Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 347 cc
- Leistung
- 27.0 ch @ 7900 tr/min (19.7 kW)
- Motortyp
- Single cylinder, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2:1
- Bohrung × Hub
- 79.5 x 70.0 mm (3.1 x 2.8 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Steuerung
- Overhead Cams (OHC)
Fahrwerk
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc
- Hinterradbremse
- Expanding brake
- Vorderreifen
- 3.50-21
- Hinterreifen
- 4 50-18
Abmessungen
- Tankinhalt
- 10.00 L
- Gewicht
- 132.00 kg
Übersicht
Motorrad: Puch 350 HWE (1988)

Die 80er Jahre waren nicht gnädig mit großen Einzylindern, eingekeilt zwischen der Begeisterung für japanische Zweizylinder und dem Pragmatismus der immer stärker werdenden Geländemaschinen. Die Puch 350 HWE von 1988 erscheint in diesem Umfeld mit einer technischen Datenblatt, das wie eine Übung aus einer österreichischen Ingenieursschule wirkt: ein Viertaktmotor mit vier Ventilen, ein großzügiger Bohrungsdurchmesser von 79,5 mm bei moderatem Hub, und ein Verdichtungsverhältnis von 9,2:1, das mehr Sanftmut als heiliges Feuer verspricht. Ihre 27 PS bei 7.900 Umdrehungen werden eine Honda NX 350 Dominator nicht erschrecken, aber sie deuten auf eine andere Philosophie hin.
Dieser 347 cm³ Einzylinder atmet mit der Gelassenheit eines für Langlebigkeit konzipierten Motors. Die Vier-Ventil-Steuerung ist nicht dazu da, bei hohen Drehzahlen PS auszuspucken, sondern um Regelmäßigkeit und einen Hauch von thermischer Effizienz zu bringen. Mit einem angegebenen Fahrgewicht von 132 kg und einem Tank von nur 10 Litern präsentiert sich die HWE als eine leichte Maschine mit bescheidener Reichweite, geschaffen für Nebenstrecken oder Stadtfahrten eher als für große Touren. Der Kettenantrieb und das Fünfganggetriebe runden ein für die Zeit sehr klassisches Bild ab.
Das Datenblatt schweigt sich über Fahrwerk und Rahmen aus, aber die Reifen sprechen für sich: eine 3.50-21 vorne und eine 4.50-18 hinten sind Dimensionen, die ebenso an leichtes Gelände wie an die Straße denken lassen. Es ist kein reiner Trail, sondern eher ein straffer Wegemaschine. Das gemischte Bremssystem, mit einer Scheibe vorn und einer Trommel hinten, bestätigt diese hybride Positionierung, ausreichend für die 130 km/h Höchstgeschwindigkeit, aber ohne überflüssige Extravaganz. Es ist eine ehrliche Maschine, ohne sportlichen Anspruch.
Heute interessiert diese Puch 350 HWE weniger den hetzenden Fernfahrer als den kenntnisreichen Sammler oder den Liebhaber einfacher und robuster Mechanik. Sie repräsentiert eine Ära, in der ein Hubraum von 350 cm³ noch ein ernsthaftes Angebot für den Alltag war, bevor sich der Markt zwischen kleinen Hubräumen und großen Maschinen polarisierte. Ihr unbekümmerter Auftritt und ihre zugängliche Mechanik machen sie zu einem liebenswerten Zeugnis der europäischen Motorradindustrie der späten 80er Jahre, eine diskrete Alternative zu den damals triumphierenden japanischen Produkten.
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