Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 803 cc
- Leistung
- 75.0 ch @ 8250 tr/min (55.2 kW)
- Drehmoment
- 69.6 Nm @ 6250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 10.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 66 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tube d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 45 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur type Cantilever, déb : 136 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 245 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 170/60-17
- Hinterreifendruck
- 2.10 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Trockengewicht
- 183.00 kg
- Neupreis
- 8 995 €
Übersicht
Was trieb Ducati Mitte der 2000er Jahre dazu, seine Supersport-Baureihe in kleinen Schritten statt durch eine Revolution weiterzuentwickeln? Die Ducati 800 SS, die 2003 erschien und 2004 verfeinert wurde, verkörpert diese Philosophie perfekt. Als Nachfolgerin der 750 SS hat Bologna das Rad nicht neu erfunden. Das Werk begnügte sich damit, den Hub des 90°-L-Twins zu verlängern, um 803 cc zu erreichen – bei einer Bohrung von 88 mm und einem Hub von 66 mm. Das Ergebnis spricht für sich: 75 PS bei 8250 U/min und 69,6 Nm Drehmoment bei 6250 U/min, also rund zehn PS mehr als bei der 750 und ein Leistungszuwachs, der die Höchstgeschwindigkeit auf 225 km/h hebt. Auf dem Papier nichts Spektakuläres, aber genug, um den Charakter der Maschine zu verändern.

Der wahre Fortschritt dieser Ducati 800 SS liegt in der Laufkultur des Motors. Während die 750 nach hohen Drehzahlen verlangte, um ihr Potenzial freizugeben, zieht die 800 SS ie sauber ab 2500 U/min durch. Der Zweizylinder mit zwei Ventilen pro Zylinder und einer Verdichtung von 10,3:1 liefert ein großzügiges, lineares Drehmoment, das den Alltag in der Stadt wie auf der Landstraße erleichtert. Gepaart mit einem gut abgestuften 6-Gang-Getriebe und einem unkomplizierten Kettenantrieb bietet sie einen deutlich höheren Fahrkomfort als ihre Vorgängerin. Man findet beinahe das Temperament der alten 900 SS wieder – in einem zugänglicheren Paket, das sich im Alltag leichter ausreizen lässt.
Beim Fahrwerk setzt die Ducati 800 SS 2004 auf einen Gitterrohrrahmen aus Stahl, ein Hausrezept aus Bologna. Die 45-mm-Upside-down-Gabel bietet 120 mm Federweg, während das Cantilever-Federbein über 136 mm arbeitet. Die Bremsanlage besteht vorne aus zwei 320-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln, hinten aus einer einzelnen 245-mm-Scheibe. Mit 183 kg Trockengewicht, bereift in 120/70-17 und 170/60-17, bleibt die Maschine leicht und agil. Die auf 815 mm thronende Sitzbank passt nicht zu jeder Körpergröße, und der 16-Liter-Tank begrenzt die Reichweite. Komfort einer Tourenmaschine sucht man hier vergeblich: Die Sitzposition bleibt sportlich, die Ausstattung spartanisch – ganz in der Tradition der Ducati 800 SS Supersport.
Der Katalog bot mehrere Varianten. Voll- oder halbverkleidet, je nach Geschmack, dazu eine Sport-Version mit abweichender Ausstattung: Marzocchi-Gabel statt Showa, Boge-Dämpfer statt Sachs, Drei- statt Fünfspeichen-Felgen, Stahl-Schwinge anstelle von Aluminium. Unterschiede, die den Charakter prägen, ohne die Basis grundlegend zu verändern. Wer heute eine Ducati 800 SS gebraucht sucht, sollte den Zustand der Desmo-Steuerung im Auge behalten – ein unverzichtbarer Wartungsposten bei Ducati. Die Zuverlässigkeit der Ducati 800 SS ist solide, vorausgesetzt der Wartungsplan wird eingehalten, was die Preisunterschiede auf dem Gebrauchtmarkt erklärt.
An wen richtet sich diese Maschine? Nicht an Anfänger, trotz einer Leistung, die unter bestimmten Bedingungen A2-tauglich ist. Eher an Fahrer, die sich weiterentwickeln, ihre Fahrtechnik auf der Straße schärfen oder sich auf der Ducati 800 SS Rennstrecke versuchen wollen, ohne sich zu ruinieren. Zum Neupreis von damals 8995 Euro stellte sie einen glaubwürdigen Einstieg in die italienische Sportwelt dar. Gegenüber einer vielseitigeren Suzuki SV 650 S oder einer zahmeren Kawasaki ER-6f spielte die 800 SS die Karte des Charakters und des Prestiges. Manche haben sie zum Ducati 800 SS Cafe Racer umgebaut – ein Beweis dafür, dass sich ihre Linie und ihre mechanische Basis für Individualisierungen eignen. Die zwischen 2005 und 2007 durchgeführten Tests der Ducati 800 SS bestätigen alle dasselbe Fazit: eine ehrliche, liebenswerte Sportlerin, die ein Mindestmaß an Einsatz verlangt. Nicht die leistungsstärkste ihrer Generation, aber sicherlich eine der lohnendsten zum Fahren.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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