Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1099 cc
- Leistung
- 155.0 ch @ 9500 tr/min (114.0 kW)
- Drehmoment
- 112.8 Nm @ 9500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.4:1
- Bohrung × Hub
- 104 x 64.7 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection électronique Marelli
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier ALS 450
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Showa Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Showa, déb : 127 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Brembo Ø 330 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 245 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 190/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 840.00 mm
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Trockengewicht
- 169.00 kg
- Neupreis
- 14 990 €
Übersicht
Stellen Sie sich vor, man nimmt eine 1098, reißt ihr die Verkleidung herunter, ersetzt die Stummellenker durch einen hohen Lenker und schickt sie auf die Straße zum Kämpfen. Das Ergebnis ist die Ducati 1098 Streetfighter, ein Roadster, der wenig mit den üblichen familientauglichen Naked Bikes gemein hat. Erstmals für das Modelljahr 2009 vorgestellt und 2010 verfeinert, verkörpert diese Maschine eine radikale Philosophie, die ebenso spaltet wie fasziniert.

Ein erster Blick genügt, um die Absicht zu verstehen. Das kleine, nahezu inexistente Cockpit-Verkleidungsteil, die beiden seitlichen Auspuffanlagen in kriegerischer Haltung, der Marchesini-Einarmschwinge, die direkt von der Superbike stammt, das Stahlrohrrahmen aus ALS 450 – nackt wie eine industrielle Skulptur. Nichts ist da, um schön auszusehen; alles ist da, um Respekt einzuflößen. Der Testastretta-Motor, ein 90°-L-Zweizylinder mit 1099 cc, leistet 155 PS bei 9500 U/min bei einem Drehmoment von 112,8 Nm – fünf PS weniger als bei der 1098 auf der Rennstrecke. Der Verlust ist symbolisch. Auf dem Papier wie im Sattel spielt die Ducati 1098 Streetfighter in einer anderen Liga als die Triumph Speed Triple oder die Kawasaki Z1000, durchaus respektable Maschinen, die jedoch spürbar schwerer sind und Vierzylindermotoren mit weniger Charakter drehen. Hier gibt der bolognese V-Twin seinen eigenen Rhythmus vor, mit spontanen Durchzug aus niedrigen Drehzahlen und einem abrupten Leistungsanstieg jenseits von 6000 U/min.
Was an den technischen Daten der Ducati 1098 Streetfighter wirklich verblüfft, ist das angegebene Trockengewicht von 169 kg. Für einen Roadster dieser Hubraumklasse und dieser Leistung ist die Zahl fast unverschämt. Das Leistungsgewicht übertrifft spielend das, was Honda CB 1000 R oder Yamaha FZ1 zur gleichen Zeit boten. Die invertierte Showa-Gabel mit 43 mm Durchmesser, die radialen Brembo-Bremssättel an 330-mm-Scheiben vorne, das Sechsganggetriebe ohne übermäßiges Schlupfen – alles deutet darauf hin, dass man sich nicht mehr wirklich auf einem Streetfighter im populären Sinne befindet, sondern auf einer als aggressives Stadtmotorrad verkleideten Superbike. Die Sitzhöhe von 840 mm und der 16,5-Liter-Tank umreißen das Zielpublikum. Dies ist kein Motorrad für Einsteiger, nicht einmal für Fahrer mittlerer Erfahrung, die gerade die Leistung entdecken. Es ist eine Maschine für erfahrene Fahrer, die ihre Grenzen kennen und diese auf öffentlichen Straßen verschieben wollen.
Der Fahrbericht zur Ducati 1098 Streetfighter offenbart auch die Kompromisse der Transformation. Die Naked-Ergonomie erzwingt ausgestreckte Arme, die auf langen Strecken ermüden; der 16,5-Liter-Tank ist kein Vorteil angesichts eines Verbrauchs, der mit einem solchen Motor schnell ansteigen kann. Die S-Version, mit Öhlins-Fahrwerk anstelle der serienmäßigen Showa-Einheiten, korrigiert einen Teil der Gleichung durch mehr Einstellmöglichkeiten, erhöht jedoch auch den Preis über die bereits aufgerufenen 14.990 Euro für die Standardversion hinaus. Dieser Preis überstieg den vieler Hypersport-1000er der damaligen Zeit, was die Ducati 1098 Streetfighter gebraucht klar in einem Nischenmarkt positioniert. Wer damals ein vielseitiges und zugängliches Motorrad suchte, wandte sich den Monster S4R oder S4RS zu, die dieser Streetfighter ablöste. Wer ein reines Angriffswerkzeug ohne Netz wollte, fand hier seine Antwort.
Ducati brachte anschließend die 848 Streetfighter auf den Markt, eine weniger radikale Version, die ein breiteres Publikum ansprechen sollte – ein Beweis dafür, dass die Formel funktionierte, ihre Zugänglichkeit jedoch begrenzt blieb. Die 1098 Streetfighter 2010 bleibt dennoch die ehrlichste Interpretation dessen, was ein kompromissloser Roadster sein kann: laut, körperlich, fordernd und in der Lage, jedem Fahrer in Erinnerung zu rufen, dass 155 PS auf 169 kg nackter Maschine Ihre volle Aufmerksamkeit verlangen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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