Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1198 cc
- Leistung
- 200.0 ch @ 11000 tr/min (147.1 kW)
- Drehmoment
- 134.4 Nm @ 7750 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 106 x 67.9 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d\'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée présurisée Öhlins TTXTR Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Öhlins TTX36, déb : 127 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 218 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/75-17
- Hinterreifen
- 190/65-17
Abmessungen
- Tankinhalt
- 23.90 L
- Trockengewicht
- 168.00 kg
- Neupreis
- 100 000 €
Übersicht
Wenn Bologna beschließt, die zweite Geige zu spielen, ohne es zu zeigen, entsteht ein Motorrad für 100.000 Euro, das die Werksmaschinen auf ihrem eigenen Terrain schlägt. Die Ducati 1198 RS Superbike Althea 2011 entstammt nicht einer mit Ducati Corse gestempelten Rennabteilung, sondern einem Satelliten-Team unter der Leitung von Genesio Bevilacqua. Und dennoch ist es Carlos Checa, Pilot dieser rot-weißen Kundensportmaschine, der bereits beim Saisonauftakt in Philip Island das Doppel einfährt. Keine schlechte Leistung für ein Motorrad, das sich angeblich mit einer Statistenrolle gegenüber den japanischen Werken begnügen sollte.

Das Paradox dieser 1198 RS liegt in ihren regulatorischen Widersprüchen. Die Serienversion wiegt 165 Kilogramm trocken und atmet dank großformatiger elliptischer Einlasskanäle frei. Die Rennversion hingegen muss Ballast mitführen, um die vom WSBK-Reglement vorgeschriebenen 168 Kilogramm zu erreichen, und findet sich durch auf 50 Millimeter Durchmesser begrenzte Drosselklappen gedrosselt. Das ist das Äquivalent dazu, einen Sprinter mit einer Tauchermaske laufen zu lassen: auf dem Papier absurd, doch der Motor kommt dank ernsthafter Vorbereitung damit zurecht. Geschmiedete Kolben, spezifische Nockenwellen, Racing-Kupplung und -Getriebe, Termignoni-Anlage: der 90°-V-Zweizylinder mit 1198 cc weist offiziell 200 PS bei 11.000 U/min aus, mit einem Drehmoment von 134 Nm bei 7.750 U/min. Im Rennen steigt die Drehzahl über 12.000 Touren, ein Bereich, in dem die Leistung die homologierten Zahlen sicher übertrifft. Die Höchstgeschwindigkeit nähert sich 325 km/h, was sie nicht weit von der Aprilia RSV4 Factory entfernt, dem direkten Rivalen, der auf der Geraden wahrscheinlich schneller ist.
Was diese Maschine von den japanischen Konkurrenten wirklich unterscheidet, lässt sich nicht auf einen PS-Zähler reduzieren. Die verbaute Elektronik bildet das wahre Rückgrat der Performance: feines Motormanagement, auf den Millimeter kalibrierte Traktionskontrolle, reaktives Anti-Wheelie. Auf diesem Terrain rivalisiert die Ducati mit der Aprilia, und beide übertrumpfen gemeinsam, was die japanischen Vierzylinder zur selben Zeit boten. Das Stahlgitterrahmen-Chassis, historisches Markenzeichen Bolognas, nimmt die 134 Nm des Twins mit kalkulierter Steifigkeit auf. Die Öhlins-Federung kennt keine Kompromisse: vorne 43-mm-Upside-down-Druckgabel TTXTR, hinten Mono-Dämpfer TTX36 – Komponenten, die die MotoGP gerade erst einführte. Die radialen Brembo-Monobloc-Zangen beißen auf zwei 320-mm-Scheiben, ohne jede Diskussion. Bei 168 Kilogramm bremst diese Maschine mit einer Autorität, die jedem Gegner am Ende langer Geraden Unbehagen bereitet.
Die Frage, die niemand offen stellt: Wie schlägt ein Kundenmotorrad Werksprototypen? Die Antwort liegt in den Beziehungen, die Ducati Corse diskret mit seinen Satelliten-Teams pflegt. Offiziell als Hersteller aus der Meisterschaft zurückgezogen, ist die Boloneser Marke in den Garagen dennoch präsent, und einige gut ausgewählte Teile finden ihren Weg zu den Mechanikern von Althea. Das ist kein Geheimnis im Fahrerlager. Die 1198 RS Nummer 7 von Checa ist nicht im strengen Sinne ein vollständig privates Motorrad. Genau diese zweideutige Positionierung macht diese Maschine faszinierend: Mit 100.000 Euro stellt sie den zugänglichen Gipfel des homologierten Superbike dar, eine Hypersport für professionelle Teams mit dem Budget und dem Know-how, ihr Potenzial auszuschöpfen. Dies ist kein Motorrad für den versierten Hobbyfahrer – es ist eine Streckenwaffe, die eine vollständige Infrastruktur erfordert, um auf ihrem besten Niveau zu existieren.
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