Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1200 cc
- Leistung
- 87.0 ch @ 6250 tr/min (64.0 kW)
- Drehmoment
- 109.8 Nm @ 4500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Bohrung × Hub
- 97.6 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Öhlins Ø 43 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Öhlins sous la selle
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Tankinhalt
- 9.00 L
- Trockengewicht
- 223.00 kg
- Neupreis
- 19 200 €
Übersicht
Was treibt einen Großserienhersteller dazu, ein Motorrad zu produzieren, von dem nur 750 Exemplare gefertigt werden, das für 19 200 Euro verkauft wird und dessen Lieferbox ein vom Geschäftsführer unterschriebenes Zertifikat enthält? Die Antwort liegt in drei Buchstaben. TFC, für Triumph Factory Custom. Eine eigenständige Abteilung, ein Schaufenster der Handwerkskunst aus Hinckley, wo jedes Modell eine Behandlung erhält, die sonst handwerklichen Umbauten vorbehalten ist. Die Triumph Bobber 1200 TFC Jahrgang 2020 hat diese Kur durchlaufen. Und das Ergebnis sieht man, fühlt man, hört man.

Der Reihenzweizylinder mit 1200 cc ist keine bloße Kopie des Serienblocks. Die Ingenieure haben die Verdichtung von 10 auf 11:1 angehoben, die Kurbelwelle, die Kupplung und die Ausgleichswellen erleichtert sowie die Zylinderköpfe mit Ventildeckeln aus Magnesium versehen. Konkretes Ergebnis: 87 PS bei 6 250 U/min und ein Drehmoment von 109,8 Nm, das bereits ab 4 500 U/min anliegt. Zehn PS mehr als die Katalogversion. Vor allem verändert die Reduzierung der Massenträgheit der rotierenden Teile um 39 % das Temperament des Twins. Er dreht mit einer Lebhaftigkeit hoch, die der Standard-Bobber nicht kennt, und der auf 7 500 U/min verschobene rote Bereich bietet eine spürbare Reservezone zum Beschleunigen. Für einen Custom mit 223 kg Trockengewicht liefert dieser Motor einen entschlossenen und linearen Schub, der zum Charakter der Maschine passt – ausdrucksstärker als ein Sportster 1200, aber weniger brachial als eine Indian FTR.
Beim Fahrwerk hat Triumph auf die Besten gesetzt. Die 43-mm-Upside-Down-Gabel von Öhlins in Schwarz-Gold-Finish ersetzt die serienmäßige Telegabel. Das Federbein, verborgen unter dem Sitz, trägt dieselbe schwedische Signatur. Beide Elemente sind vollständig einstellbar. Beim Bremsen beißen radial verschraubte Brembo M50-Monoblock-Sättel in zwei 320-mm-Scheiben vorne. Es sind dieselben Zangen, die man an hochklassigen Sportmaschinen findet. Der Brembo MCS-Hauptbremszylinder vervollständigt das Ensemble. Man wechselt von einem Custom zu einer Maschine, deren Vorderachse bei sportlicher Fahrweise echtes Vertrauen einflößt. Das ist eine stimmige Entscheidung angesichts der gerändelten Stummellenker, die den flachen Lenker des Basismodells ersetzen und den Fahrer in eine offensivere Position bringen.
Die Triumph Bobber 1200 TFC pflegt auch ihren Auftritt im Stand. Vorderer Kotflügel und Luftfiltergehäuseabdeckungen aus Carbon, Schalldämpfer aus Titan, aus dem Vollen gefräste Gabelbrücke mit eingravierter Seriennummer auf der einen und TFC-Emblem auf der anderen Seite. Der Ledersitz schwebt auf einer unsichtbaren Aluminiumhalterung – ein ästhetisches Kunststück, das das visuelle Markenzeichen der Bobber-Familie bleibt. Der 9-Liter-Tank, verziert mit einem silbernen Union Jack, setzt allerdings seine Grenzen. Zu diesem Preis hätte man sich gewünscht, fahren zu können, ohne nach 150 Kilometern ständig die Tankanzeige im Blick zu haben. Das ist der strukturelle Schwachpunkt des Bobber, in allen Versionen, und auch der TFC entkommt ihm nicht.
Die Bordelektronik verrät sich nicht auf den ersten Blick. Hinter dem runden Einzeiger-Instrument verbergen sich ein abschaltbares ABS und eine abschaltbare Traktionskontrolle, ein Ride-by-Wire-Gasgriff und drei Motorkennfelder: Road, Rain und – exklusiv beim TFC – ein Sport-Modus, der das Einspritzansprechen freier gibt und den Eingriff der Traktionskontrolle verzögert. Das ist ausreichend, ohne überladen zu sein. Die Auslieferung setzt auf Erlebnischarakter. Nummeriertes, von Nick Bloor signiertes Zertifikat, Lederrucksack, eigene Schutzhülle und ein Buch, das die Entstehungsgeschichte des Projekts nachzeichnet. Man kauft ein Sammlerstück ebenso wie ein Motorrad. Der Preis von 19 200 Euro verortet diese Maschine in einer Nische, in der Rationalität keine Rolle mehr spielt. Doch genau das ist das Territorium der TFC. Dieser Bobber richtet sich weder an Anfänger noch an Alltagsfahrer. Er zielt auf den versierten Sammler, der einen englischen Custom will, der mit der Präzision einer Sportmaschine gefertigt wurde, in vertraulicher Stückzahl produziert und in der Lage, mit der Zeit an Wert zu gewinnen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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