Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW) → 67.0 ch @ 7500 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 67.7 Nm @ 5800 tr/min → 66.7 Nm @ 5800 tr/min
- Neupreis
- 8 890 € → 8 390 €
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 7500 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 66.7 Nm @ 5800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/70-17
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 740.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 225.00 kg
- Trockengewicht
- 200.00 kg
- Neupreis
- 8 390 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an den Zündschlüssel, der unter dem linken Blinker versteckt war? Dieses kleine Detail fasst den Geist der Triumph 865 Bonneville gut zusammen: ein Motorrad, das den Charme einer Ära pflegt, in der Ergonomie hinter der Ästhetik zurückstand. Mit ihrer Zweifarblackierung, den aufwendigen Chromteilen und ihrem Paralleltwin, dessen Design an die Werkstätten von Meriden erinnert, spielt die Bonnie in der Version 2011 die Neo-Retro-Karte mit entwaffnender Aufrichtigkeit. Die Kawasaki W650 bot zwar das gleiche Rezept, doch Triumph hat den Vorteil der historischen Authentizität. Der Name allein ist Gold wert.

Unter dem 16,6-Liter-Tank entwickelt der 865-cm³-Twin 67 PS bei 7500 U/min und 66,7 Nm Drehmoment bei 5800 Touren. Bescheidene Zahlen, bewusst so gewählt. Die kurzhubbetonte Architektur mit 90 mm Bohrung bei 68 mm Hub und die zwei obenliegenden Nockenwellen sorgen für Ordnung bei den Vibrationen. Das Ergebnis ist ein Motor von einer Laufruhe, die für einen auf 360° versetzten Zweizylinder fast zu glatt wirkt. Seit 2008 hat die Einspritzung die Vergaser ersetzt, geschickt hinter Attrappen-Vergaserkörpern verborgen, um die Vintage-Linie nicht zu verraten. Ein cleverer Kompromiss zwischen moderner Zuverlässigkeit und dem Anschein einer anderen Zeit. Das Fünfganggetriebe und die Kupplung tragen zu dieser allgemeinen Geschmeidigkeit bei, auch wenn der erste Gang kurz übersetzt bleibt. Nur ein leises Pfeifen der Steuerung erinnert daran, dass die Mechanik tatsächlich arbeitet.
Auf der Straße bestätigt die Triumph 865 Bonneville ihre Berufung: Spazierenfahren, nicht Performance. Ihre 225 kg fahrfertig, getragen von einem Stahl-Doppelschleifenrahmen und einer 41-mm-Gabel, lassen sich in der Stadt und auf Landstraßen vergessen. Die Handlichkeit ist ausgeprägt, der Geradeauslauf stabil, und die niedrige Sitzhöhe von 740 mm beruhigt kleinere Staturen. Die Reifen in 110/70 und 130/80 auf 17-Zoll-Felgen, seit dem Update von 2009 übernommen, modernisieren das Fahrverhalten, ohne den Charakter zu verfälschen. Die Bremsanlage mit einer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn und einer 255-mm-Scheibe hinten mit Zweikolben-Sätteln erledigt ihre Arbeit ohne Schrecken. Nichts, um eine enge Kurvenfolge anzugreifen, aber stimmig mit dem gelassenen Temperament des Ganzen.
Die Kehrseite der Medaille zeigt sich auf langen Strecken. Die Sitzbank, zu flach und zu hart, wird nach einer Stunde Fahrt zur Qual. Die beiden Hinterfederbeine mit nur 105 mm Federweg stecken Bitumenflicken und holprige Straßen schlecht weg. Auch die Autobahn ist nicht ihr Revier: Bei 170 km/h Höchstgeschwindigkeit geht dem Twin schnell die Puste aus, und die fehlende Verkleidung verwandelt jeden Kilometer in ein Nackenmuskeltraining. Die Bonnie ist keine Reiseenduro, und man sollte das von Anfang an akzeptieren.
Für wen also? Für den Stadt- oder Umlandfahrer, der eine Maschine mit sanften Empfindungen sucht, ein Objekt, das ebenso schön anzusehen wie auf kurzen Strecken zu fahren ist. Für 8390 Euro im Jahr 2011 positionierte sich die Triumph 865 Bonneville gegenüber deutlich stärkeren japanischen Roadstern, verkaufte aber etwas anderes: einen Stil, eine Geschichte, eine Art mechanischer Gelassenheit. Auch Individualisierungsfans kommen auf ihre Kosten, denn die Plattform brachte Varianten wie die Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen 2012 hervor – ein Beweis dafür, dass Hinckley die Nostalgieader bis zum Ende auszuschöpfen wusste. Nicht das Motorrad des Jahrhunderts, aber eine treue Begleiterin für den, der weiß, wohin er fährt. Und vor allem, in welchem Tempo.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!