Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 650 cc
- Leistung
- 175.0 ch @ 12500 tr/min (128.7 kW)
- Drehmoment
- 124.5 Nm
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 82 x 61.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø nc + compresseur
Fahrwerk
- Rahmen
- cadre périmétrique tubulaire en carbone
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Öhlins NIX30 Ø 43 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Öhlins TTX-GP
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
Abmessungen
- Tankinhalt
- 18.00 L
- Trockengewicht
- 159.00 kg
- Neupreis
- 58 200 €
Übersicht
Stellen Sie sich einen 650-cm³-Twin vor, einen Hubraum, den man gerne mit kleinen Sonntagstourer assoziiert, und fragen Sie sich, was passieren würde, wenn man einen Rotrex-Zentrifugalkompressor mit Ladeluftkühler daran montieren würde. Die Antwort lässt sich in einer einzigen Zahl ausdrücken, die Ungläubige zum Lächeln bringt: 175 PS, also 128,7 Kilowatt, die bei 12.500 Umdrehungen pro Minute herausgerissen werden. Norton macht keine halben Sachen. Die Superlight SS ist das Ergebnis dieser so absurden wie faszinierenden Gleichung – eine Bombe für 58.200 Euro, bestimmt für fünfzig handverlesene Käufer.

Das Prinzip ist jenes, das Kawasaki mit der H2 und H2R eingeleitet hatte, doch Norton treibt das Konzept in eine noch radikalere Richtung. Der 650er-Block behält seine Bohrung von 82 mm bei einem Hub von 61,5 mm sowie seine Architektur mit vier Ventilen pro Zylinder, aber das Verdichtungsverhältnis sinkt auf 9:1, um die vom Rotrex eingeblasene Druckluft aufzunehmen. Der Leistungsgewinn gegenüber der Standard-Superlight übersteigt siebzig PS, und das Drehmoment steigt auf 124,5 Nm – ein Wert, der sich bei einem Hubraumgiganten nicht zu schämen bräuchte. Um diesen Schub zu verarbeiten, hat Norton das Sechsgang-Getriebe und den Antriebsstrang der V4 übernommen. Das Ergebnis: 159 Kilo Trockengewicht und eine angegebene Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Das Leistungsgewichtsverhältnis erreicht Sphären, die bisher deutlich größeren japanischen Hypersportlern vorbehalten waren.
Was die Superlight SS wirklich von ihren aufgeladenen Konkurrenten unterscheidet, ist die Besessenheit mit Carbon. Der rohrförmige Perimeter-Rahmen, die BST-Felgen, der Schwingarm, die Verkleidung, der 18-Liter-Tank – alles ist aus diesem Material gefertigt. Norton beansprucht einen Rahmen, der 47 % leichter ist als ein Aluminium-Äquivalent, und einen um 20 % erleichterten Schwingarm. Diese Philosophie reiht die Maschine in einen Club ein, dem die BMW HP4 Race, die Ducati 1299 Superleggera und einige Bimota angehören – kurz gesagt, eine Handvoll weltweiter Referenzen, die in quasi-vertraulichen Kleinserien produziert werden. Das Fahrwerk folgt derselben Logik der Exzellenz: 43-mm-Öhlins-NIX30-Upside-down-Gabel vorn, TTX-GP-Monoamortisseur hinten, Lenkungsdämpfer inklusive – alles in drei Dimensionen einstellbar. Brembo liefert die M50-Vierkolben-Sättel, die 330-mm-Scheiben beißen, unterstützt von einem Doppelkolben hinten. Nichts wurde dem Zufall überlassen.
Die Bordelektronik steht dem in nichts nach. Eine Sechs-Achsen-IMU speist eine Traktionskontrolle, einen Anti-Wheelie, einen Launch Control und einen bidirektionalen Quickshifter. Drei Fahrmodi decken das Spektrum zwischen vorsichtigem Fahren im Regen und sportlichem Engagement ab. Ein sieben Zoll großer TFT-Farbbildschirm bündelt alle Informationen, und der schlüssellose Start vervollständigt ein Armaturenbrett, das einer Luxus-GT würdig wäre. Norton hat auch auf die Verarbeitung geachtet: ein doppelt gewebter genarbter Sattel, gefräste Brücken, ein verchromtes Kupplungsdeckel und eine Titan-Abgasanlage. Der auf der Verkleidung prominent platzierte Union Jack erinnert an den britischen Ursprung dieser Maschine mit dennoch tiefgreifend internationalem DNA.
Zu 58.200 Euro richtet sich die Superlight SS nicht an Otto Normalverbraucher, und schon gar nicht an Einsteiger, die ihren ersten Supersportler suchen. Sie ist ein Sammlerstück ebenso wie ein radikales Rennstreckenwerkzeug, konzipiert für Fahrer, die genau wissen, was sie mit 175 PS in den Händen anfangen. Im Vergleich zur Kawasaki H2R gewinnt sie an Raffinesse und theoretischer Vielseitigkeit dank ihrer Straßenzulassung. Verglichen mit atmosphärischen Hypersportlern derselben Preisklasse bietet sie ein Drehmoment und eine Geschmeidigkeit, die hohe Drehzahlen allein nicht garantieren können. Ihre Hauptschwäche bleibt die lächerlich kleine Produktion von fünfzig Einheiten, was sie eher zum Objekt der Begierde als zu einem ernsthaften kommerziellen Angebot macht. Aber genau das ist es, was die Legende Norton seit mehr als einem Jahrhundert prägt.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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