sie verschluckt den Asphalt mit einer beeindruckenden Endgeschwindigkeit und einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h, die keine Täuschung ist. Im Vergleich zu ihrer Schwester S4 ist sie deutlich böser, radikaler. Die Verarbeitung ist nicht außergewöhnlich, aber das ist nicht der Punkt. Zu einem Preis von fast 12.500 Euro damals kostete sie fast so viel wie ein reiner Sportmotorrad, bot aber ein viel aufregenderes und immersiveres Erlebnis.
Dieser Roadster ist eindeutig nicht für die Stadt oder den täglichen Gebrauch gemacht. Mit einem 15-Liter-Tank und einem Sitz in 800 mm Höhe richtet er sich an den sportlichen Tourenfahrer oder den Adrenalinjunkie, der die Aufregung eines Superbikes ohne extreme Position sucht. Im Vergleich zu Konkurrenten wie der Honda Hornet 900 oder der Yamaha FZ1, die kultivierter und vielseitiger sind, übernimmt die Monster S4 R voll und ganz ihre Rolle als Maschine für Liebhaber, anspruchsvoll, brutal und terribel charismatisch. Sie ist ein Verteiler reiner Emotionen, ein Konzentrat mechanischen Wahnsinns, das keine Gnade kennt, aber Ihnen Erinnerungen fürs Leben schenkt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!