Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 618 cc
- Leistung
- 60.0 ch @ 9500 tr/min (44.1 kW)
- Drehmoment
- 53.0 Nm @ 6750 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 80 x 61.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 110 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 245 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 160/60-17
- Hinterreifendruck
- 2.10 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 8 000 €
Übersicht
Vier Jahre Abwesenheit, und schon bringt Bologna wieder eine Einsteiger-Sportlerin auf den Markt. 2002 übernimmt die Ducati 620 SS ie die Fackel der eingestellten 600 SS – unter ihrer Verkleidung steckt der L-Twin aus der 620 Monster. Ein Block mit 618 ccm, zwei Ventilen pro Zylinder, 60 PS bei 9500 U/min und 53 Nm bei 6750 Touren. Auf dem Papier ist das bescheiden. In der Praxis ist es eine bewusste Entscheidung: ein Einstieg in die SuperSport-Welt, ohne das Budget oder den Führerschein zu sprengen. A2-kompatibel, zielt diese kleine Italienerin klar auf Fahrer, die das Ducati-Temperament kosten wollen, ohne gleich auf einen Großen umsteigen zu müssen.

Doch Vorsicht, der Empfang ist nicht gerade herzlich. Die Sitzbank thront auf 815 mm, der Oberkörper wird auf den 16-Liter-Tank gepresst, die Handgelenke stecken schon nach den ersten Kilometern ein: Die Ducati 620 SS macht keinerlei Zugeständnisse an den urbanen Komfort. Die hydraulische Kupplung verlangt Kraft im Handgelenk, die Lenkung schlägt in engen Straßen weit ein, und die Sitzposition verwandelt jede rote Ampel in eine Rumpfstabilitätsübung. Wer eine Maschine für den täglichen Weg sucht, muss diesen Tribut an den Stil akzeptieren. Die Verkleidung schützt kaum vor Wind, und die Stadt bleibt feindliches Terrain für diese kompromisslose Sportlerin.
Raus aus dem Stadtgebiet, und das Motorrad zeigt ein anderes Gesicht. Auf kleinen kurvigen Landstraßen erwacht der Desmo-Twin oberhalb von 6500 U/min zum Leben. Zwischen 7000 und 9000 Touren zieht der kleine L-Twin mit einer Ehrlichkeit durch, die Respekt einflößt. Das Sechsganggetriebe begleitet die Bewegung geschmeidig, auch wenn einige Schaltvorgänge an Präzision vermissen lassen. Das wahre Ass der 620 SS verbirgt sich in ihrem Gitterrohrrahmen, entliehen von der 800 Sport. Die 43-mm-Upside-down-Gabel und das Federbein hinten bilden ein rigoroses Ensemble. Ergebnis: 198 kg fahrfertig, die sich in Schräglage vergessen lassen. Das Einlenken ist direkt, die Stabilität in Kurvenmitte beruhigend, und das Aneinanderreihen von Kurven wird schnell zum süchtig machenden Spiel. Die Vorderradbremse – zwei 320-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln – zeigt sich kraftvoll und bissig. Einziger Kritikpunkt: Es fehlt eine Stufe an Dosierbarkeit, um auf dem letzten Meter fein zu modulieren.

Die Schwachstelle bleibt der Motor. Nicht dass er schlecht wäre, aber man wünscht sich mehr Fülle im mittleren Drehzahlbereich, um am Kurvenausgang sauber wieder zu beschleunigen. Die Suzuki SV 650 S, direkte Konkurrentin und 1000 Euro günstiger, bot genau dieses großzügige und verfügbare Drehmoment, das auf der Landstraße das Leben erleichtert. Der V-Twin von Ducati kompensiert durch seinen Charakter, diese klangliche und mechanische Signatur des Desmo, doch er verlangt, dass man ihn antreibt, um sein Bestes zu geben. Auf dem Gebrauchtmarkt sind die Preise der Ducati 620 SS deutlich gefallen, was sie zu einer reizvollen Basis für ein Cafe-Racer-Projekt macht. Ducati 620 SS Ersatzteile bleiben gut verfügbar, und die Gemeinschaft der Enthusiasten hält die Flamme am Leben.
Zum Preis von 8000 Euro bei Markteinführung verlangte die 620 SS ie einen Aufpreis an Seele gegenüber der japanischen Konkurrenz. Genau das bot sie auch. Nicht die Stärkste, nicht die Vielseitigste, nicht die Komfortabelste. Aber eine Sportlerin, die stolz das Wappen von Borgo Panigale trägt, mit einem Fahrwerksverhalten, das über das hinausgeht, was ihr Motor vermuten lässt. Für einen Fahranfänger, der bereit ist, ihre Einschränkungen zu akzeptieren, oder für einen Enthusiasten auf der Suche nach einer zugänglichen Italienerin bleibt sie ein stimmiges Angebot. Vorausgesetzt, man vergisst nie, dass die Ducati 620 SS für Kurven gezeichnet wurde – nicht für Boulevards.
Praktische Infos
- Moto bridable à 34 ch pour l'ancien permis A MTT1 - pas garanti pour le permis A2
- La moto est accessible aux permis : A, A (MTT1)
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