Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 585 cc
- Leistung
- 60.0 ch (44.1 kW)
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, parallèle, 4 temps, calé à 270°
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø nc
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à rapports manuelle - shifter en série
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø nc
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Bybre
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Bybre
Übersicht
Was macht eine hundert Jahre alte Marke, wenn sie die breite Öffentlichkeit ansprechen will, ohne ihre Geschichte zu verleugnen? Sie spielt auf beiden Feldern. Norton, unter TVS-Flagge wiedergeboren und in Solihull ansässig, beschränkte seinen Katalog lange auf die Extreme: die Manx R für Streckenpuristen, die V4 für jene, die Leistung mit britischem Akzent wollen. Mit der Atlas GT versucht der Hersteller einen dritten Weg – den des zugänglichen Reise-Crossovers, A2-führerscheinkompatibel und vollgepackt mit Ausstattung wie ein erstklassiger Weihnachtsbaum.

Kommen wir direkt zur Technik, denn dort liegt der offensichtlichste Schwachpunkt. Ein parallel-twin mit 585 cm³ und 270°-Kurbelwellenversatz – eine Architektur, die ein angenehm unregelmäßiges Pulsieren erzeugt und dem Gasgriff Charakter verleiht – mit einer angegebenen Leistung von rund 60 PS. Das ist dasselbe Terrain wie die Benelli TRK 602, die QJ Motor SRT 600 oder die Voge DS 625. Maschinen aus China oder Italien, für die nie ein Mick Walker eine Biografie geschrieben hat. Norton setzt seinen Namen also in ein Segment, das seine üblichen Rivalen – allen voran die Triumph Tiger 660 – mit einem 81-PS-Motor und einer auf Straßen aufgebauten Reputation beherrschen. Die Dissonanz ist real. Die Analogie zu einem Aston Martin mit Dreizylinder unter der Motorhaube drängt sich auf.
Punkte sammelt die Atlas GT hingegen bei der elektronischen und praktischen Ausstattung. Der 8-Zoll-Touchscreen-TFT übertrifft in der Größe sogar jenen der Multistrada V4 S, die sich mit 6,5 Zoll begnügt – an einem Motorrad, das doppelt so viel kostet. Die Liste geht weiter: IMU-Inertialmesseinheit, Cornering-ABS, neigungsabhängige Traktionskontrolle, Anfahrassistent, Wheelie-Control, Drift-Limiter, Tempomat, beheizte Griffe und Sitzbank, schlüsselloser Start, USB-C-Anschluss, beleuchtete Lenkerschalter, Handprotektoren, Gepäckträger sowie verstellbare Hebel, Fußrasten und Windschutzscheibe. In dieser Hinsicht fordert das Motorrad seine Preisklasse offen heraus. Für einen Tourenfahrer, der Kilometer frisst und Konnektivität ohne großes Budget sucht, ist das Anforderungsprofil erfüllt.

Der Stahlrohrrahmen mag optisch überraschen – die Karosserieverkleidungen erzeugen die Illusion eines Aluminium-Brückenrahmens, die den geübten Blick jedoch nicht lange täuscht. Die Kayaba-Federelemente und Bybre-Bremsen (Letztere auch an deutlich teureren Maschinen anzutreffen) liefern eine solide Basis. Die serienmäßig montierten Michelin Road 5 bestätigen die klar straßenorientierte Ausrichtung der Maschine. Die GT-Bezeichnung ist nicht unverschämt: Speichenräder und Bereifung verändern das optische Profil gegenüber der Atlas-Basis, laden aber nicht dazu ein, sich über gut befahrbare Forstwege hinaus zu wagen.

Norton spielt hier eine klare strategische Karte. Die Manx tragen das Prestige, die Atlas GT bringt die Stückzahlen und zieht Käufer an, die das Emblem ohne den üblichen Einstiegspreis wollen. Das ist eine kohärente Industrielogik, auch wenn sie eingefleischte Fans enttäuschen mag. Für den jungen A2-Tourenfahrer oder den Fahrer, der ein vielseitiges und gut ausgestattetes Motorrad unter 10.000 Euro sucht, verdient diese Atlas GT Beachtung. Wer von Norton ein besonderes Kribbeln am Gasgriff erwartet, muss noch etwas länger sparen und die Manx ins Visier nehmen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS cornering
- Shifter
- ABS Cornering
- Démarrage sans clé
- Indicateur de vitesse engagée
- Sabot moteur
- Phares adaptatifs en virage
- Prise USB
- Selle chauffante
- Poignées chauffantes
- Régulateur de vitesse
- Contrôle de traction
- Contrôle de glisse
- Aide au départ arrêté (Launch Control)
- Aide au démarrage en côte (Hill Hold Control)
- Contrôle anti wheeling
- Porte-paquet
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A, A2
- Pays de fabrication : Royaume-uni / Inde
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!