Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 954 cc
- Leistung
- 151.0 ch (111.1 kW)
- Drehmoment
- 98.1 Nm @ 9500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5:1
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection électronique PGM-FI
Fahrwerk
- Rahmen
- Double poutre alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Suspension monoamortisseur Pro-Link, déb : 135 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 330 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 190/50-17
- Hinterreifendruck
- 2.90 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 18.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 168.00 kg
- Neupreis
- 12 999 €
Übersicht
Als Suzuki an der Jahrtausendwende seine GSX-R 1000 aus dem Ärmel zog, geriet die kleine Welt der japanischen Hypersportler ins Wanken. Honda, Hüter des Tempels seit die erste Honda CBR 900 RR Fireblade 1992 die Spielregeln neu definiert hatte, konnte nicht tatenlos zusehen. Nach der 929, die das Konzept bereits kräftig aufgerüstet hatte, dreht die Honda CBR 900 RR Fireblade 2002 die Regler eine weitere Stufe hoch. Keine Revolution, eher eine gezielte, chirurgisch präzise Antwort auf die Bedrohung aus Hamamatsu.

Unter der schärfer denn je gezeichneten Verkleidung klettert der Reihenvierzylinder auf 954 cc. Die Ingenieure haben nicht einfach nur aufgebohrt: neue Einspritzung gesteuert von einem schnelleren Steuergerät, erleichterte Kolben, Verdichtungsverhältnis auf 11.5:1 angehoben. Das angekündigte Ergebnis kratzt an den 151 PS, und diesmal scheint Honda in der Lage zu sein, das Versprechen einzulösen – dort, wo die 929 ihre theoretischen 153 PS nie wirklich abgeliefert hatte. Das Drehmoment erreicht 98 Nm bei 9 500 U/min, ein solider Wert, der den Drehzahlbereich ordentlich ausfüllt. Seien wir ehrlich: Gegen den Block der GSX-R 1000 fehlt diesem Motor eine Spur Brutalität beim Zwischensprint. Aber genau das ist vielleicht seine Qualität. Die Honda CBR 900 RR Fireblade hat stets Beherrschbarkeit über reine Kraftdemonstration gestellt, und dieser Jahrgang 2002 setzt diese Tradition fort. Der Fahrer wächst mit ihr, er kämpft nicht gegen sie.
Auf der Chassis-Seite erhält der Aluminium-Brückenrahmen eine Verstärkung im Bereich des Lenkkopfs. Die Schwinge, die mit der VTR SP-2 geteilt wird, ist ein bemerkenswertes Bauteil: länger, steifer, leichter als die der Vorgängergeneration. Ein verkürzter 18-Liter-Tank zentriert die Massen neu und rückt den Fahrer näher an die Vorderachse. Ein Detail, das Freunde von Rennstrecken-Trackdays freuen wird: Die überarbeitete Anbindung des Pro-Link-Hinterrad-Dämpfers erlaubt eine Anpassung der Fahrzeuglage, ohne die Federung zu verstellen. Die 43-mm-Upside-down-Gabel und die Doppelscheibenbremse mit 330-mm-Scheiben und Vierkolben-Sätteln vervollständigen eine für diese Kategorie ernsthafte Ausstattung. Das alles verpackt in 168 kg trocken, beziehungsweise 198 kg fahrfertig. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 277 km/h spielt die Blade ohne Komplexe in der Liga der Großen mit.
Es bleibt ein Reibungspunkt. Wenn sich die Honda CBR 900 RR Fireblade 2002 bei Richtungswechseln schneidiger zeigt als die 929, hat sie dafür einen Teil an Stabilität geopfert. Die Gabel erweist sich paradoxerweise als etwas weniger vertrauenerweckend als beim Vorgängerjahrgang, wenn das Tempo wirklich aggressiv wird. Bei beherztem Angriff auf der Rennstrecke stoßen die Federelemente dort an ihre Grenzen, wo jene der Honda CBR 900 RR Fireblade 2000 oder 2001 noch klaglos einsteckten. Das ist freilich nur bei hohem Tempo spürbar. Aber für eine Maschine, die einen Rennstrecken-Anspruch erhebt, verdient die Anmerkung, festgehalten zu werden.
Was diese 954 letztlich rettet, ist ihre Vielseitigkeit. Seit der originalen Honda CBR 900 RR Fireblade SC33 hat die Baureihe es stets verstanden, alltagstauglich zu bleiben, und dieser Jahrgang bildet keine Ausnahme. Sitzhöhe bei 815 mm, ordentlicher Komfort für eine Sportlerin, komplettes Cockpit mit dem H.I.S.S.-Wegfahrsperren-System, Stauraum der mehr als nur ein Schloss schluckt. Sie verlangt Erfahrung, gewiss, aber weniger fahrerisches Rüstzeug als die direkte Konkurrenz, um ihre Leistung preiszugeben. Seinerzeit neu für 12 999 Euro angeboten, wird sie heute gebraucht um die 3 490 Euro gehandelt – ein Preis, der sie zu einer erschwinglichen Sportlerin macht für alle, die eine Honda CBR 900 RR Fireblade gebraucht suchen, ohne sich zu ruinieren. Weniger dämonisch als die Suzuki, weniger spitz als die Yamaha R1 derselben Epoche, bleibt die Fireblade in der Version 954 ihrer DNA treu: eine beeindruckende Sportlerin, die nicht versucht, Sie zu beeindrucken, sondern Sie besser zu machen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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