Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1130 cc
- Leistung
- 120.0 ch (87.6 kW)
- Drehmoment
- 101.7 Nm
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.3:1
- Bohrung × Hub
- 100.0 x 72.0 mm (3.9 x 2.8 inches)
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Steel/aluminum composite beam frame, 4130 steel/7075 aluminum.
- Getriebe
- 5-speed
- Kupplung
- Wet, multi-plate, hydraulic actuation
- Vorderradaufhängung
- Ohlins 43mm fully adjustable upside-down fork with TiN
- Hinterradaufhängung
- Ohlins fully adjustable linkless monoshock
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. semi-floating discs, radially mounted Brembo monobloc 4 piston Brembo caliper.
- Hinterradbremse
- Single disc. 2 piston Brembo caliper.
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 190/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Radstand
- 1422.00 mm
- Tankinhalt
- 14.38 L
- Trockengewicht
- 193.00 kg
Übersicht
In einer Zeit, in der japanische und italienische Hersteller einen erbitterten Krieg um Hypersportler führten, versuchte eine kleine amerikanische Werkstatt, mit einer gewagten Wette, in die Liga der Großen einzusteigen. Die Roehr 1130 Superbike von 2008 beschränkte sich nicht darauf, einen Serienmotor zu übernehmen, sondern wurde um den V2 mit 1130 cm³ der Moto Guzzi 1200 Sport herum aufgebaut, einem eher untypischen Block in einer Kategorie, die von Reihenvierzylindern dominiert wurde. Die Grundidee war klar: einen einzigartigen Charakter zu bieten, mit einem monströsen Drehmoment und einem tiefen Klang, alles verpackt in ein Chassis, das einer Rennmaschine würdig ist.

Das Herzstück des Biests ist dieser 90°-V2-Motor mit Wasserkühlung, mit einem Bohrungsdurchmesser von 100 mm und einem Hub von 72 mm für eine Hubraumleistung von 1130 cm³. Der Motor, der mit 120 Pferden und über 101 Nm Drehmoment angegeben ist, versprach einen Schub aus niedrigen Drehzahlen, eine Philosophie, die im Gegensatz zu den stratosphärischen Drehminuten der Honda CBR1000RR oder Suzuki GSX-R1000 der damaligen Zeit stand. Das Verbundrahmen aus 4130-Stahl und 7075-Aluminium, mit einer behaupteten außergewöhnlichen Steifigkeit, sollte diese rohe Kraft kanalisieren. Der Radstand von 1422 mm ließ auf eine gewisse Stabilität schließen, möglicherweise auf Kosten der Agilität in engen Kurven.
Wo Roehr deutlich auf das Equipment gesetzt hat, ist bei der Ausstattung. Eine vollständig einstellbare Upside-Down-Gabel von Öhlins mit 43 mm Durchmesser und einer TiN-Beschichtung auf den Rohren sowie ein ebenfalls einstellbarer Öhlins-Monoschwingarm bildeten die Basis. Die Bremsanlage wurde an Brembo vergeben, mit Vierkolben-Monoblock-Bremssätteln vorne und schwimmenden Scheiben. Die Reifen, vorne in 120 und hinten in 190 im ZR17-Format, waren für reine Leistung ausgelegt. Mit einem Trockengewicht von 193 kg und einem Tankvolumen von 14,4 Litern positionierte sich die Roehr 1130 als schweres, aber gut ausgestattetes Sportmotorrad, eine Übung der Kraft statt der Finesse.
Dieses Motorrad war in erster Linie ein Objekt für erfahrene Sammler und Fahrer, die ein radikal anderes Erlebnis suchten. Sein Längs-V2 sollte besondere gyroskopische Effekte erzeugen, und die Kardanwelle versprach eine gewisse Robustheit. Im Gegensatz zur Finesse der japanischen Maschinen verkörperte die Roehr einen rohen, mechanischen Charakter, der in seinem Prinzip fast archaisch, aber in seiner Ausführung modern ist. Sie richtete sich nicht an den Streckenpiloten, der nach der Rundenzeit sucht, sondern an den Ästheten, der auf der Suche nach mechanischer Einzigartigkeit ist. In der Motorradlandschaft bleibt sie eine faszinierende Kuriosität, eine Erinnerung daran, dass Leistung manchmal auch abseits der ausgetretenen Pfade gefunden werden kann.
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