Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1721 cc
- Leistung
- 71.0 ch @ 4500 tr/min (52.2 kW)
- Drehmoment
- 135.3 Nm @ 2400 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.0:1
- Bohrung × Hub
- 100.7 x 108.0 mm (4.0 x 4.3 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port Fuel Injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- High tensile steel
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Dia. 41 mm/Travel 4.25 in.
- Hinterradaufhängung
- Single shock/Travel 2.90 in.
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 708.00 mm
- Radstand
- 1646.00 mm
- Länge
- 2553.00 mm
- Breite
- 1029.00 mm
- Höhe
- 1518.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 375.00 kg
- Trockengewicht
- 341.60 kg
- Neupreis
- 45 000 €
Übersicht
Fünfunddreißig Exemplare. Nicht eines mehr. Als Indian beschloss, seine Chief Vintage 2013 in einer limitierten Auflage aufzulegen, machte der Hersteller aus Springfield keine halben Sachen. Die Marke mit dem Kriegshauben-Logo, von Polaris wiederauferstanden, wollte ein deutliches Zeichen setzen, um ihre Daseinsberechtigung gegenüber den Giganten aus Milwaukee zu untermauern. Das Ergebnis ist diese Chief Vintage LE, eine Maschine, die ebenso sehr historisches Denkmal wie Sammlerstück ist.

Was zuerst ins Auge fällt, ist die Aufmachung. Indian hat den Chrom-Regler bis zum bewussten Übermaß aufgedreht, die Flanken mit Satteltaschen aus patiniertem Leder im Stil eines Relikts aus dem Wilden Westen verkleidet, eine Passagier-Rückenlehne und einen Gepäckträger mit Schnelldemontage angebaut. Die zweifarbige Lackierung in White Pearl und Black Thunder vollendet die Verwandlung der Maschine in ein rollendes Museumsstück. Von skandinavischer Schlichtheit ist hier keine Spur: Jeder Quadratzentimeter Blech verlangt nach Aufmerksamkeit. Es ist auffällig, es ist gewollt, und es funktioniert für jeden, der eine Maschine sucht, die auf jedem Treffenparkplatz die Show stiehlt.
Unter dieser Orgie aus poliertem Metall schlägt der V-Twin Power Plus mit 1720 cm3. Auf dem Papier sorgen die Zahlen für ein Schmunzeln: 71 PS bei 4500 U/min für 375 kg fahrfertig – das ist das Leistungsgewicht eines Diesel-Nutzfahrzeugs. Nur erzählt das Datenblatt diese Mechanik schlecht. Das Drehmoment von 135 Nm steht bereits ab 2400 U/min an, und genau darin liegt der ganze Genuss. Man muss die Gänge des Sechsganggetriebes nicht ausdrehen: Der Twin schiebt kräftig und aus niedrigen Drehzahlen, mit einer Geschmeidigkeit, die die damaligen Harley-Davidson mit oben liegenden Ventilen kaum erreichten. Der Zahnriemen-Endantrieb trägt zur Laufruhe bei. Man fährt in gemächlichem Reisetempo, liegt bei 130 km/h ohne Anstrengung, erreicht maximal 150 km/h, wenn Wind und Straße es zulassen. Die Chief Vintage LE wird nicht gefahren, sie wird am Drehmoment geführt.
Der Rahmen aus hochfestem Stahl und der großzügige Radstand von 1646 mm garantieren Dampferstabilität auf der Geraden. Die 41-mm-Gabel und das einzelne Federbein hinten verrichten ihre Arbeit ohne besondere Genialität: Komfort geht vor Präzision, und die niedrige Sitzhöhe von 708 mm erlaubt nahezu jedem, beide Füße flach auf den Boden zu setzen. Die Bremsanlage mit doppelter schwimmend gelagerter Scheibe vorn und einfacher Scheibe hinten erweist sich als ausreichend für den vorgesehenen Einsatzzweck. Niemand wird diese Maschine auf eine Rennstrecke bringen, und das ist auch gut so. Der 21-Liter-Tank bietet eine ordentliche Reichweite für Sonntagsausfahrten, ohne Anspruch auf Langstreckenabenteuer zu erheben.
Bleibt die Preisfrage. Mit 45 000 Euro spielt die Chief Vintage LE in der Liga der Harley-Davidson CVO und der ehemaligen Victory-Modelle von Arlen Ness. Das ist ein saftiger Eintrittspreis für eine Maschine, deren Seltenheit das Hauptargument gegenüber der Konkurrenz darstellt. Liebhaber amerikanischer Premium-Cruiser haben die Wahl, und die Chief LE richtet sich an eine Nische in der Nische: den leidenschaftlichen Sammler, der dem Indian-Erbe verfallen ist und bereit, den Aufpreis für eine zweistellige Seriennummer zu zahlen. Für alle anderen bot die Chief Vintage in der Standardversion bereits das Wesentliche des Spektakels zu geringeren Kosten. Diese LE ist das Privileg der Exklusivität, nicht mehr und nicht weniger.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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