Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 885 cc
- Leistung
- 70.0 ch @ 8000 tr/min (50.4 kW)
- Drehmoment
- 72.0 Nm @ 4800 tr/min
- Motortyp
- In-line three, four-stroke
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 10 : 1
- Bohrung × Hub
- 76.0 x 65.0 mm (3.0 x 2.6 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Carburettor
Fahrwerk
- Rahmen
- cadre porteur en acier
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 100 mm
- Federweg vorne
- 150 mm (5.9 inches)
- Federweg hinten
- 136 mm (5.4 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 100/90-R19
- Hinterreifen
- 150/80-R16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 725.00 mm
- Radstand
- 1620.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 233.00 kg
- Trockengewicht
- 211.00 kg
- Neupreis
- 8 993 €
Übersicht
Was trieb Triumph Ende der 90er Jahre dazu, seine Thunderbird in einer Pseudo-Custom-Version abzuwandeln? Zweifellos der Wunsch, ein Motorrad mit anderem Temperament anzubieten, ohne bei null anzufangen. Die Triumph Adventurer 900, gebaut zwischen 1996 und 2001, übernimmt die Basis des Reihendreizylinders mit 885 cc von ihrer großen Schwester, kleidet ihn aber mit einem breiten Lenker, sorgfältig verchromten Motordeckeln und einem aufwendiger geformten hinteren Schutzblech ein. Das Ergebnis ist eine Naked mit Custom-Flair, die im damaligen Katalog einzigartig dasteht. Heute wird die Triumph Adventurer 900 gebraucht zu sehr günstigen Preisen gehandelt, was sie zu einem verführerischen Einstieg in die Hinckley-Welt macht.

Das Herzstück der Maschine ist selbstverständlich dieser Dreizylinder-Viertaktmotor. Mit seinen 70 PS bei 8000 U/min und vor allem einem Drehmoment von 72 Nm, das bereits ab 4800 Touren anliegt, setzt der Motor auf Geschmeidigkeit statt auf wilde Jagd. Von einem amerikanischen Twin, der unten herum grollt, ohne etwas zu liefern, ist man weit entfernt. Hier schiebt die Mechanik mit sehr britischer Samtigkeit an, begleitet von einem feinen Vibrationsschleier, der daran erinnert, dass man etwas Lebendiges unter sich hat. Das Fünfganggetriebe erledigt seine Arbeit ohne besondere Genialität, und der Kettenantrieb bleibt klassisch. Dieser Motorcharakter hebt die Triumph Adventurer jedoch deutlich von den Yamaha Dragstar oder Honda Shadow derselben Epoche ab, die auf ihre trägen Twins beschränkt blieben. Die Probefahrt mit der Triumph Adventurer 900 offenbart schnell diesen grundlegenden Temperamentsunterschied.
Auf der Straße beruhigt die niedrige Sitzhöhe von 725 mm kleinere Staturen und Fahrer, die ein zugängliches Motorrad suchen. Die Eingewöhnung bereitet keinerlei Probleme. Der tragende Stahlrahmen, die 43-mm-Telegabel und der großzügige Radstand von 1620 mm verleihen eine ozeanriesen-artige Stabilität auf der Geraden. In engen Kurvenkombinationen zeigt sich jedoch die Schwäche. Der große Lenker und der beträchtliche Wendekreis verlangen in der Stadt nach Voraussicht. Das Gewicht von 233 kg fahrfertig bei einem Tankinhalt von nur 15 Litern macht sich bei Niedriggeschwindigkeitsmanövern bemerkbar. Der Verbrauch der Triumph Adventurer 900 bleibt moderat, doch die bescheidene Reichweite erzwingt auf langen Strecken häufige Stopps.
Der echte Schwachpunkt ist die hintere Federung. Das Monofederbein mit nur 100 mm Federweg steckt Fahrbahnunebenheiten schlecht weg. Auf schlechten Straßen bricht der Komfort ein, und der Beifahrer leidet zuerst. Die Teile der Triumph Adventurer, insbesondere der Stoßdämpfer, verdienen es, durch leistungsfähigeres Material ersetzt zu werden, wenn man eine regelmäßige Nutzung ins Auge fasst. Die Bremsanlage, bestehend aus je einer einzelnen Scheibe vorn und hinten, erweist sich als ausreichend für die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h, ohne jemals absolutes Vertrauen einzuflößen. Das Datenblatt der Triumph Adventurer 900 verrät ein Motorrad, das für gemütliche Ausfahrten konzipiert wurde, nicht zum Angreifen.
An wen richtet sich diese Maschine? An Custom-Liebhaber, die einen Motor mit Durchzugskraft wollen, an Nostalgiker des englischen Stils oder schlicht an jene, die ein originelles Motorrad suchen, ohne sich zu ruinieren. Die Triumph Adventurer 900 Baujahr 1997, 1998 oder 1999 lässt sich auf dem Gebrauchtmarkt problemlos finden. Manche Enthusiasten bauen sie sogar zum Cafe Racer um und nutzen die Dreizylinder-Basis, um etwas Einzigartiges zu schaffen. Die Sitzbank der Triumph Adventurer kann für mehr Komfort auf langen Strecken ausgetauscht werden. Mit einem Neupreis von rund 8993 Euro gegen Ende der Produktionszeit hat diese atypische Engländerin nie den Anspruch erhoben, in der Liga der großen Reisemaschinen mitzuspielen. Sie bot etwas anderes – einen aufrichtigen Charakter und eine einnehmende Persönlichkeit, die die japanischen Customs jener Zeit schlichtweg nicht bieten konnten.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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