Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 801 cc
- Leistung
- 140.0 ch @ 12300 tr/min (103.0 kW)
- Drehmoment
- 87.0 Nm @ 10250 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.1 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 54.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis tubulaire en tube d'acier relié à des platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Brembo Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons (M4.32 monobloc)
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 200/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 845.00 mm
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Trockengewicht
- 175.00 kg
- Neupreis
- 19 700 €
Übersicht
Achtzig Jahre. Diese Zahl genügt MV Agusta, um eine weitere Kleinserie zu rechtfertigen – die fünfzigste oder so ähnlich, seit Claudio Castiglioni die Marke aus Schiranna 1999 mit der F4 wiederauferstehen ließ. Die Dragster 800 RR Ottantesimo fügt sich in diese Tradition mit einer unerwarteten Nüchternheit ein: schwarzes und silbernes Kleid, goldgeprägtes MV-Logo als einzige Extravaganz. Kein blutiges Rot, kein grelles Gold. Ein Smoking, kein Bühnenoutfit. Die Designabteilung hat die Grafiken bewusst gealtert, um dem Gedenkcharakter gerecht zu werden, und das Ergebnis bricht mit den gewohnten Auffälligkeiten der Baureihe. Von den 500 produzierten Exemplaren trägt jedes ein graviertes Tankschild mit Seriennummer, Gesamtauflage und sogar der korrekten Aussprache des Namens MV. Ein Echtheitszertifikat liegt bei. Sammler werden es zu schätzen wissen; Fahrer ebenfalls, sofern sie 19.700 Euro zu investieren bereit sind.

Unter der Verkleidung dreht der 801-cm³-Dreizylindermotor mit Gegenrotationskurbelwelle weiterhin in seinem gewohnten Arbeitsbereich. Einhundertvierzig PS bei 12.300 U/min, 87 Nm bei 10.250 U/min, alles untergebracht in 175 kg Trockengewicht. Die Anpassung an Euro5+ hat keinerlei Leistungseinbußen gekostet, was bei einem derart hochgezüchteten Motor keineswegs selbstverständlich war. Die eigentliche Neuerung im Antriebsstrang ist die serienmäßig integrierte Rekluse-Kupplung: Das System automatisiert Einrücken und Ausrücken, der Kupplungshebel bleibt erhalten, wird aber nahezu dekorativ. In Verbindung mit dem bidirektionalen Schaltassistenten verhält sich das Gesamtpaket wie ein Halbautomatikgetriebe. Für manche Fahrer wird das eine Offenbarung sein, für andere eine Ketzerei. Diese Debatte hat keine richtige Antwort, sie zeigt lediglich, an wen dieses Motorrad sich richtet – an jemanden, der die volle Intensität des Dreizylindercharakters will, ohne in kritischen Momenten die Kupplungsmechanik zu verwalten.
Die Elektronikplattform hingegen steht außer Diskussion. Sechs Inertialachsen, vier Fahrmodi, darunter ein vollständig konfigurierbarer Custom-Modus über das 5,5-Zoll-TFT-Display oder die MV Ride App. Die Traktionskontrolle bietet acht Stufen in drei Nutzungsprofilen, von Regen bis Rennstrecke. Das ABS verfügt über zwei separate Kennfelder: Sport mit vollständiger Unterstützung und Aufstellmomentkompensation, Race mit auf das Vorderrad begrenztem Eingriff und weniger interventionistischer Logik. Startautomatik und Front Lift Control vervollständigen das Arsenal – Letztere regelt die Vorderradhöhe beim Herausbeschleunigen, um das Rad knapp unterhalb der Abhebeschwelle zu halten, ohne die Leistung zu unterbrechen. Sogar ein Tempomat ist an Bord, was an einer so radikalen Naked-Bike fast deplatziert wirkt, aber den vielseitigen Anspruch der Maschine offenbart.

Verglichen mit einer Ducati Streetfighter V2 oder einer Yamaha MT-09 SP besetzt die Dragster ein anderes Territorium. Sie sucht keinen alltäglichen Roadster-Kompromiss, sondern setzt ihre kantige Silhouette und ihren Rennstreckencharakter als erstes Argument. Die Sitzhöhe von 845 mm und die kompakten Abmessungen reservieren sie für mittelgroße bis große Fahrer, die mit einer engagierten Sitzposition vertraut sind. Das ist kein Werkzeug für Einsteiger, auch nicht für den Fahrer, der vergessen möchte, dass er fährt. Genau das Gegenteil trifft zu: eine Maschine, die bei jeder Beschleunigung daran erinnert, dass sie einen Gegenrotationskurbelwellen-Motor besitzt – mit allem, was das an Leichtigkeit und Lebhaftigkeit in Richtungswechseln bedeutet.

Die Ottantesimo ist somit eine Dragster, die sich selbst treu bleibt – für den Anlass gekleidet, ohne ihre DNA zu verraten. MV hätte in kommemorativen Überschwang verfallen können; die Marke hat sich für Zurückhaltung entschieden, was bei diesem Preis und diesem Ausstattungsniveau die schwierigste und vielleicht richtigste Entscheidung ist.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS MK100
- Nombre de mode de conduite : 4
- Taille de l'écran TFT couleur : 13,97 cm / 5.5 pouces
- ABS Cornering
- Jantes aluminium
- Shifter
- Amortisseur de direction
- Indicateur de vitesse engagée
- Régulateur de vitesse
- Bluetooth
- GPS
- Aide au départ arrêté (Launch Control)
- Contrôle de traction
- Contrôle anti wheeling
- Jantes forgées
- Centrale inertielle
- Phares adaptatifs en virage
- Contrôle du frein moteur
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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