Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1890 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 167.7 Nm @ 2900 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 49°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 54 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- en aluminium moulé
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 46 mm, déb : 119 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 114 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/60-19
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/60-16
- Hinterreifendruck
- 2.83 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 660.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 386.00 kg
- Trockengewicht
- 371.00 kg
- Neupreis
- 32 930 €
Übersicht
Manche Partnerschaften scheinen vorherbestimmt. Wenn eine Motorradmarke aus dem tiefsten Amerika auf eine hundertfünfzig Jahre alte Destillerie aus Tennessee trifft, kann das Ergebnis nur feierlich ausfallen. Indian und Jack Daniel's pflegen diese Tradition seit 2016, und jedes Jahr verlässt eine neue Maschine die Werkstätten in den schwarz-goldenen Farben der alten Nummer sieben. Die Springfield Dark Horse Jahrgang 2019 ist die fünfte in dieser Reihe – und sie kommt mit etwas Besonderem unter der Haube.

Was an dieser Edition sofort ins Auge fällt, ist die Sorgfalt bei den visuellen Details. Die von Hand aufgetragene zweifarbige Lackierung, der Sattel aus dickem, genähtem Leder, die dezenten Single-Barrel-Embleme auf dem Tank, die Felgen mit ihrem markanten Profil. Nichts davon ist Zufall. Die gravierte Plakette mit der Seriennummer, am Motor befestigt wie ein Gründerschild, verleiht jedem Exemplar eine eigene Identität. Das ist weit entfernt von einem einfachen Gedenkaufkleber auf einem Serienmodell. Indian hat etwas geschaffen, das ebenso als Sammlerstück wie als Fahrzeug durchgeht.
Und dann dieser Motor. Der Thunderstroke wächst hier auf 116 Kubikzoll, also 1890 cc – eine spürbare Steigerung gegenüber den 1811 cc des 111er-Blocks, der beim Markenrelaunch 2014 eingeführt wurde. In dieser Disziplin blickt Indian mit Genugtuung in den Rückspiegel nach Milwaukee: Der Milwaukee-Eight in seinen Versionen 107 und 114 landet beim Hubraum auf den hinteren Plätzen, einzig die CVO-Variante von Harley-Davidson hält noch den Vergleich stand. Das Ergebnis spricht sich im Drehmoment aus, das mit 167,7 Nm bereits ab 2900 U/min anliegt. Es ist ein Motor, der aus dem Keller zieht und keine hohen Drehzahlen braucht, um zu überzeugen. Die angegebene Leistung von 90 PS bleibt im Rahmen der europäischen Normen, doch diese Zahl sagt wenig über das Gefühl am Handgelenk – das eines kräftigen Blocks, der sanft bis zur Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h schiebt. Für einen 386 kg schweren Bagger im Vollbetankungszustand ist das ein linearer und berechenbarer Vortrieb, genau das, was das Publikum erwartet.
Denn dieses Publikum ist klar umrissen. Die Springfield richtet sich an erfahrene Tourenfahrer, gewohnt, Autobahnkilometer in relativem Komfort abzuspulen, ohne die Wendigkeit eines Roadsters zu suchen. Die Sitzhöhe von 660 mm bleibt zugänglich, der 20-Liter-Tank sorgt für eine ordentliche Reichweite, und das 6-Gang-Getriebe arbeitet zusammen mit dem Riemenantrieb für ein ruckfreies Fahrgefühl. Das ist kein Motorrad für Einsteiger, auch keine Rennstreckenmaschine. Es ist ein fahrendes Möbelstück für jemanden, der genau weiß, was er will.
Der in Frankreich aufgerufene Preis von 32.930 Euro verdient einen Kommentar, auch wenn bei dieser Edition die eigentliche Frage keine monetäre ist. Weltweit wurden nur 177 Exemplare gebaut, deren Verteilung nach Onlineanmeldung per Losverfahren erfolgte. Frankreich, seiner Tradition treu, sich beim Thema Spirituosen das Leben schwer zu machen, erhielt kein einziges Kontingent. Jede Springfield Jack Daniel's wird mit einem Tablett geliefert, gefertigt aus den Eichenholzdauben der Reifefässer der Destillerie, gepolstert mit demselben Leder wie der Sattel, graviert mit dem Namen des Eigentümers und der Fahrgestellnummer der Maschine. Das ist kein Werbegadget, sondern ein Objekt, das eine gemeinsame Geschichte zweier Marken erzählt, die beide der Überzeugung anhängen, dass manche Dinge Zeit brauchen, um zu reifen.
Für Liebhaber großer amerikanischer Tourer, denen Harley zu verbreitet und BMW zu bieder ist, verkörpert diese Springfield genau das, was Indian am besten kann: ein kräftiger, sauber verarbeiteter Bagger mit einem Mehrwert an Seele, der den Aufpreis rechtfertigt. Schade nur, dass der Zugang zu diesem besonderen Exemplar eher einer Fügung des Schicksals gleicht als einer bewussten Entscheidung.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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