Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 865 cc
- Leistung
- 61.0 ch @ 6800 tr/min (44.9 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 3300 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2:1
- Bohrung × Hub
- 90 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- berceau d'acier tubulaire
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche Ø 41mm avec fourreaux de fourche polis, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 96 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 285 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/80-19
- Hinterreifen
- 170/80-15
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 690.00 mm
- Tankinhalt
- 19.30 L
- Gewicht
- 250.00 kg
- Neupreis
- 9 390 €
Übersicht
Was treibt einen britischen Hersteller dazu, auf dem Terrain von Milwaukee mitzuspielen? Seit ihrem Erscheinen im Jahr 2006 wagt die Triumph 865 Speedmaster ein gewagtes Experiment: einen zugänglichen Custom mit einem für dieses Segment untypischen Motor anzubieten – einem Reihenzweizylinder, wo die Konkurrenz auf den V-Twin schwört. Und man muss anerkennen, dass das Rezept sich über die Jahre recht gut bewährt hat, von der Version 2007 über die von 2009 bis hin zu diesem Jahrgang 2016, der die Logik des „Dark Custom" auf die Spitze treibt.

Die Triumph 865 Speedmaster 2016 setzt voll auf die Karte der totalen Dunkelheit. Scheinwerfergehäuse, Lenker, Felgen, Fußrasten, Stoßdämpferfedern, Luftfilterdeckel: Alles wird in Schwarz getaucht. Diese Verdunkelungskur ist nicht nur eine ästhetische Laune. Sie positioniert die Maschine klar gegenüber ihrer natürlichen Rivalin, der Harley-Davidson 883 Iron, die das Segment des düsteren und minimalistischen Custom beherrscht. Triumph begnügt sich nicht mit Umlackieren – die Marke aus Hinckley überarbeitet auch die Auspuffanlage mit neuen Schalldämpfern und verfeinert die Verarbeitung des Twins durch gefräste Kühlrippen. Die Liebe zum Detail ist echt, auch wenn man auf einer mechanischen Basis bleibt, die nichts Revolutionäres bietet.
Unter dem 19,3-Liter-Tank entwickelt der um 270° versetzte Reihenzweizylinder mit 865 cm3 Hubraum 61 PS bei 6800 U/min und vor allem 73,5 Nm Drehmoment schon ab 3300 U/min. Es ist diese Verfügbarkeit im unteren Drehzahlbereich, die den Charakter der Maschine ausmacht. Man muss den Motor nicht hochdrehen, um voranzukommen – der Twin schiebt kräftig ab dem Kreisverkehr an und bietet satte Zwischensprints im fünften Gang der Fünfgangschaltung. Wir reden hier nicht von einer Sportmaschine, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, aber das Temperament ist das eines Cruisers, der dafür geboren wurde, Boulevards gemächlich zu verschlingen. Gegenüber der 883 Iron mit ihrem vibrierenden V-Twin zeigt sich der englische Paralleltwin geschmeidiger, zivilisierter. Geschmackssache.
Die technischen Weiterentwicklungen über die Modelljahre hinweg haben die Speedmaster wendiger gemacht, als man vermuten würde. Das Vorderrad wuchs von 18 auf 19 Zoll, mit einem 110/80er-Reifen, der die Silhouette streckt. Der Radstand wurde um 55 mm verkürzt, was die Lenkung in der Stadt lebhafter macht. Die 41-mm-Gabel tauschte ihre Abdeckungen gegen polierte und geschwärzte Tauchrohre, deutlich schlichter. Am Heck erledigen zwei klassische Stoßdämpfer mit 96 mm Federweg die Arbeit ohne besondere Genialität. Die Bremsanlage besteht aus einer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn und einer 285-mm-Scheibe hinten, mit Zweikolben-Sätteln auf beiden Seiten. Ehrlich gesagt ist das etwas knapp für eine 250 kg schwere Maschine vollgetankt. Eine Doppelscheibe vorn wäre bei diesem Preis von 9.390 Euro kein Luxus gewesen.
Die niedrige Sitzbank auf 690 mm und der breite Lenker zeichnen eine entspannte Sitzposition mit ausgebreiteten Armen und leicht nach vorne gestellten Füßen. Zierlichere Staturen setzen problemlos beide Füße flach auf den Boden – ein echtes Plus für Motorradfahrer, die in die Custom-Welt einsteigen oder eine alltagstaugliche, vertrauenerweckende Maschine suchen. Die Triumph 865 Speedmaster 2016 erhebt nicht den Anspruch, mit den Schwergewichten im Katalog zu konkurrieren – dafür ist der Thunderbird Storm mit seinen 1700 cm3 zum doppelten Preis zuständig. Sie richtet sich eher an den urbanen Motorradfahrer, der einen Custom mit ausgeprägtem Charakter will, ohne sich dabei zu ruinieren oder mit einem unbeherrschbaren Gerät dazustehen. In dieser Disziplin bleibt der kleine englische Twin eine glaubwürdige und sympathische Alternative zur amerikanischen Dominanz in diesem Segment.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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