Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Leistung
- 100.0 ch @ 9800 tr/min (73.6 kW)
- Drehmoment
- 89.2 Nm @ 7450 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 88°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- cadre tubulaire en titane
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Beringer
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Beringer
- Vorderreifen
- 120/70-18
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 160/60-18
- Hinterreifendruck
- 2.60 bar
Abmessungen
- Trockengewicht
- 186.00 kg
- Neupreis
- 63 800 €
Übersicht
Einige Namen werden nicht ausgesprochen, sie werden genossen. Brough Superior steht für ein aristokratisches Versprechen, für eine Epoche, in der die britische Motorradindustrie Maschinen mit der gleichen Präzision fertigte wie ein Savile Row-Maßschneider. Georges Brough erkannte schon früh, dass ein Motorrad ein Objekt absoluten Begehrens sein konnte, in Kleinserien produziert, bis zur Obsession perfektioniert und von Legenden adoptiert. T.E. Lawrence besaß mehrere und kam schließlich auf einer davon ums Leben. Ein Schicksal, das alles über die Intensität aussagt, die in diesen Maschinen steckte.

Die Wiederbelebung der Marke, 2008 von Mark Upham aufgekauft, hätte leicht in eine nostalgische Pastische verfallen können. Das ist jedoch nicht der Fall. Die SS100 MKII entsteht in den Werkstätten von Boxer Design, einem französischen Unternehmen von Thierry Henriette, dessen Referenzliste – VB1, FB Mondial Nuda, Kooperationen mit Honda und Suzuki – jeden Zweifel ausräumt. Das Ergebnis ist eine Maschine, die ihren Vorfahren zitiert, ohne ihn zu kopieren. Der runde Scheinwerfer setzt kein Vintage-Statement, um Puristen zu besänftigen; er beherbergt eine LED-Optik von echter Raffinesse. Die achtzehn Zoll Räder mit ihren achtzehn Speichen erinnern an die Strahlen vergangener Tage in der Form, aber nicht in der Technologie. Brough blickt zurück, um besser vorwärts zu gehen, was ein großer Unterschied ist.
Das Herzstück ist der 88-Grad-V-Twin, entwickelt in Zusammenarbeit mit Akira, einem weiteren französischen Unternehmen. Flüssigkeitskühlung, DOHC, vier Ventile pro Zylinder, elektronische Einspritzung: Alle modernen Protokolle werden eingehalten, aber das Ganze wirkt wie eine Skulptur. Jedes in Block gefertigte Teil vermittelt den Eindruck, als hätte ein Goldschmied die Montage beaufsichtigt. Im Standardkonfigurations liefert der Motor 100 PS bei 9.800 U/min und 89,2 Nm bei 7.450 U/min. Ehrliche Zahlen für ein 997 cm³ Hubraum, ohne mehr. Eine Ducati Panigale schneidet auf dem Papier deutlich besser ab, aber der Vergleich ist wie das Stellen eines Küchenmessers neben einem Zeremonialdolch. Es ist nicht dasselbe Besteck. Für Kunden, die die Mechanik auf der Rennstrecke ausreizen wollen, erhöht eine alternative ECU die Leistung auf 130 PS bei 8.000 U/min, mit einem proportional steigenden Drehmoment. Einziger Wermutstropfen in diesem Bild sind zu sichtbare Kühlerschläuche, die mit dem Rest der Verarbeitung kollidieren.
Das gerippte Titanrohrrahmenkonstruktion ist wahrscheinlich eines der seltensten Argumente auf dem aktuellen Markt. Da das Motor als tragendes Element dient, bleiben die Rohre unauffällig und lassen die Mechanik ohne Scheu zur Schau stellen. Die Vorderradaufhängung verzichtet auf eine konventionelle Gabel zugunsten eines Fior-ähnlichen Systems mit doppelten Magnesium-Aluminium-Dreiecken und einem zentralen Öhlins-Dämpfer, der nicht vom Bremsmoment beeinflusst wird. Die Hinterradaufhängung folgt der gleichen Logik, mit einem Magnesium-Aluminium-Schwingarm, der eine doppelte Verstärkung und einen eigenen Öhlins-Dämpfer erhält. Bei 186 kg Trockengewicht und einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ist das Gesamtpaket stimmig.

Die Bremsen verdienen einen eigenen Absatz. Beringer und sein 4D-System ersetzen das erwartete Brembo. Zwei 230-mm-Scheiben pro Bremssattel vorne, jeweils von vier Kolben auf drei Bremsbelägen, mit reduzierter gyroskopischer Trägheit und geringem Gewicht. Das optische Ergebnis erinnert subtil an die Trommeln vergangener Tage. Hinten versteckt sich ein einzelner Scheibe gleichen Durchmessers elegant im Schwingarm. Eine kühne Wahl, die bestätigt, dass jede technische Entscheidung an dieser Maschine mit Bedacht getroffen wurde.

Limitierte Produktion auf 300 Exemplare, angegebener Preis 63.800 Euro, drei Ausführungen verfügbar – Traditional mit seinen schwarzen, goldenen und silbernen Akzenten, Full Black für die Dunkelheit, Titanium, um das rohe Material sprechen zu lassen. Das ist kein Motorrad, das man zum Arbeitsweg benutzt. Es ist ein Stück, das man sich gönnt, weil man beschlossen hat, dass mechanische Schönheit diesen Preis wert ist. Die Zielgruppe erkennt sich ohne Mühe: erfahrene Sammler, Geschichtsliebhaber und Liebhaber rollender Schmuckstücke, die kein Ducati Superleggera oder MV Agusta Superveloce, sondern etwas Einzigartiges in seiner Kategorie wollen. Die SS100 MKII hat keinen direkten Konkurrenten, und das ist wohl ihr größter Luxus.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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