Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1199 cc
- Leistung
- 70.0 ch @ 5000 tr/min (51.5 kW)
- Drehmoment
- 96.1 Nm @ 3200 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.7 : 1
- Bohrung × Hub
- 88.8 x 96.8 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 39 mm, déb : 117 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 104 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Vorderreifendruck
- 2.07 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 667.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 273.00 kg
- Trockengewicht
- 251.00 kg
- Neupreis
- 10 095 €
Übersicht
Kann eine Harley-Davidson sowohl ein amerikanisches Symbol als auch ein Motorrad für Europa sein? Im Jahr 2007 versuchte die XL 1200 Sportster Low, diese Frage mit einem pragmatischen, fast diplomatischen Ansatz zu beantworten. Man verändert nicht das Wesen eines Sportsters, dieses V-Zweizylinders mit 45° Hubwinkel, der 70 Pferdestärken und ein Drehmoment von 96 Nm ab 3200 U/min freisetzt – eine sonore und mechanische Signatur, die Milwaukee niemals aushandelt. Aber man passt ihre Haltung an. Die Sitzbank liegt bei 667 mm, fast 5 cm tiefer als bei einem Roadster, und die Fußrasten wandern in die Mitte. Das Ergebnis? Eine weniger wuchtige Silhouette, eine Fahrweise, bei der der Fahrer eher „im“ als „auf“ dem Motorrad sitzt. Diese Konfiguration, gekoppelt mit einem näherliegenden Pullback-Lenker, zielt klar auf den europäischen Markt und die Fahrer ab, die einen direkteren Kontakt zu ihrer Maschine bevorzugen, ohne die Aura eines Sportsters zu opfern.

Hinter dieser geometrischen Anpassung bleibt die Low im Wesentlichen eine Harley, mit ihren 273 kg vollgetankt und ihrem doppelten Stahlrohrrahmen, der ihre Präsenz unterstreicht. Der 17-Liter-Tank verspricht großzügige Etappen, eine Notwendigkeit, wenn die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 175 km/h liegt. Das ist kein Motorrad, um Rundenzeiten zu pulverisieren, sondern um Kilometer mit einer gewissen Würde zu absolvieren. Die Riemenantrieb und das Fünfganggetriebe, die für die Modellreihe 2006 überarbeitet wurden, bringen etwas Sanftmut in eine oft raue Welt. Die weichere Kupplung ist eine willkommene Ergänzung, besonders wenn das Gewicht Zurückhaltung erfordert. Im Vergleich zu einem japanischen Konkurrenten der damaligen Zeit, der leichter und oft schneller ist, spielt die Low ein anderes Spiel: das des Erlebnisses, des Gefühls, des Charakters.
Doch diese Anpassung hat ihre Grenzen. Die Federung, mit einer 39-mm-Gabel und zwei Seiten-Stoßdämpfern, bleibt einfach, konzipiert für die Geradeausfahrt und nicht für Dynamik. Die Bremsanlage, eine Scheibe vorne und eine hinten, erledigt ihren Job ohne Glanz, typisch für eine Philosophie, bei der Progressivität Vorrang vor Aggressivität hat. Für den europäischen Fahrer, der an die Lebendigkeit japanischer Roadsters oder sogar an die Vielseitigkeit einer BMW R1200R gewöhnt ist, kann sich die Low träge anfühlen, etwas zu sehr in ihrer Tradition verankert. Ihr Publikum? Das, was eine zugängliche Harley-Davidson will, weniger einschüchternd in der Größe, aber nicht bereit ist, auf den Stil und das Gefühl des großen Twin zu verzichten. Der großgewachsene Anfänger, der Reisende, der Komfort über Leistung bevorzugt, oder einfach der Ästhet, der eine klassische Silhouette mit einer angemessenen Sitzhöhe sucht.
Letztendlich ist die Sportster Low von 2007 ein interessanter Kompromiss, aber keine Revolution. Sie beweist, dass Harley sein eigenes Lastenheft ein wenig verdrehen kann, um andere Märkte zu erobern, ohne seine DNA zu verraten. Für etwa 10.000 Euro damals bot sie einen weniger physischen Einstieg in die Welt der Sportster. Aber sie wird den Rennfahrer oder denjenigen, der ein agiles Motorrad sucht, niemals überzeugen. Sie bleibt, im Geist und in der Mechanik, ein Amerikaner, der einfach einen kleinen Schritt in Richtung Europa gemacht hat. Ein bescheidener, aber bedeutsamer Schritt für diejenigen, die endlich den Milwaukee-Twin spüren wollten, ohne eine zu imposante Maschine beherrschen zu müssen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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