Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 450 cc
- Leistung
- 62.0 ch (45.6 kW)
- Motortyp
- Monocylindre, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 96 x 62.1 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 44 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double poutre et simple berceau dédoublé en aluminium
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 49 mm, déb : 310 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 240 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Vorderreifendruck
- 1.00 bar
- Hinterreifen
- 120/80-19
- Hinterreifendruck
- 1.00 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 965.00 mm
- Tankinhalt
- 6.30 L
- Gewicht
- 110.60 kg
- Trockengewicht
- 105.80 kg
- Neupreis
- 10 349 €
Übersicht
Fünfzig Jahre Motocross bei Honda – das will gefeiert werden. Und wenn der Hersteller aus Hamamatsu beschließt, diesen Meilenstein zu würdigen, begnügt er sich nicht mit einem Jubiläumsaufkleber auf dem Schutzblech. Die CRF 450 R 50. Jubiläum Jahrgang 2023 ist ein echtes Statement, eine limitierte Sonderauflage, die direkt an die großen Zeiten der CR-Zweitakter aus den Achtzigern anknüpft. Alles begann 1973 mit der CR 250 M Elsinore, einer Maschine, die als Antwort auf den Motocross-Boom diesseits und jenseits des Atlantiks konzipiert wurde. Honda betrat damals ein Terrain, das von den Europäern und bereits etablierten Japanern dominiert wurde, mit einem einfachen Rezept: ein zuverlässiger Zweitakter, leicht beherrschbar, gebaut mit der manischen Sorgfalt, die seit jeher den Ruf der Marke ausmacht. Der Erfolg kam sofort. Steve McQueen selbst hatte sich für die Werbung hergegeben, was einiges über die kulturelle Tragweite dieser Maschine aussagt.

Ein halbes Jahrhundert später hat sich an der Philosophie kein Millimeter geändert. Die CRF 450 R bleibt eine Rennwaffe, die darauf ausgelegt ist, von möglichst vielen Fahrern genutzt zu werden – nicht nur von Werkspiloten. Unter dem Jubiläumskleid steckt der Einzylinder-Viertakter mit 449,7 cc, vier Ventilen pro Zylinder, einer Bohrung von 96 mm bei einem kurzen Hub von 62,1 mm und einem Verdichtungsverhältnis von 13,5:1. Das Aggregat leistet 62 PS, womit sie sich im oberen Mittelfeld des Segments einordnet – gegenüber einer KTM 450 SX-F oder einer Yamaha YZ 450 F. Honda betont vor allem einen Drehmomentgewinn im mittleren Drehzahlbereich beim Jahrgang 2023, genau dort, wo es wirklich zählt, wenn man eine Whoops-Sektion angreift oder am Kurvenausgang wieder beschleunigt.
Auch das Fahrwerk wurde überarbeitet, um mehr Agilität zu erzielen. Der Doppelholm-Aluminiumrahmen mit geteiltem Einzelunterzug nimmt eine 49-mm-Upside-down-Gabel mit 310 mm Federweg auf, kombiniert mit einem Zentralfederbein am Heck. Die Bremsanlage besteht aus einer 260-mm-Scheibe vorne mit Zweikolben-Bremssattel und einer 240-mm-Scheibe mit Einkolben-Sattel hinten. Auf dem Papier nichts Revolutionäres, aber das Gesamtpaket funktioniert mit der Stimmigkeit, die man von einer Wettbewerbs-Honda erwartet. Mit 110,6 kg fahrfertig bei einem 6,3-Liter-Tank bleibt die Japanerin im Rahmen des Segments, auch wenn die österreichische Konkurrenz noch einige Hundert Gramm herausholt.
Was diese Jubiläumsedition von der Standard-CRF 450 R unterscheidet, betrifft vor allem die Optik. Blauer Sitzbankbezug, weiße Startnummerntafeln, spezifische Grafiken an den Kühlerverkleidungen, goldene Felgen und Lenker, metallgraue Gabelbrücken. Es ist eine bewusste Hommage an die Lackierungen von damals, und man muss zugeben, dass das Gesamtbild im Fahrerlager einiges hermacht. Für den Fahrer, der reine Performance sucht, ändert sich mechanisch nichts gegenüber der Standardversion. Aber für denjenigen, der auf einem Stück Honda-Geschichte fahren möchte, ist der emotionale Mehrwert unbezahlbar. Nun ja, einen Preis hat er doch: 10 349 Euro, was einen leichten Aufpreis gegenüber der Serienversion darstellt.
Die CRF 450 R 50. Jubiläum richtet sich an regelmäßige Motocross-Fahrer, ambitionierte Hobbyfahrer oder Wettbewerbsteilnehmer, die eine leistungsstarke 450er wollen, ohne dass sie einschüchtert. Ihre Sitzhöhe von 965 mm und das Fünfgang-Kettengetriebe machen sie zu einer physisch anspruchsvollen Maschine, die jedoch nie tückisch in ihren Reaktionen ist. Gegenüber den direkten Konkurrentinnen spielt sie die Karte der Vielseitigkeit und der legendären Honda-Zuverlässigkeit aus, statt auf rohe Leistung zu setzen. Diese limitierte Edition revolutioniert die Formel nicht, aber sie feiert sie mit Klasse. Und nach fünfzig Jahren Motocross hat Honda es sich redlich verdient, die Kerzen auszublasen.
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