Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1449 cc
- Leistung
- 68.0 ch @ 5200 tr/min (50.0 kW)
- Drehmoment
- 105.9 Nm @ 3300 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.9 : 1
- Bohrung × Hub
- 95.3 x 101.6 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 39 mm, déb : 155 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 84 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/90-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 665.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Gewicht
- 300.00 kg
- Trockengewicht
- 278.00 kg
- Neupreis
- 11 000 €
Übersicht
Es gibt Maschinen, die man ausprobiert, und Maschinen, mit denen man sich misst. Diese gehört zur zweiten Kategorie. An einem Abend mit kaltem Nebel, irgendwo zwischen Mythos und Asphalt, legte ich die Hände auf den Lenker einer Dyna Low Rider, die ihr Besitzer fast ein Jahr lang überarbeitet hat. Das Ergebnis entzieht sich jeder vernünftigen Klassifizierung: weder Fat Boy, noch reiner Bobber, noch Tourer, sondern ein Hybrid, beladen mit Narben und Überzeugungen. Esteban Hogger, eine Persönlichkeit so geheimnisvoll wie sein Werk, hat diese FXDL 1450 in etwas verwandelt, das mehr ihm ähnelt als Milwaukee.

Noch bevor man den Schlüssel dreht, setzt der V-Twin mit 45 Grad seine Präsenz durch. Seine 1449 cc, die großzügige Bohrung von 95,3 mm und der Hub von 101,6 mm ergeben einen Motor, der auf Substanz ausgelegt ist, nicht auf Geschwindigkeit. Die 68 PS liegen bei 5200 U/min an, doch diese Zahl sagt wenig darüber aus, was man tatsächlich spürt. Was hier zählt, ist das Drehmoment: 105,9 Nm, bereits ab 3300 U/min verfügbar, satt, kompakt, treibt voran wie ein Hafenarbeiter, anstatt zu beschleunigen. Tausend Touren vor dem roten Bereich weigert sich dieser Twin bereits mitzumachen. Er kennt die Raserei hoher Drehzahlen nicht und hat kein Interesse daran, Sie damit bekannt zu machen. Die überarbeitete Auspuffanlage gibt frei, was die für Europa homologierte Version komprimiert; das Ergebnis knattert beim Verzögern mit der Brutalität einer Schmiede, metallische Echos prallen von den Kurvenrändern ab.
Die 300 kg im vollgetankten Zustand machen sich bereits nach dem ersten Meter bemerkbar. Der Sattel auf 665 mm streift den Boden, was theoretisch beruhigt, doch der hoch liegende Schwerpunkt verlangt einen festen Griff. Man fährt dieses Motorrad nicht, man verhandelt mit ihm. In der Kurve fordert es Vorausschau und Sanftheit, keinen Enthusiasmus. Bei 90 km/h ist alles gut; darüber verwandelt der fehlende Windschutz jeden Kilometer in einen Kampf gegen den Fahrtwind. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h bleibt in dieser Konfiguration theoretisch. Das Fünfganggetriebe, das seine Leistung über einen Riemen überträgt, ist eine Lektion in Bescheidenheit: die Kupplung verlangt Kraft, der Schalthebel fordert Überzeugung, und jeder Gangwechsel bestätigt, dass Sanftheit im Amerika des Jahres 2001 kein Wert war. Verglichen mit jedem zeitgenössischen japanischen Sportler, oder auch einer BMW R 1200 GS derselben Epoche mit ihrem gut abgestuften Getriebe, wechselt man die mechanische Zivilisation.
Die Bremsen mahnen zur Vorsicht. Die vordere Scheibe mit 292 mm und ihrem Zweikolbensattel mangelt es an progressivem Biss; sie zögert, dann packt sie zu. Die hintere, im Durchmesser identisch, erweist sich als berechenbarer und verdient es, zuerst betätigt zu werden. Das Hinterradfahrwerk mit nur 84 mm Federweg verwandelt beschädigte Straßen in eine nicht erstattungsfähige Physiotherapiesitzung. Die vordere Gabel mit 39 mm und 155 mm Federweg schlägt sich besser, doch dem Gesamtpaket fehlt die Kohärenz für eine Maschine, die auf dem Gebrauchtmarkt über 11.000 Euro kostet.
Diese modifizierte Dyna ist kein Motorrad für jedermann, und genau das macht ihr Interesse aus. Ein erfahrener Vielfahrer, empfänglich für rohe Mechanik und wenig anspruchsvoll in Sachen Komfort, wird darin eine Authentizität finden, die kein moderner, zu zahmer Roadster bietet. Ein Anfänger oder ein Fahrer, der an assistierte Maschinen gewöhnt ist, wird schmerzhafte Erinnerungen davontragen. Dieser Custom verzeiht weder Unachtsamkeit noch Hast. Er belohnt jedoch denjenigen, der seine Bedingungen akzeptiert: im Rhythmus des Twins zu leben, jede Unebenheit der Straße zu spüren, seinen Weg Gang für Gang aufzubauen. Es ist kein Motorrad, das man fährt; es ist eine Haltung, die man annimmt. Und das kann Ihnen kein Katalog wirklich verkaufen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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