Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 675 cc
- Leistung
- 144.0 ch (105.9 kW)
- Kühlung
- liquide
- Bohrung × Hub
- 79 x 45.9 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier relié à 2 platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø nc
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques , fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque , étrier 2 pistons
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifendruck
- 2.30 bar
Abmessungen
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Neupreis
- 24 900 €
Übersicht
Wer erinnert sich an das letzte Mal, als ein Hersteller es wagte, einen sportlichen Dreizylinder in Gold-Ausstattung für 24 900 Euro auf den Markt zu bringen? MV Agusta, seinem Ruf als transalpiner Provokateur treu, schlug 2011 mit der MV Agusta F3 Serie Oro kräftig zu. Beim Hersteller aus Varese bezeichnet das Suffix „Oro" traditionell die allererste Serie eines neuen Modells, in begrenzter Stückzahl gefertigt und mit edlen Verarbeitungsdetails gespickt. Eine Art, die Bühne zu bereiten, bevor die Serienversion für die breite Masse folgt. Und was für eine Bühne.

Auf 200 Exemplare limitiert, setzt diese F3 675 hemmungslos auf Exklusivität. Die rot-silberne Lackierung, bei MV historisch verankert, bleibt in ihrer grafischen Gestaltung zurückhaltend, doch der Teufel steckt im Detail. Geschmiedete Aluminiumfelgen, Schwinge, Rahmenplatten, Lüftungsgitter – alles erhält eine goldene Oberflächenbehandlung, die das Motorrad in ein Vitrinenstück verwandelt. Die Sitzbank vereint Leder und Alcantara, die Fußrasten sind aus dem Vollen gefräst, und Carbon breitet sich überall aus: Schutzbleche, Auspuff, Motorschutz, Airbox, Kettenschutz. Ein graviertes Plättchen auf der oberen Gabelbrücke erinnert an die Seriennummer. Die Botschaft ist klar: Sie fahren kein gewöhnliches Sportmotorrad.
Unter dieser Juwelier-Verkleidung schlägt ein Dreizylinder mit 675 ccm, dessen Datenblatt 144 PS verspricht. Eine Zahl, die diese kleine Italienerin in Schlagdistanz einer Suzuki GSX-R 750 bringt und gute fünfzehn Pferdestärken vor ihre natürliche Rivalin, die Triumph Daytona 675, setzt. Auch Yamaha R6 und Kawasaki ZX-6R dürften sich bedrängt fühlen. Der Motor profitiert von einer gegenläufig drehenden Kurbelwelle – eine technische Entscheidung, die Kurvenstabilität und Traktion beim Beschleunigen begünstigt. Die Bohrung von 79 mm bei einem Hub von 45,9 mm verrät ein hochdrehendes Temperament, gemacht um Drehzahlen zu suchen. Sechs Gänge und ein Kettenantrieb vervollständigen ein auf reine Performance ausgerichtetes Gesamtpaket.

Das Fahrwerk braucht sich hinter der eingebauten Kavallerie nicht zu verstecken. Ein Stahlrohr-Gitterrahmen, verbunden mit Aluminium-Rahmenplatten, sorgt für strukturelle Steifigkeit, während die Öhlins-Federelemente – USD-Gabel und TTX36-Federbein – zusammen mit einem Lenkungsdämpfer desselben schwedischen Hauses die Bodenhaftung sicherstellen. Die Bremsanlage stammt von Brembo in vollständig radialer Montage mit Monoblock-Vierkolbensätteln vorne und einer einzelnen Bremsscheibe hinten. Der 16,5-Liter-Tank ermöglicht eine für ein Sportmotorrad angemessene Reichweite, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h bestätigt das Temperament der Maschine. Diese MV Agusta F3 Serie Oro richtet sich eindeutig an den wohlhabenden Enthusiasten, Sammler oder versierten Rennstreckenfahrer, der ein Stück italienischer Sportgeschichte besitzen will, noch bevor die Standardversion auf die Straße kommt.
Der Preis ist selbstverständlich der Ambition angemessen. Bei knapp 25 000 Euro, also dem Doppelten des Preises der Standard-F3, verlässt man das Terrain des Motorrads und betritt das des Sammlerstücks. Das ist teuer, sehr teuer für eine 675er. Doch MV Agusta hat nie nur Kubikzentimeter oder Pferdestärken verkauft. Die Marke verkauft einen Namen, ein Prestige, eine gewisse Vorstellung vom italienischen Motorrad, bei der Mechanik und Goldschmiedekunst verschmelzen. Bleibt die Frage, ob die 200 glücklichen Besitzer es wagen werden, ihr Schmuckstück zu fahren, oder es unter Glas aufbewahren. Wer die Enthusiasten der Marke kennt, für den steht die Antwort außer Frage.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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