Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 903 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 5700 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 78.5 Nm @ 3700 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 74.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 34 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche telescopique Ø 41 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 270 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 180/70-15
- Hinterreifendruck
- 2.00 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 282.00 kg
- Trockengewicht
- 253.00 kg
- Neupreis
- 9 799 €
Übersicht
Wer hat behauptet, dass Customs mittlerer Hubraumklasse auf die große Reise verzichten müssen? Kawasaki widersetzt sich dieser Logik mit der Vulcan 900 Classic in der Light-Tourer-Ausführung. Der Jüngste der Custom-Reihe aus Akashi schlüpft in die Kluft des gemütlichen Fernreisenden, hohe Windschutzscheibe montiert auf der 41-mm-Telegabel, Sissybar hinter der niedrig auf 680 mm angesetzten Sitzbank vernietet und zwei seitliche Ledertaschen mit jeweils rund fünfzehn Litern Volumen. Das Gesamtpaket hat einiges zu bieten für jene, die nach Freiheit streben, ohne eine Masse von Ozeandampfer bändigen zu wollen.

Unter dem 20-Liter-Tank schnurrt ein V-Twin mit 903 cm³, der die Karte des Drehmoments vor der Pferdestärke ausspielt. Die angegebenen Zahlen sind ehrlich, mehr nicht, 48 PS bei 5700 U/min und 78,5 Nm bereits ab 3700 Umdrehungen, übertragen durch einen geräuscharmen Riemen über ein Fünfganggetriebe. Die kurze Bohrung von 88 mm und der Hub von 74,2 mm, mit einem moderaten Verdichtungsverhältnis von 9,5:1, verraten eine Mechanik, die eher auf den langen Atem als auf den sportlichen Höhenflug ausgelegt ist. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht maximal 180 km/h, genug, um eine Autobahn ohne Drama, aber auch ohne Rausch zu verschlingen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen und die 282 kg vollgetankt verankern die Maschine auf dem Asphalt, während die Bremsanlage mit einer einzelnen 300-mm-Scheibe vorn und einer 270-mm-Scheibe hinten, jeweils von einem Zweikolbensattel gegriffen, funktional bleibt, sofern man nicht wie auf einem Roadster angreift.
Gegenüber der Konkurrenz positioniert der Preis von 9799 Euro diese Vulcan aggressiv. Eine in den Reise-Ausstattungen vergleichbare Harley-Davidson Sportster SuperLow verlangt zwei- bis dreitausend Euro mehr. Die Yamaha XVS950 spielt in derselben Liga mit ähnlichen Argumenten, und die Suzuki Intruder C800 bleibt eine rustikalere Alternative. Gegenüber ihrem großen Bruder, der 1700 Nomad, übersteigt der Preisunterschied 6000 Euro, und die mechanische Differenz gleicht einer Kluft, rund zwanzig PS und nahezu 50 Nm trennen die beiden Maschinen. Die 1700 drängt zur ausgeprägten Langstrecke, die 900 schlägt eine bedächtigere Lesart der Reise vor, die des verlängerten Wochenendes und der sonnenbeschienenen Landstraßen.
An wen richtet sich diese abgespeckte Interpretation des Custom-Tourings? An Frischlinge mit dem Führerschein, die ein stabiles Gefährt suchen, um Kilometer aneinanderzureihen, ohne vor der Rechnung zu zittern, an Motorradfahrer, die nach einem Ausflug in andere Welten zum Custom zurückkehren, oder auch an zierlichere Gestalten, die die bemerkenswert niedrige Sitzhöhe beruhigt. Die Sitzposition mit Beinen nach vorn, der tief liegende Schwerpunkt und der Riemen, der die Pflege einer Kette erspart, machen sie zu einer wenig anspruchsvollen Begleiterin. Kritik gibt es dennoch, die Bremsanlage hätte bei einer Maschine dieser Masse eine Doppelscheibe vorn verdient, die Federung mit 150 mm Federweg an der Gabel und 100 mm am Zentralfederbein hinten quittiert beladene Bodenschwellen schnell, und das Fünfganggetriebe wirkt veraltet, wenn mehrere Rivalinnen sechs Gänge bieten.
Diese Vulcan 900 Light Tourer erfindet nichts neu und beansprucht nicht, mit den Schwergewichten der höheren Klasse zu konkurrieren. Sie bietet eine ehrliche Formel, eine ab Werk stimmige Reiseausstattung, einen charaktervollen und zugänglichen Motor, das Ganze zu einem vernünftigen Einstiegspreis. Ein bekennendes Touren-Motorrad, ohne Rennstrecken-Anspruch und ohne Ambitionen auf Kontinentdurchquerung, zugeschnitten auf jene, die der Schleichweg lieber ist als der glühende Tacho.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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