Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 84.0 ch (61.8 kW) → 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 150.0 Nm @ 2100 tr/min → 138.9 Nm @ 3000 tr/min
- Kupplung
- Wet, Multi-Plate → —
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs. 4 piston caliper. → Double disc. ABS. Floating discs. Dual Caliper.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc. 2-piston caliper. → Single disc. ABS. Floating disc. Single caliper.
- Vorderreifen
- 130/90-B16 → 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/80-B16 → 150/80-16
- Radstand
- 1730.00 mm → 1646.00 mm
- Länge
- 2634.00 mm → 2553.00 mm
- Breite
- 1001.00 mm → 1029.00 mm
- Höhe
- 1490.00 mm → 1518.00 mm
- Gewicht
- 379.00 kg → 371.00 kg
- Neupreis
- 26 900 € → 25 399 €
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 138.9 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.0 x 113.0 mm (4.0 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port Fuel Injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Single shock
- Federweg vorne
- 119 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 94 mm (3.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs. Dual Caliper.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc. Single caliper.
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 692.00 mm
- Radstand
- 1646.00 mm
- Länge
- 2553.00 mm
- Breite
- 1029.00 mm
- Höhe
- 1518.00 mm
- Tankinhalt
- 20.80 L
- Gewicht
- 371.00 kg
- Trockengewicht
- 364.00 kg
- Neupreis
- 25 399 €
Übersicht
Wer konnte 2015 ernsthaft beanspruchen, Harley-Davidson auf dem Terrain des reinrassigen Vintage-Cruisers Konkurrenz zu machen? Indian, zwei Jahre zuvor von Polaris wiederbelebt, hat mit der Chief Vintage einen starken Auftritt hingelegt – eine Maschine, die nicht halbherzig auf die Nostalgiekarte setzt. Wo sich manche Konkurrentinnen mit einem Retro-Aufkleber auf einem modernen Rahmen begnügen, bekennt sich die Indian Chief Vintage bis in die letzte Schutzblechspitze zu ihrem Erbe, mit gegerbten Ledersatteltaschen, abnehmbarer Windschutzscheibe und Zierschild auf dem vorderen Schutzblech. Die Botschaft ist klar: Man kopiert Amerika nicht, man verkörpert es.

Unter dieser Reiterkluft für die weiten Ebenen schlägt ein V-Twin Thunder Stroke 111 mit 1811 cm3, ein Zweiventil-Aggregat pro Zylinder, das rohes Drehmoment der reinen Pferdestärke vorzieht. Mit 138,9 Nm ab 3000 U/min bei 74 PS sucht die Indian Chief Vintage keinen Sprintsieg gegen eine Triumph Thunderbird oder eine Moto Guzzi California. Sie zieht es vor, ihr üppiges Drehmoment in den mittleren Gängen ihres 6-Gang-Getriebes auszurollen, getragen von einem leisen und wartungsfreien Riemenendantrieb. Der Motorcharakter ist rund, tiefgründig, durchsetzt von beherrschten Vibrationen, die daran erinnern, dass dieser V-Twin langhubig arbeitet, mit einer Bohrung von 101 mm bei einem Hub von 113 mm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, was für das vorgesehene Einsatzgebiet mehr als ausreicht.
Die Frage, die in den Foren zur Indian Chief Vintage alle stellen: Wie bewältigt man 371 kg fahrfertig im Alltag? Die Antwort liegt teilweise in der niedrigen Sitzhöhe von nur 692 mm und in einem dank des Aluminiumgussrahmens recht günstig platzierten Schwerpunkt. Dieses Chassis integriert den Luftfilterkasten – eine clevere technische Lösung, die das Gesamtpaket versteift und gleichzeitig Platz spart. Die Teleskopgabel und das einzelne Federbein hinten erledigen ihre Arbeit, ohne den Anspruch zu erheben, die Maschine in ein Sportgerät zu verwandeln. Die Bremsanlage zeigt sich dagegen ernsthaft: Doppelte schwimmend gelagerte Bremsscheiben vorne mit Doppelkolben-Sätteln, eine einzelne schwimmend gelagerte Scheibe hinten, das Ganze unterstützt von einem serienmäßigen ABS. Bei einer Maschine dieser Größenordnung ist das ein willkommenes Sicherheitsnetz.

Der Praxistest der Indian Chief Vintage offenbart ein Motorrad, das für lange Landstraßen und Sonntagsausfahrten geschaffen ist, nicht für den Pariser Berufsverkehr. Der 20,8-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite, der Tempomat und das schlüssellose Startsystem bieten einen Bedienkomfort, den Harley damals nicht immer serienmäßig im Programm hatte. Die Speichenfelgen mit Weißwandreifen in 130/90-16 und 150/80-16, die großzügigen Chromflächen, das breite Zeigerinstrument: Jedes Detail nährt das Bild einer Maschine, die als rollendes Sammlerstück konzipiert wurde. Die Zielgruppe sind Tourenfahrer, die den klassisch-amerikanischen Stil lieben und etwas anderes als eine Heritage Softail in der Garage stehen haben wollen.

Bleibt der Preis der Indian Chief Vintage: 25 399 Euro im Jahr 2015. Eine beträchtliche Summe, gewiss, aber sie relativiert sich, wenn man weiß, dass die Vorgängergeneration mit dem PowerPlus 105 die 38 000-Euro-Marke überschritt. Wer heute eine gebrauchte Indian Chief Vintage sucht, findet die Jahrgänge 2016, 2017 oder 2018 zu günstigeren Kursen, oft unter 18 000 Euro für gut gepflegte Exemplare. Die Baureihe hat sich anschließend weiterentwickelt, mit den Versionen 2019, 2020 und 2021, die schrittweise die Ausstattung verfeinerten, bevor 2022 die komplette Neugestaltung folgte. Doch der Charme dieser Thunder-Stroke-Generation bleibt ungebrochen. Schwer, selbstbewusst, großzügig: Die Chief Vintage macht niemandem etwas vor. Sie bringt ihr Gewicht auf die Waage, sie kostet ihren Preis, und sie bietet im Gegenzug eine Straßenpräsenz, die nur sehr wenige Motorräder für sich beanspruchen können.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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