Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 166.0 ch @ 11750 tr/min (122.1 kW)
- Drehmoment
- 108.9 Nm @ 10200 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13 : 1
- Bohrung × Hub
- 76 x 55 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 118 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 810.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 220.00 kg
- Trockengewicht
- 192.00 kg
- Neupreis
- 31 495 €
Übersicht
Fünfzehn Weltmeistertitel, davon vierzehn in den Farben von MV Agusta. Giacomo Agostini ist nicht bloß eine Erfolgsbilanz, er ist der Fahrer, der den Namen der Marke aus Schiranna ins kollektive Gedächtnis des Motorradsports eingebrannt hat. 2006 beschloss das italienische Werk, ihm eine mechanische Hommage zu widmen, die dem Format des Mannes gerecht wird, indem es seine legendäre F4 1000 in einer auf 300 Exemplare limitierten Sonderedition auflegte. Eine Zahl, die genügt, um jedes einzelne Stück zum Sammlerobjekt zu machen, noch bevor das erste Rad eine Umdrehung gemacht hat.

Auf technischer Seite baut die MV Agusta F4 1000 S AGO auf dem Reihenvierzylinder mit 998 cc, 16 Ventilen, einem Verdichtungsverhältnis von 13:1 und einer ultrakurzhubigen Auslegung von 76 x 55 mm auf – ein Triebwerk, das unmissverständlich für hohe Drehzahlen konzipiert wurde. Das Ergebnis spricht für sich: 166 PS bei 11 750 U/min und ein Drehmoment von 108,9 Nm bei 10 200 U/min. Genug, um die 192 kg Trockengewicht jenseits der 300 km/h in der Geraden zu katapultieren. Man bewegt sich im Territorium der japanischen Supersportler jener Ära, der Suzuki GSX-R 1000 oder Yamaha YZF-R1, jedoch mit einer grundlegend anderen Philosophie. Wo die Japanerinnen auf pure Effizienz setzen, setzt die F4 AGO auf Emotion, Prestige und eine Form von Handwerkskunst, wie nur Italien sie hervorbringen kann.
Und diese Handwerkskunst zeigt sich überall. Die 50-mm-Upside-down-Gabel von Marzocchi erhält eine Titannitrid-Beschichtung, eine Veredelung, die man sonst nur an Wettbewerbsmaschinen findet. Die Nissin-Racing-Bremszangen mit sechs Kolben beißen vorne in 310-mm-Scheiben, während sich das Heck mit einer einzelnen 210-mm-Scheibe begnügt, die von einem Vierkolben-Sattel gepackt wird. Marchesini-Felgen, Carbonelemente und eine Sitzbank aus Alcantara vervollständigen eine Ausstattung, die den Preisunterschied zur Konkurrenz zumindest teilweise rechtfertigt. Der Name jedes Besitzers wird neben der Seriennummer auf einer Plakette aus 18-karätigem Gold graviert, die ihrerseits mit Agostinis Unterschrift verziert ist. Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl, Erkennungszeichen der von Massimo Tamburini entworfenen F4-Linie, nimmt ein Zentralfederbein mit 120 mm Federweg auf. Das Ganze rollt auf Reifen der Dimensionen 120/70-17 und 190/50-17, ein seinerzeit übliches Format, aber bestens geeignet für eine Sportlerin, die der schnellen Landstraße den Vorzug vor der reinen Rundenzeit gibt.
Die Lackierung verdient besondere Beachtung. Die Verkleidungsflanken tragen die Nummer 1 auf gelbem Grund, eine direkte Anspielung auf Agos Jahre der Dominanz in der Grand-Prix-Klasse. Das Heck greift die Farben der italienischen Flagge auf, mit einer Zurückhaltung, die sich wohltuend von den mitunter aufdringlichen Dekoren mancher Sonderserien abhebt. MV Agusta hatte den guten Geschmack, eine Linienführung nicht zu überfrachten, die ohnehin als eine der gelungensten in der Geschichte des Motorraddesigns gilt.
Bleibt die Frage des Preises. Mit 31 495 Euro im Jahr 2006 richtete sich die F4 1000 S AGO an eine Klientel wohlhabender Sammler, weit mehr als an Sonntagsfahrer auf der Rennstrecke. Für diesen Betrag konnte man sich zwei japanische Sportmotorräder leisten, und es blieb noch genug für die Versicherung übrig. Doch diese MV allein auf dem Feld des Preis-Leistungs-Verhältnisses mit einer GSX-R zu vergleichen, heißt, das Wesentliche zu übersehen. Dieses Motorrad wurde nie gebaut, um Rundenrekorde zu brechen. Es existiert, um einen Mann und eine Epoche zu feiern, in der sich der Motorradsport um heroische Figuren formte. Zwanzig Jahre später wechseln gut erhaltene Exemplare zu Preisen den Besitzer, die jenen Recht geben, die damals den Scheck ohne Zögern unterschrieben haben. Die F4 AGO ist ein fahrbares Museumsstück, eine mechanische Hommage an einen Champion, dessen Name bei jedem Start dieses italienischen Vierzylinders noch immer nachhallt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!