Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 650 cc
- Leistung
- 84.0 ch @ 11000 tr/min (61.8 kW)
- Drehmoment
- 64.7 Nm
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5:1
- Bohrung × Hub
- 82 x 61.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- cadre périmétrique tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 150 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
- Vorderreifen
- 110/80-18
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Trockengewicht
- 178.00 kg
- Neupreis
- 11 590 €
Übersicht
Als Norton beschloss, seinen mythischen Namen zu neuem Leben zu erwecken, erwartete niemand einen Einsteiger-Scrambler. Man stellte sich vor, dass die Marke aus der Bracebridge Street ihre Hochpreismodelle weiterführen würde, reserviert für Sammler und wohlhabende Nostalgiker. Die Atlas 650 Nomad widerlegt diese Prognose mit einem unerwarteten Angebot: eine Norton für unter 12.000 Euro, in nur 250 Exemplaren gebaut, irgendwo zwischen dem sonntäglichen Ausritt und dem kontrollierten Abenteuer.

Der Motor ist das zentrale Argument. Norton hat diesen 650-cm3-Paralleltwin von seinem Superbike-Vierzylinder abgeleitet, indem man die Mechanik buchstäblich halbierte und den Hub anpasste. Das technische Ergebnis übersetzt sich in 84 PS bei 11.000 U/min, was die Atlas deutlich über ihre direkten Konkurrenten in dieser Hubraumklasse stellt. Der Twin der Yamaha MT-07, obwohl auf 689 cm3 ausgelegt, erreicht nur 75 PS; die Norton übertrifft sie also um neun PS mit weniger Hubraum, was nicht unerheblich ist. Die Kurbelwellenversatz von 270 Grad erzeugt einen unregelmäßigen Zündrhythmus, der Charakter verleiht, ohne die Handlichkeit im Stadtverkehr zu opfern. Mit 64,7 Nm verfügbarem Drehmoment zeigt sich die Mechanik muskulös genug, um einen fortgeschrittenen Fahrer zu befriedigen, ohne einen weniger erfahrenen Fahrer einzuschüchtern.
Was noch mehr überrascht, ist das Ausstattungsniveau, das Norton für eine als zugänglich positionierte Maschine gewählt hat. Die vollständig einstellbare Ø 50 mm Upside-Down-Gabel bietet 150 mm Federweg, ebenso wie der hintere Stoßdämpfer, was leichte Ausflüge abseits befestigter Wege erlaubt, ohne jedoch echte Trail-Konkurrenz beanspruchen zu wollen. Die monolithischen Vierkolben-Brembo-Sättel auf 320-mm-Scheiben entsprechen einem Bremsniveau, das man üblicherweise auf doppelt so teuren Maschinen findet. Man kann die tatsächliche Relevanz einer solchen Ausstattung für einen Ausflug auf kurvenreicher Straße hinterfragen, aber der Besitzer wird kaum angreifbar sein und das Gesamtpaket vermittelt sofortiges Vertrauen. Die Reifenbestückung vermischt jedoch die Genres: 180/55-17 hinten, wie bei einem Roadster, aber 110/80-18 vorne – eine Wahl, die die Nomad klar auf Asphalt ausrichtet und sie von ihrer Cousine Ranger mit deren robusteren Reifen unterscheidet.
Der röhrenförmige Perimeter-Stahlrahmen strukturiert das Ensemble mit einem Radstand von 1.446 mm, ein Maß, das der Nomad ein agileres Handling als dem Ranger verleiht. Trocken gibt die Maschine 178 Kilogramm an, ein vernünftiger Wert für eine so gut ausgestattete Maschine. Der Sattel sitzt 824 mm über dem Boden, eine Höhe, die durch den großzügigen Federweg der Federelemente bedingt ist; dieser Punkt verdient Beachtung für kleinere Statur. Der 15-Liter-Tank sichert eine ordentliche Reichweite auf der Straße, zumal der Verbrauch eines gut abgestimmten Twins bei Reisegeschwindigkeit moderat bleibt.
Es bleibt die grundlegende Frage des Schicksals. In 250 Exemplaren produziert, in Europa für rund 11.590 Euro verkauft, war die Atlas 650 Nomad ein Sammlerstück, noch bevor sie ihren Wert auf der Straße unter Beweis gestellt hatte. Norton hat das Atlas-Projekt schließlich im Rahmen der Markenumstrukturierung begraben und damit diese vielversprechende Mechanik dazu verurteilt, eine Katalogtragödie zu bleiben statt einer Garagen-Entscheidung. Für den Enthusiasten, der ein Exemplar auf dem Gebrauchtmarkt findet, handelt es sich um ein Motorrad mit ausgeprägtem Temperament, sorgfältiger Verarbeitung und garantierter Seltenheit. Für die Marke ist es die Illustration eines echten Ehrgeizes, der zu früh auf dem Altar der industriellen Prioritäten geopfert wurde.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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