Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 798 cc
- Leistung
- 148.0 ch @ 13000 tr/min (108.9 kW)
- Drehmoment
- 88.0 Nm @ 10600 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 54.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier relié à 2 platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 123 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.30 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Trockengewicht
- 173.00 kg
- Neupreis
- 100 000 €
Übersicht
Hunderttausend Euro für eine italienische Sportmaschine, die niemand jemals fahren wird. Das ist das Paradox dieser MV Agusta F3 800 UNICEF, ein Einzelstück aus dem Jahr 2019, entstanden aus einer Partnerschaft zwischen der Manufaktur aus Varese und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Ein Motorrad, das nicht dazu bestimmt ist, Kurven anzugreifen, sondern Spenden zu sammeln. Und das eine einfache Frage aufwirft: Kann man einen Supersportler in ein Wohltätigkeitsobjekt verwandeln, ohne seine DNA zu verraten?

Technisch unterscheidet diese F3 800 nichts von ihrer Katalog-Schwester. Man findet den Reihendreizylinder mit 798 cm3 wieder, mit seiner Bohrung von 79 mm und seinem kurzen Hub von 54,3 mm, charakteristisch für ein Triebwerk, das auf hohe Drehzahlen ausgelegt ist. Die 148 PS bei 13.000 U/min und die 88 Nm Drehmoment bei 10.600 U/min platzieren diese Italienerin im Kreis der schärfsten Mittelklasse-Sportler. Das Verdichtungsverhältnis von 13,3:1 bestätigt das aggressive Temperament der Mechanik. Gegenüber einer Yamaha YZF-R6 oder einer Triumph Daytona 765 spielt die F3 in derselben Leistungsliga, jedoch mit einer einzigartigen klanglichen Persönlichkeit – diesem rauen, metallischen Gesang, der den MV-Dreizylindern eigen ist. Der Stahl-Gitterrohrrahmen, verschraubt auf Aluminium-Platten, die 43-mm-Upside-down-Gabel, das Federbein, die Radial-Bremsanlage mit 320-mm-Scheiben: Alles atmet Wettbewerb. Mit 173 kg trocken und einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 269 km/h hat die Maschine genug Potenzial, um auf der Rennstrecke für Furore zu sorgen.
Nur wird diese F3 wohl niemals Asphalt unter ihren Rädern spüren. Ihr blau-weißes Kleid in den Farben von UNICEF, die farblich abgestimmte Sitzbank mit Ziernähten und die eigens gestaltete Soziusabdeckung machen sie vor allem zu einem Ausstellungsstück. Das Motorrad wurde bei einer Wohltätigkeitsgala in Porto Cervo auf Sardinien versteigert, wo ein Sammler einen Scheck über 100.000 Euro unterzeichnete, der vollständig dem Kinderschutzprogramm zugutekam. Man kann sich kaum vorstellen, dass der neue Besitzer dieses Einzelstück für eine Sonntagsausfahrt hervorholt. Sie wird unter einer Vitrine enden, zwischen zwei Kunstwerken, der Dreizylinder stumm und der 16-Liter-Tank für immer leer.
Die Geste von MV Agusta verdient Respekt, auch wenn man die tatsächliche Tragweite der Aktion hinterfragen darf. Hunderttausend Euro, das ist der Preis einer gut ausgestatteten Panigale V4 S, aber ein verschwindend kleiner Bruchteil des Jahresbudgets von UNICEF. Der eigentliche Wert liegt woanders: in der gebotenen Sichtbarkeit, im Image, das sich die Meccanica Verghera jenseits des Kreises der Liebhaber edler Mechanik aufbaut. Während Ducati Rennen sponsert und Kawasaki Marketingaktionen vervielfacht, wählt MV die Philanthropie. Eine clevere Positionierung für eine Nischenmarke, die ihren Ausnahmestatus pflegt.
Es bleibt ein leicht bitterer Beigeschmack für den eingefleischten Motorradfahrer. Diese F3 800 wurde geboren, um Randsteine zu attackieren, nicht um in einem Salon zu schlummern. Ihre 148 PS ergeben nur Sinn, wenn sie bei Volllast in der Steigung von Bray-Dunes oder in den Kurvenkombinationen von Le Mans aufheulen. Sie zum Schweigen zu verurteilen, ist ein wenig so, als würde man eine Stradivari stimmen, um sie dann in eine gepanzerte Vitrine zu stellen. Doch wenn der Preis dieses Schweigens auch nur ein einziges Kind irgendwo auf der Welt rettet, dann hat diese F3 eine edlere Mission erfüllt als jede noch so schnelle Rundenzeit auf der Strecke.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS Bosch 9MP
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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