Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 93.0 ch @ 5250 tr/min (68.4 kW)
- Drehmoment
- 157.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114,3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 49 mm, déb : 117 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 55 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 180/65-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 790.00 mm
- Tankinhalt
- 22.70 L
- Gewicht
- 385.00 kg
- Trockengewicht
- 369.00 kg
- Neupreis
- 38 900 €
Übersicht
Was treibt einen hundertjährigen Hersteller dazu, in seinen eigenen Archiven zu wühlen, um Träume zu Höchstpreisen zu verkaufen? Bei Harley-Davidson lässt sich die Antwort in einem Wort zusammenfassen: Icon. Diese Kollektion limitierter Serien, 2021 ins Leben gerufen, bedient sich am historischen Katalog aus Milwaukee, um vergessene Silhouetten auferstehen zu lassen. Nach der vom FLH-Modell 1969 inspirierten Revival ist nun die Electra Glide Highway King an der Reihe, den Zeitfaden bis ins Jahr 1968 zurückzuverfolgen. Ein Schlüsseljahr in vielerlei Hinsicht, aus dem Harley vor allem die Farbtöne übernimmt: ein leuchtendes Orange namens Hi-Fi Orange und ein tiefes Magenta, Hi-Fi Magenta, direkt der damaligen Farbpalette nachempfunden.

Auf dem Papier heißt sie Electra Glide. In der Praxis fährt man eine verkleidete Road King. Harley hat zwei Zusatzscheinwerfer und eine große, abnehmbare, durchgefärbte Windschutzscheibe montiert – fertig. Der klassische Lampenverkleidungskopf ist verschwunden und hat die gesamte Multimedia-Ausstattung mitgenommen: kein TFT-Display, kein Boom-Box-System. Die Entscheidung ist radikal und konsequent. Man ist hier, um auf die Straße zu schauen, nicht auf ein Navi. Der gefederte Einzelsitz, die Weißwandreifen in 130/90-16 und 180/65-16, die verchromten Speichenfelgen, die Schürze des vorderen Schutzblechs: Jedes Detail atmet kalkulierte Nostalgie. Die Seitenkoffer bleiben weiß, bewusst nicht farblich angepasst. 1968 bot das „King of the Highway"-Paket sie ausschließlich in dieser Farbe an. Harley treibt die historische Treue bis in seine fragwürdigsten Entscheidungen.
Unter diesem Retro-Kleid schlägt ein entschieden modernes Herz. Der Milwaukee Eight mit 1868 cm3, ein V-Twin im 45-Grad-Winkel, leistet 93 PS bei 5250 U/min. Eine fast nebensächliche Zahl, wenn man bedenkt, worauf es wirklich ankommt: 157,9 Nm Drehmoment, abrufbar ab 3250 U/min. Dieser Motor versucht nicht, mit Pferdestärken zu beeindrucken. Er walzt die Straße nieder mit seinem Schub – konstant, satt, unmittelbar. Der Shovelhead-Motor von 1968 leistete 60 PS bei 1222 cm3. In fünfundfünfzig Jahren hat der Hubraum 650 cm3 zugelegt und das Drehmoment hat sich nahezu verdoppelt. Der V-Winkel hingegen hat sich um kein einziges Grad verändert. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsganggetriebe und einen Riemenantrieb – zuverlässig und leise. Die Höchstgeschwindigkeit endet bei 160 km/h, was die Highway King eindeutig im Bereich des Cruisings verortet, nicht auf der deutschen Autobahn.
Mit ihren 385 kg fahrfertig und einer Sitzhöhe von 790 mm richtet sich diese Harley weder an Anfänger noch an leichte Staturen. Sie zielt auf den erfahrenen Motorradfahrer, den Liebhaber langer Landstraßen und von Wochenenden ohne Stoppuhr. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die teleskophydraulische Gabel mit 49 mm Durchmesser und 117 mm Federweg sowie die beiden Hinterrad-Stoßdämpfer mit nur 55 mm Federweg versprechen nicht den Komfort einer Gold Wing. Aber niemand kauft eine Electra Glide, um einen Pass anzugreifen. Die Bremsanlage zeigt sich der bewegten Masse gewachsen: zwei 300-mm-Scheiben vorne, gegriffen von Vierkolben-Bremszangen, eine 300-mm-Scheibe hinten. Das Kurven-ABS, die neigungssensitive Traktionskontrolle und der Tempomat vervollständigen ein elektronisches Arsenal – unsichtbar, aber durchaus präsent. Harley versteckt seine Modernität unter Chrom, und das ist ziemlich geschickt gemacht.

Bleibt der Preis. Mit 38 900 Euro spielt die Highway King in der Liga der Premium-Tourer, gegen eine Indian Chieftain oder eine BMW R 18 Transcontinental. Nur bieten diese beiden mehr Serienausstattung und limitieren ihre Produktion nicht. Hier sind es 1000 Exemplare in Orange, 750 in Magenta, Seriennummer per Laser in die Konsole graviert. Man bezahlt die Exklusivität ebenso wie das Motorrad. Das ist das Spiel der Icon-Kollektion, und Harley beherrscht es perfekt: Nostalgie in ein nummeriertes Objekt der Begierde zu verwandeln.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS in curves
- Volume de rangement : 64 litres
- Régulateur de vitesse
- Aide au démarrage en côte (Hill Hold Control)
- Démarrage sans clé
- Contrôle de traction
- Valises
- Crash Bars / Top Blocks
- Surveillance de la pression des pneus
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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