Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1721 cc
- Leistung
- 71.0 ch @ 4500 tr/min (52.2 kW)
- Drehmoment
- 135.3 Nm @ 2400 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 100,73 x 107.95 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- simple berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 108 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 73 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/90-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 708.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 375.00 kg
- Trockengewicht
- 341.50 kg
- Neupreis
- 32 000 €
Übersicht
Stellen Sie sich einen P-51-Mustang-Piloten vor, der seine Maschine auf dem Rollfeld der Basis absetzt, seinen Lederhelm abnimmt und nach einem Gefährt sucht, das seinen Heldentaten über dem besetzten Europa ebenbürtig ist. Indian hat offensichtlich über dieses Szenario nachgedacht, bevor die Chief Bomber auf den Markt gebracht wurde – eine auf das Jahr 2010 limitierte Serie, die als ausdrückliche Hommage an die amerikanische Militärluftfahrt des Zweiten Weltkriegs konzipiert wurde.

Die Inszenierung beginnt beim ersten Blick. In Stahlgrau oder Militärkhaki erhältlich, spielt die Bomber die Karte der Authentizität bis ins absurd-verführerische Detail: sichtbare Nieten an den Schutzblechen, ein auf den 21-Liter-Tank gemaltes Pin-up-Girl, eine kleine gegossene Bombe unter der vorderen Schürze. Weit entfernt vom generischen Custom-Bike, das einen Standardrahmen in Bordeauxmetallic lackiert und das eine Sonderedition nennt. Hier ist die erzählerische Arbeit kohärent, geradezu dokumentarisch. Die Satteltaschen und der Sattel sind aus echtem Leder, speziell für diese Version gefertigt, was zum Teil den Preis von 32.000 Euro auf dem Preisschild rechtfertigt.
Der Motor ist der 1720-cm³-V2-Zweizylinder mit 45°-Bankwinkel, der die Chief-Baureihe seit ihren Serienversionen antreibt. Mit 71 PS bei 4.500 U/min und vor allem 135,3 Nm Drehmoment bereits ab 2.400 U/min handelt es sich nicht um eine Mechanik, die auf dem technischen Datenblatt beeindrucken will. Dieser Twin schiebt untenrum, breit, mit der Gelassenheit von jemandem, der nichts zu beweisen hat. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ist kein Schwächegeständnis, sondern eine Absichtserklärung: Die Bomber rennt nicht, sie rollt. Das 6-Gang-Getriebe und der Riemenantrieb vervollständigen das Bild eines Cruisers, der Reisekomfort auf langen amerikanischen Etappen gegenüber blitzschnellen Beschleunigungen bevorzugt.
Die Kehrseite dieser Philosophie ist das Gewicht. Mit 375 Kilogramm vollgetankt und einer Sitzhöhe von 708 Millimetern macht die Bomber kleineren Fahrern oder im Langsamfahren unerfahrenen Fahrern keine Zugeständnisse. Im Vergleich zu einer Harley-Davidson Heritage Softail derselben Epoche bleibt der Gewichtsunterschied überschaubar, doch der Vergleich mit einer Triumph Thunderbird oder einer Honda VTX 1800 geht zugunsten der Japaner und Briten, sobald es darum geht, den Parkplatz zu verlassen. Das ist kein Motorrad für Anfänger, und Indian behauptet auch nichts anderes.
Die Bomber richtet sich eher an einen Sammler als an einen Touristen, an einen Militärgeschichtsliebhaber ebenso wie an einen Freund des reinrassigen amerikanischen Custom-Bikes. Nur selten sind Serienmaschinen in der Lage, eine so präzise Geschichte zu erzählen, ohne ins billige Kitschige abzugleiten. Diese schafft es, weil die Details mit ausreichend Sorgfalt ausgearbeitet sind, damit die Erzählung trägt. Als Kleinstserie, nur ein Jahr lang produziert, hat sie bereits einen guten Teil des Weges zum Sammlerstück zurückgelegt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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