Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 618 cc
- Leistung
- 60.0 ch @ 9500 tr/min (44.1 kW)
- Drehmoment
- 53.0 Nm @ 6750 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 80 x 61.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 110 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 245 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 160/60-17
- Hinterreifendruck
- 2.10 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 8 000 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die 600 SS, die 1998 aus dem Katalog verschwand? Vier Jahre lang trug die 750 allein die Fahne des sportlichen Einstiegssegments bei Ducati. Dann hatte Bologna die gute Idee, den L-Twin der 620 Monster in einen Gitterrohrrahmen der 800 Sport zu verpflanzen, und die Ducati 620 SS war geboren, Jahrgang 2003. Auf dem Papier: 618 cc, 60 PS bei 9 500 U/min und 53 Nm Drehmoment bei 6 750 Touren. Hier geht es nicht um eine Rakete, sondern um ein Einstiegstor. Bleibt die Frage, ob dieses Tor irgendwohin Interessantes führt.

In der Stadt lautet die Antwort: nein. Die Ducati 620 SS IE verlangt eine sportliche Sitzposition, die jeden Stau zur Rumpfstabilisierungsübung macht. Der Oberkörper nach vorn gedrückt, die Handgelenke belastet, die Oberschenkel an den 16-Liter-Tank gepresst: Die Ergonomie wurde eindeutig nicht für den städtischen Alltag konzipiert. Die hydraulische Kupplung fordert den linken Unterarm spürbar, und der großzügige Wendekreis erschwert Manöver bei niedrigem Tempo. Für den Mischbetrieb bleibt die Suzuki SV 650 S unendlich einladender – und sie kostet gut tausend Euro weniger. Wer eine Ducati 620 SS gebraucht für den Weg zur Arbeit sucht, sollte es sich zweimal überlegen.
Doch sobald man die Stadt verlässt, ändert sich der Charakter grundlegend. Der kleine desmodromische Zweizylinder mit zwei Ventilen pro Zylinder erwacht oberhalb von 6 500 U/min zum Leben. Zwischen 7 000 und 9 000 Touren liefert er seine Pferdestärken mit berührender Aufrichtigkeit, unterstützt von einem sanften Sechsganggetriebe, auch wenn die Schaltpräzision noch Verbesserungspotenzial bietet. Dem Motor fehlt es an Geschmeidigkeit bei niedrigen Drehzahlen – man wünscht sich einen Hauch mehr Durchzugskraft, um am Nadelöhrausgang wieder zu beschleunigen, ohne herunterschalten zu müssen. Der Motor der SV 650 zeigt sich in diesem Bereich geschmeidiger. Aber der Charakter des italienischen L-Twin, sein trockener Klang, seine gedämpften Vibrationen, diese Art, mit fast nervöser Dringlichkeit hochzudrehen: Genau das unterscheidet eine Ducati von einem bloßen Fortbewegungsmittel.

Das Fahrwerk, das sich die 620 SS mit der 800 Sport teilt, ist das eigentliche Argument dieser Maschine. Mit 198 kg fahrfertig erweist sich die 620 SS als agil beim Einlenken und bemerkenswert stabil in Schräglage. Die 43-mm-Upside-down-Gabel und das Federbein hinten stecken Unebenheiten klaglos weg, und das Vorderrad flößt Vertrauen ein. Die Bremsen – zwei 320-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln vorn – bieten mehr als ausreichend Bremskraft für das Gewicht. Einziger Kritikpunkt: Das Gefühl am Hebel ist wenig progressiv, der Biss kommt etwas abrupt. Der Windschutz bleibt trotz Verkleidung symbolisch. Oberhalb von 150 km/h erinnert der Fahrtwind daran, dass die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h eher eine körperliche Leistung als ein simpler Dreh am Gasgriff ist.
Zum Preis von 8 000 Euro im Jahr 2003 positioniert sich die Ducati 620 SS als charakterstarke Sportlerin, die Enthusiasten vorbehalten ist, die ihre Kompromisse akzeptieren. Sie ist trotz ihrer bescheidenen Leistung nichts für Anfänger – Position und Fahrwerk verlangen ein Mindestmaß an Erfahrung. Für die Rennstrecke ist sie ebenso wenig gemacht, wo ihre 60 PS gegenüber den japanischen 600ern schnell an ihre Grenzen stoßen. Ihr Spielfeld sind kurvenreiche Landstraßen, die Pässe am Sonntagmorgen, aneinandergereihte Kurven im Rhythmus des Desmo. Manche bauen sie zum Ducati 620 SS Cafe Racer um, und der Gitterrohrrahmen eignet sich dafür hervorragend. Ducati 620 SS Ersatzteile sind noch erhältlich, die Enthusiasten-Szene bleibt aktiv. Es ist ein Motorrad, das gut altert – gerade weil es nie versucht hat, allen zu gefallen.
Praktische Infos
- Moto bridable à 34 ch pour l'ancien permis A MTT1 - pas garanti pour le permis A2
- La moto est accessible aux permis : A, A (MTT1)
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