Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 67.0 ch @ 7500 tr/min (49.3 kW) → 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW)
- Drehmoment
- 66.7 Nm @ 5800 tr/min → 67.7 Nm @ 5800 tr/min
- Neupreis
- 8 390 € → 8 490 €
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 68.0 ch @ 7500 tr/min (50.0 kW)
- Drehmoment
- 67.7 Nm @ 5800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/70-17
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 740.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 225.00 kg
- Trockengewicht
- 200.00 kg
- Neupreis
- 8 490 €
Übersicht
Kann man sich noch in einen englischen Zweizylinder verlieben, wenn der Neo-Retro-Markt vor japanischen und italienischen Angeboten nur so überquillt? Die Triumph 865 Bonneville beantwortet diese Frage im Jahrgang 2013 mit Stil. Mit dem Stil eines Motorrads, das sein Sixties-Erbe voll und ganz auslebt – mit großzügigem Chrom, Zweifarblackierung und einer Silhouette, die auch die Triumph 865 Bonneville T100 Steve McQueen von 2012 nicht verleugnet hätte. Gegenüber einer Kawasaki W800 oder einer Moto Guzzi V7 spielt die Bonnie kompromisslos die Karte der britischen Authentizität.

Unter dem 16,6-Liter-Tank entwickelt der Paralleltwin mit 865 cm3 Hubraum 68 PS bei 7500 U/min und 67,7 Nm Drehmoment bereits ab 5800 Touren. Bescheidene Zahlen auf dem Papier, die aber eine klare Philosophie widerspiegeln. Dieser kurzhubige Motor mit 90 mm Bohrung und 68 mm Hub läuft rund und nahezu vibrationsfrei. Die 2008 eingeführte Einspritzung, geschickt hinter falschen Vergasergehäusen verborgen, brachte ein direkteres Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich, ohne die Ästhetik zu verraten. Das Fünfganggetriebe lässt sich mit einer fast verblüffenden Sanftheit bedienen, die Kupplung fügt sich nahtlos ein. Der auf 360° gezündete Twin produziert ein gedämpftes Schnurren, fast zu dezent für einen Zweizylinder dieses Hubraums. Nur ein leichtes Pfeifen der Steuerung erinnert daran, dass die Mechanik arbeitet.
Das Fahrwerk folgt derselben Logik der Zurückhaltung. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die 41-mm-Telegabel und die beiden seitlichen Federbeine bieten ein gutmütiges und berechenbares Fahrverhalten. Mit 200 kg Trockengewicht und einer Sitzhöhe von nur 740 mm gibt die Triumph 865 Bonneville kleineren Staturen und frisch erworbenen A2-Führerscheinen Vertrauen. Die Wendigkeit in der Stadt ist ihr natürliches Revier, auf der Landstraße hält sie souverän die Spur. Verlangen Sie aber nicht von ihr, die Sportliche zu spielen. Die Federung mit nur 120 mm Federweg vorne und 105 mm hinten steckt schadhaften Belag schlecht weg. Die flache und harte Sitzbank wird nach einer Stunde Fahrt zur Qual. Die Bremsanlage mit ihrer einzelnen 310-mm-Scheibe vorne, gegriffen von einem Zweikolben-Sattel, erledigt ihre Arbeit ohne Begeisterung. Ausreichend für das Tempo, das das Motorrad vorgibt – unzureichend, wenn man entschlossene Verzögerungen erwartet.
Genau darin liegt das Paradox dieser Bonneville. Sie besticht durch ihren optischen Charme und ihre einfache Handhabung, frustriert aber, sobald man das Tempo erhöhen oder Kilometer fressen will. Die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h bleibt theoretisch, da der kurz übersetzte fünfte Gang und der fehlende Windschutz das Unterfangen mühsam machen. Zum Preis von 8490 Euro im Jahr 2013 stand sie Konkurrentinnen gegenüber, die bei Federung und Bremsen besser ausgestattet waren – doch keine von ihnen hatte dieses Gesicht.
Die Bonnie in der 865er-Version ist kein Sensationsmotorrad. Sie ist eine Begleiterin für Ausfahrten, eine Sonntagmorgen-Maschine, die man auf kleinen Landstraßen genießt – Motor im Zaum, Ellbogen weit. Für den Stadtfahrer oder den Anfänger, der einen markanten Stil ohne mechanische Kopfschmerzen sucht, bleibt sie eine kluge Wahl. Für den Tourenfahrer oder den Rennstrecken-Enthusiasten muss man sich anderswo umsehen. Triumph hat hier eher ein Objekt der Begierde als ein Werkzeug zum Fahren geschaffen – und genau das ist vielleicht das, was man von ihr erwartet.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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